Montag, 16. Juni 2014

"Summer is ready when you are"...

So sang es Kim Deal einst auf der Breeders-Single "Saints".

Ich bin eigentlich immer dann für den Sommer bereit, wenn der Soundtrack stimmt. Und daher stelle ich heute mal kurz ein Album vor, das irgendwie immer ein wenig unter dem Radar geflogen ist, das aber für mich Sommer pur bedeutet: "Aqua Pet... You Make Me" von The Secret Goldfish.

Die im Jahre 1996 von den vier Glasgowern auf Marina veröffentlichte Scheibe folgt einem sehr einfachen Grundsatz: Lerne eine handvoll Akkorde, gründe eine Schraddel-Pop-Band, komponiere Ohrwürmer und laß sie von einer unschuldig klingenden Frauenstimme singen.

Klar: Irgendwie wird man den Verdacht nicht los, all dies schon irgendwann und irgendwo einmal gehört zu haben. Aber die Geheimnisgoldfische klauen so naiv-niedlich wie kleine Kinder, versprühen dabei eine gehörige Portion Lebens- und Spiel-Freude, und wenn man sie beim Stehlen erwischt, dann sagen sie mit unschuldig aufgerissenen Augen: "Och... Wir wußten gar nicht, daß das vor uns schon zweitausendreihundertfünfundneunzig andere Bands gemacht haben" und steigen sofort in den nächsten hüpfenden Dreiminüter ein, dem man gerne mit Kopfwackeln und Fußzucken folgt.

Strategisch plazierte langsamere Nummern sorgen dafür, daß die Stimmung abwechslungsreich bleibt und daß die Band wieder Anlauf für die nächste galoppierende Mittwipp-Nummer nehmen kann.

Anspieltips für Freunde des gepflegten Geschraddels sind "Come Undone", "Tartan Envy", "Dandelion Milk Summer", "Venus Bonding: Erotic Mars", "I left one out, where did it go", "Seasick" und "The Catalyst".

Das Album ist ideal für eine Autofahrt durch sonnige, grüne Landschaften und erinnert mit seiner fuzzig-schrammeligen Frische irgendwie an einen eisgekühlten Mint Julep, in dem ein wenig vom Nebentisch herübergewehte Zigarettenasche mitschwimmt.

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