Samstag, 19. Juli 2014

Warum ich die Hamas nicht so richtig mag...

Eines ist mir in den letzten Tagen aufgefallen: Wo auch immer der Konflikt zwischen der Hamas und Israel thematisiert und kommentiert wird, gibt es keine noch so pro-palästinensische Stimme, welche nicht eingesteht, daß aus Gaza seit der Jahrtausendwende immer und immer wieder große Mengen von Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert wurden. Diesem Eingeständnis folgt aber sogleich die Beschwichtigung, daß die Hamas-Raketen ja sowieso alle vom Iron-Dome abgefangen werden und daß die paar selbstgebastelten Karnevalsböller, die zufällig durchkommen, in der Regel irgendwo auf dem Feld einschlagen, weswegen der israelische Blutzoll zwar existiert aber gering ist im Vergleich zu den Opfern auf palästinensischer Seite, welche immer wieder durch die angeblich doch so zielgenauen und sauberen Schläge des israelischen Militärs getötet werden.

Ein Blick in die Gründungscharta der Hamas zeigt, daß der Raketenbeschuß weniger zufällig geschieht, sondern ganz klar Teil des Programms ist, welches kaum versteckt die Auslöschung Israels fordert und anstrebt. Zwar werden Opfer auf palästinensischer Seite immer medienwirksam unter großer Anteilnahme der Weltöffentlichkeit präsentiert (und daß sich darunter auch wieder der ein oder andere Pallywood-Schinken findet, gehört mittlerweile wohl so sehr zum guten Ton, daß eine weltweite Anprangerung dieser geschmacklosen Instrumentalisierung kaum zu erwarten ist), aber das Fernziel der Hamas scheint tatsächlich eher die Vernichtung (oder Zerrüttung) Israels zu sein, als das Wohl der eigenen Leute. Wie sonst ließen sich solche Geschichten erklären?

Wir haben also eine Organisation, die sich der Auslöschung eines Gegners verschrieben hat, und die den Willen zur Auslöschung seit Jahren mit Raketenbeschuß, Entführungen und Selbstmordattentaten untermauert und dabei auch über Leichen in den eigenen Reihen geht.

Gleichzeitig gelingt es dieser Organisation aber immer wieder, sich und ihre Leute als Opfer darzustellen und durch Fackelträger und Internet-Brandstifter die Massen so intensiv zu mobilisieren, daß abgeschwächte Gedenkaufführungen des Nahost-Konfliktes schon mal probeweise in europäischen Städten stattfinden (Paris, Essen, Berlin... Bin mal gespannt, was morgen in Wien abgehen wird...). Man weiß ja nie, wann der Prozentsatz der eigenen Leute die kritische Masse überschreitet und man so richtig loslegen kann...

In der Tat sind die getöteten oder verwundeten Palästinenser Opfer, denn Opfer fordert nunmal jeder bewaffnete Konflikt. Aber was sind die getöteten und verwundeten Israelis? Eben! Beide Seiten beweinen ihre Toten. Auf beiden Seiten gibt es spontane Vergeltungsgelüste. Beide Seiten zeigen mit dem Finger auf die jeweils andere. Beide Seiten haben den Finger am Abzug.

Aber das erklärte Ziel der Hamas und ihr schauerlicher und kitschtriefender Todeskult läßt mich vor dem Hintergrund diverser Pallywood-Aktionen zusammen mit der Human Shield-Methode und der Bereitschaft, als Märtyrer zu sterben, so lange man nur genug "von denen" mit in den Tod reißt, vermuten, daß ein alter Spruch wohl sehr wahr sein dürfte: Wenn die Hamas die Waffen niederlegt, verschwindet der Krieg; wenn Israel die Waffen niederlegt, verschwindet Israel.

Wer mit gleichtzeitig stolzgeschwellter Brust und rotgeheulten Augen seine Opferzahlen zum Längenvergleich herausholt, um der Welt zu zeigen, daß die Bösartigkeit der anderen Bösen viel größer ist, als die Bösartigkeit der eigenen Bösen, der zeigt, daß er - im Sinne dieses Artikels von Ahmad Mansour - doppelter Täter ist: Er feuert Raketen nach drüben und instrumentalisiert die eigenen Leute, bis zu dem Punkt, wo sie selbst ihr Leben geben müssen.

So lange wir in einer Welt leben, in der es laut Meinung der Spinner so etwas gibt, wie die "richtigen" und die "falschen" Toten eines bewaffneten Konfliktes, so lange wird diese Welt sich am Nahost-Konflikt die Zähne ausbeißen.

1 Kommentar:

Borrachon hat gesagt…

Völlig richtiger Artikel! Es war ein Grundfehler, die Hamas - m.A.eine reine kriminelle Organisation - überhaupt zu den Wahlen 2006 zuzulassen. Ein anderes souveränes Land mit den Mitteln der Gewalt zu vernichten kann kein legitimes demokratisches Ziel sein.