Mittwoch, 18. Juni 2014

"Ist die Freiburger Bischofswahl zur Farce verkommen?"

Die Badische Zeitung hat heute in einem Artikel schon einmal vorgesorgt für den Fall, daß der neue Freiburger Erzbischof Stephan Burger nach Amtsantritt bei seinen Schäfchen nicht so gut ankommt.

In dem ganz auf Spekulation setzenden, mit unbeantworteten Fragen gespickten Text liegen die entsprechenden Satzbausteine und Reizwörter griffbereit wie in einem Köcher, so daß der interessierte Berufsempörte und Ganztagskritiker eigentlich nur zugreifen und feuern muß und sich dabei auf einen medial schon mal vorausschauend angebrühten "Wir haben ihn ja eh nie gewollt!"-Sud berufen kann.

Vom Papst, der zu schwach ist, die Kurie auf seine Linie zu zwingen, über die obligatorische, mit WisiKi-Tränen gewürzte Vorkonziliarität und Autorität bis hin zum feudalen Herrschaftsgehabe der Kirchenleitungen sind alle Greatest Hits dabei.

Es gibt aber auch ein paar B-Sides und Deep Cuts, z.B. wenn orakelt wird, welche Ziele die Kurie mit ihrer Personalentscheidung verfolgt oder wenn die Beziehung zwischen Zollitsch und Burger beleuchtet wird.

Dazu vorab vielleicht erst einmal diese Information: Es ist immer der Papst, der bei einer Bischofsernennnug entscheidet. Somit ist im Zusammenhang mit der Ernennung des neuen Erzbischofs von Freiburg die Rede von einer Personalentscheidung der Kurie verfehlt. Und wenn der Papst auch nach Möglichkeit die ihm vom Domkapitel gemachten Vorschläge berücksichtigen soll, so ist es dennoch sein Recht, einen Kandidaten zu ernennen, der nicht auf der Liste steht.

Kirchenrechtlich ist alles korrekt verlaufen. Ob es auch "nett" oder "kollegial" oder "nachkonziliar" genug war, ist eine ganz andere Frage, zu deren Beantwortung in den nächsten Tagen und Wochen sicherlich noch andere sowohl empörte als auch beschwichtigende Stimmen erklingen werden.

Papst Franziskus wird sich in dieser Zeit wichtigeren Themen widmen und ich werde einfach für den neuen Erzbischof von Freiburg beten. Kann vielleicht auch nicht schaden.

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