Samstag, 24. Mai 2014

"Papi, warum trägt das Ampelmännchen lange Haare und Stöckel?"

Diesen - übrigens nicht am 1. April sondern am 15. Mai erschienenen - Artikel auf tagesspiegel.de habe ich eben erst entdeckt: Die SPD in Berlin-Mitte hätte bitte gerne die Frauenquote beim Ampelmännchen und zwar nicht - wie in anderen Städten bereits realisiert - mit Zöpfchen und Rock (pfui, weil geschlechterstereotyp) sondern mit Hose und Absatzschuhen (yay, weil modern und selbstbewußt).

Nach der Anfrage des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg ("Wie will man Vielfalt zeigen?") steht SPD Fraktionschefin Martina Martischok-Yesilcimen allerdings laut Artikel plötzlich vor einem Riesen-Problem:
    Man könne nicht alle sexuellen Orientierungen darstellen, so Martischok-Yesilcimen. „Gerade, weil nicht mehr Farben als rot und grün zur Verfügung stehen.“
Ja, sapperlot!

Muß ich als katholischer Blogger jetzt wirkich hingehen und die offensichtliche Lösung proklamieren?

Sieht so aus...

Also bitte: Regenbogenampeln!!!

Insgesamt sieben Farben, welche alle gleich lange leuchten (damit sich niemand zurückgesetzt fühlt) und welche von oben (rot = stehen) nach unten (violett = gehen) folgende Bedeutung haben:

rot: Stillgestanden! Niemand rührt sich vom Fleck!
orange: Richtet euch bitte innerlich auf die Violett-Phase ein, welche in wenigen Augenblicken eintreten wird!
gelb: Ätsch! Reingelegt! Bis zur Violett-Phase dauert es noch! Vielleicht nutzt ihr die Zeit und schaut euch ein wenig um. Es könnte schließlich sein, daß sich irgendwo etwas ganz furchtbar Patriarchalisches tut, was ihr dann bitte gleich an das Ministerium für Goodthink meldet und - wenn ihr wollt - später empört den Medien mitteilt!
grün: Hahaha! Wißt Ihr noch? Früher hättet ihr hier bereits loslaufen dürfen! Tja... Vielfalt hat seinen Preis!
hellblau: Hey! Was soll das denn? Da gehen ja schon die Ersten los! Es ist aber doch noch gar nicht Violett! Stehenbleiben! Was fällt euch ein?
indigo: Na klar! Jetzt macht das Beispiel auch noch Schule und alle stiefeln einfach über die Straße! HEY! Ich bin immer noch die Ampel! Ich habe hier das Sagen! Gibt's doch gar nicht...
violett: Mist... Ist eh keier mehr da, also macht doch, was ihr wollt!

Das Tolle ander Geschichte ist, daß man jetzt auch gar keine Apelmännchen oder Ampelfrauen oder Ampeltranssexuellen oder Ampelsonstwasse mehr braucht. Es leuchtet einfach nur das jeweilige Licht und jede_r wartende Mensch_in kann sich in seiner/ihrer Phantasie vollumfänglich angesprochen und verstanden fühlen im Hinblick auf tagesaktuelles Geschlecht, sexuelle Orientierung und überhaupt jede einzelne Lebensentscheidung, die jemals getroffen wurde.

Kommentare:

Geistbraus hat gesagt…

Super!!

Ein Patent wirste darauf aber leider nicht mehr kriegen...

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Es wäre allerdings konsequent, wenn Regenbogenampeln nur dort angebracht werden, wo die Straße einen Bogen macht und es regnet.
Alles andere wäre diskriminierend.
(Wem auch immer gegenüber. Irgendwer wird sich schon finden – findet sich immer.)

anthos hat gesagt…

Man ersetzt diese Männchen einfach durch Stehen - Gehen und die Sache ist erledigt... Pff.

ohne Eigenschaften hat gesagt…

Nein, damit diskriminierte man Analphabeten!
Man sollte stattdessen einfach so viele Fußgängerampeln dazubauen, daß eine Ampel auf einen Berliner kommt. Von jedem Berliner wird dann jeweils eine Silhouette im Gehen und im Stehen angefertigt; damit wird dann jeweils eine Ampel ausgestattet.

Ach nee, dann wären ja die Auswärtigen diskriminiert...

Anonym hat gesagt…

Ich würde diesen Artikel schnell, schnell löschen, sonst greift ihn noch eine/r dankbar auf, und wir verbringen die nächsten Jahre damit, uns siebe neue Ampelphasen einzuprägen...

(Dieses Zitat...also...das kann ja wohl nicht echt sein, oder?)

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Statt der Ampeln könnte man auch Brücken über die Straße bauen und für jene die Höhenangst haben zusätzlich eine Unterführung drunter her.

Eine weitere Alternative wäre, einfach durch Yogisches Fliegen die Straße zu überqueren.

Oder Scotty beamt die Leute einfach rüber.

Überhaupt wird, so finde ich, das Rübermachen irgendwie überbewertet.

Man könnte auch erst eine Kommission befragen, wie man am besten über die Straße kommt. So ähnlich wie man fragen kann, wie man zum Bahnhof kommt
-> KLICK

Cassandra hat gesagt…

"Mensch_in"?!
Das geht überhaupt nicht! Das spricht Interspeziespersonen (also Leute, die sich zB für eine Katze halten) und alle nicht_Menschen nicht an, was angesichts der Hunde, die da warten, weinfach unerträglich ignorant wäre.

Ansonsten schlage ich vor, daß jede_*r/s dann losmarschiert, wenn sie/*e_es sich angesprochen und repräsentiert fühlt. Verkehrssicherheit? Regeln sind so normiert-normieredn und damit erst zu hinterfragen, dann zu übekommen. Also verschone mensch_in*und transhumanes Individuum mich mit aller Detailhuberei!

Cassandra hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Cassandra hat gesagt…
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