Donnerstag, 15. Mai 2014

Mehr Aktionismus, weniger Gebet: Die Galantino-Oase!*

Bischof Nunzio Galantino, der von Papst Franziskus berufene Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz, sagt in einem Interview:
    Io non mi identifico con i visi inespressivi di chi recita il rosario fuori dalle cliniche, che praticano l’interruzione della gravidanza, ma con quei giovani che sono contrari a questa pratica e lottano per la qualità delle persone, per il loro diritto alla salute, al lavoro

    [Ich identifiziere mich nicht mit den ausdruckslosen Gesichtern jener, die vor Kliniken, welche die Unterbrechung von Schwangerschaften praktizieren, den Rosenkranz beten, sondern mit jenen jungen Leuten, die gegen eine solche Praxis sind und für die [Lebens-]Qualität der Personen kämpfen, für ihr Recht auf Gesundheit, auf Arbeit]
Weil das Eine das Andere natürlich ausschließt.

Weil Gebete ja sowieso noch nie etwas bewirkt haben.

Weil ich dann künftig wenigstens nicht gebeten werde, bei einem "Marsch für das Leben" oder einer vergleichbaren Veranstaltung mitzumachen (oder wenigstens eine freundliche und aufmunternde Grußbotschaft hinzuschicken).

Weil man ja nie wissen kann, welcher Bischof als nächster von den Medien aufs Korn genommen und auf seine "Aber wir leben doch mittlerweile im 21. Jahrhundert!"-Kompatibilität untersucht wird.

Weil modern und twitter und Dunkelkatholiken und Frömmelei und "Kirche ist besessen von Abtreibung" und "Wer bin ich, daß mir ein Urteil zusteht" und und und...

Also: "Der Hirte muß nach seinen Schafen riechen" und "Ränder der Gesellschaft", ja! Aber nur, wenn die Schafe keinen Rosenkranz dabeihaben...
__________

* zu singen nach der Melodie des alten, aber wohl immer noch bekannten PUNICA-Werbesports...

Kommentare:

Braut des Lammes hat gesagt…

Allein schon „die ausdruckslosen Gesichter“… als Gegenüberstellung zu „den jungen Leuten“. Ja, ist klar.

Smilodon hat gesagt…

ad:"Der Hirte muss nach seinen Schafen riechen"
Oft wäre es besser, statt dessen die Schafe zu waschen.

Anonym hat gesagt…

Hm, das ist ungeschickt formuliert, aber im Prinzip hat er recht, dass es nicht reicht, vor Abtreibungskliniken rumzustehen. Das ist vielleicht gut für's eigene Gewissen, hilft aber nicht konkret aus der Not, die sich ergeben kann, wenn jemand sich entschließt, ein Kind in einer schwierigen Situation zur Welt zu bringen.

Die "ausdruckslosen Gesichter", sind die eine italienische Spezialität? Ich hab bei diesen einschlägigen Verantstaltungen alles von Trauer bis Abscheu gesehen, aber defintiv keine Ausdruckslosigkeit.

Anonym hat gesagt…

"l’interruzione della gravidanza" - schon der Ausdruck lässt tief blicken. Wann wird denn die unterbrochene Schwangerschaft fortgesetzt? Unterbrechung hört sich gleich viel besser an als Abbruch. In Deutschland ist das die Sprache der Abtreibungsbefuerworter. Und jetzt ein katholischer Bischof...
Was wird noch alles kommen?
Da bleibt uns nur noch der 'rosario', oder?
Grüße Uli

martina hat gesagt…

Ja, da bleibt uns nur noch der 'rosario', auch für Mons. Galantino: ein Prinz ohne Krone!

Chris Mirabilis hat gesagt…

"Hm, das ist ungeschickt formuliert, aber im Prinzip hat er recht, dass es nicht reicht, vor Abtreibungskliniken rumzustehen. Das ist vielleicht gut für's eigene Gewissen, hilft aber nicht konkret aus der Not, die sich ergeben kann, wenn jemand sich entschließt, ein Kind in einer schwierigen Situation zur Welt zu bringen."

1. Ist es nicht besonders nett, mal eben pauschal davon auszugehen, daß die Leute, die da beten, sich nicht noch in anderer Weise engagieren. Derart pauschal schlecht von anderen Menschen, und dann auch noch von anderen Gläubigen zu sprechen geziemt sich eigentlich weder für einen katholischen Bischof noch für sonst irgendwen. (Diverse Heilige hätten dazu das Eine oder Andere zu sagen. Klar, wir sind alle nur Menschen, im Eifer des Gefechts rutscht einem mal was raus- aber wenn einem ein Mikro unter die Nase gehalten wird kann man sich doch mal zusammennehmen.)

2. Gibt es Leute, die zwar sehr gerne mehr täten- aber vielleicht das nötige Geld nicht haben. Aber beten kann man auch wenn man kein Geld hat.

3. Am wichtigsten ist allerdings, daß es schlicht und ergreifend nicht stimmt, daß Gebet vor der Klinik nur was fürs eigene Gewissen ist und nichts bringt.Es mag nicht die Not einer womöglich in schwierigen Verhältnissen lebenden Frau lindern, die unter widrigen Umständen ein Kind bekommt- aber bei einer Abtreibung geht es nicht nur um die Frau, sondern auch um das Kind. Beter vor Abtreibungskliniken haben schon etlichen Kindern das Leben gerettet, weil die Mütter sich wegen der dort für sie und ihr Kind betenden Menschen umentschieden haben. Das ist doch schonmal was. Und da ich die Behauptung, die würden da NUR beten, für falsch halte, gehe ich auch einfach mal davon aus, daß es nicht nur in den USA, sondern auch in Italien Leute gibt, die vor diesen Kliniken beten UND wissen, wie der Frau geholfen werden kann, wenn sie sich für das Kind entscheidet, welche Anlaufstellen existieren, usw.

4. Zum lebensrettenden Aspekt siehe auch hier: http://www.lanuovabq.it/it/articoli-io-convertita-dopo-tre-abortiecco-perche-dico-il-rosario-davanti-alle-cliniche-9205.htm

5. Die aktuelle Mode in Teilen des höheren Klerus, Gruppen von Gläubigen zu beleidigen, gibt sich hoffentlich bald wieder. Ja, "ausdruckslose Gesichter" angesichts von Betenden IST beleidigend.

Anonym hat gesagt…

@ Chris

Als von der Thematik betroffener Mensch bin ich nicht der Meinung, dass es reicht, wenn die Frau nicht abtreibt. Das kann zu massiven Verwerfungen für die Frau und das Kind führen - die vielleicht das Kind auf Jahre oder für immer in seiner Entwicklung behindert. Ich gehe nicht davon aus, dass es unter allen Umständen dolle ist, zu leben, sondern ich halte eine gewisse Lebensqualität für notwendig für ein gutes Leben und eine positive Entwicklung. Das scheinen mir viele Abtreibungsgegner nicht zu bedenken, oder es ist ihnen egal - Hauptsache, die Frau treibt nicht ab, dann werden alle glücklich.
Darum meine ich, dass es nicht reicht, zu beten und dann das Beste zu hoffen. Ich halte das für hoffnungsfroh, aber rettungslos naiv. Ich habe für eine Organisation gearbeitet, die Lebensschutz/Schwangerschaftsberatung ins Zentrum stellte, und da ging es IMMER besonders auch um direkte, auch materielle Hilfe. Die Leute waren echt gut, und ich kann mich nicht erinnern, dass sie sich die Zeit mit Beten vor Abtreibungskliniken vertrieben hätten. Sie haben ihre Zeit eingesetzt, um Leuten gezielt und konkret zu helfen, und das erscheint mir in diesem Fall wesentlich wichtiger und sinnvoller.
Ich hätte mich NIE dafür entschieden, ein Kind zu bekommen, nur weil ein paar wildfremde Menschen beten und Plastikföten schwenken - Leute, die mich nicht kennen, meine Situation nicht kennen, und von denen ich nicht mal weiß, ob sie jemals selbst in einem Schwangerscftskonflikt standen (die meisten, die ich im Lauf der Zeit demonstrieren oder beten sah, schienen mir zu jung dazu - und/oder männlich - zu sein und deshalb für mich in keinster Weise glaubwürdig). Ich sehe diese Mahnwachen tatsächlich als kein Angebot, sondern eine Art Nötigung von Frauen, die eh schon in einer schwierigen Situation sind.

Geistbraus hat gesagt…

"ausdruckslos" - ja wosammadenn!! Und das im Jahr 45 nach '69! Wo wir doch inzwischen so viele schöne Methoden haben uns auszudrücken, nicht so fad wiedamalsalsderpriestermitdemrückenauflateinmurmelte, sondern so echt und richtig schön mit Swing und Kumbaya, weil doch unsere Freude am Katholischsein so groß ist und wes das Herz voll ist dem läuft's Maul über oder wie das heißt...

Ester hat gesagt…

@ anonym
Es erfordert viel Mut zu beten, es erfordert auch viel Mut ein Kind trotz widriger Umstände zu kriegen udn warum wollen wir wissen warum die und die, die Gnade empfangen hat, doch sich zum Ja zum Kind durchzuringen?
Kann es nicht sein, dass Gebet doch eine Macht ist?
im übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, dass gerade Frauen die von einer Abtreibung betroffen sind, sich über die Plastikföten echauffieren.
Und noch was, da man eine Schwangerschaft nicht unterbrechen kann, sondern nur beenden kann und es einfach Mord ist, was da geschieht, so gleicht die Nötigung die sie sehen doch eher einem Akt der Zivilcourage!
Ich meine, wenn irgendwo irgendwelche Teenies auf einem Schulhof, sich prügeln und dann einer ne blutende Nase hat, dann brüllt jeder gleich was von wegen "Verrohung" und fordert mehr Kontrolle, mehr Pausenaufsicht, mehr Disziplin Überwachung und sonst was, aber bei so einem Mord an den Kleinsten, ach, ja das ist ja nicht so schlimm! Oder was?
(P.S. ich unterscheide sehr wirkliche Verrohung, (die es leider gibt) und das echauffieren wegen Kinkerlitzchen, das nur um Missverständnissen vorzubeugen)

Chris Mirabilis hat gesagt…

@ Anonym

Und WIEDER gehen Sie ganz selbstverständlich davon aus, daß die Leute, die vor Kliniken beten, den lieben langen Tag nichts anderes tun, keine Ahnung von Hilfsangeboten haben und die Frauen dann komplett im Regen stehen lassen, wenn sie doch nicht abtreiben. Mag ja sein, daß das in Einzelfällen so ist, die Regel ist es mit Sicherheit nicht. Denen ist schon klar, daß es mit dem bloßen Nichtabtreiben nicht getan ist.

Zu jung für Konfliktschwangerschaften sind übrigens nur Mädchen vor Eintreten der Geschlechtsreife, Männer können durchaus betroffen sein, weil eine Frau das gemeinsame Kind gegen ihren Willen abgetrieben hat, und bestehen Sie bei ihrem Arzt eigentlich auch darauf, daß er schon mal nen Schlaganfall, Krebs oder auch nur ne simple Blasenentzündung hatte? Muß ihr Bankberater selbst ein Haus finanziert haben und dabei ins Trudeln gekommen sein? Muß die Dame im Arbeitsamt selbst arbeitslos gewesen sein? Höchstwahrscheinlich nicht. Die Kriterien, die sie anlegen, sind schon ein bißchen speziell.

Und Nötigung? Echt jetzt? Weil da Leute beten? (Die in die Klinik gehende Frauen übrigens ansprechen müssten, um ihnen Hilfe anzubieten, wenn es nicht beim Beten bleiben soll. Was ist das dann?)Und nochmal zur Erinnerung: es geht da nicht um die Entfernung von Mandeln, sondern um das Leben eines Menschen (und wenn man genau hinschaut, die physische und psychische Gesundheit mindestens eines weiteren Menschen).

borrachon hat gesagt…

Lieber Chris Mirabilis,

weil wir gerade beim Thema "Nötigung" sind - vielleicht hilft da ein Blick in das Wiener Landes Sicherheitsgesetz (WLSG):
(1) Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes können Personen anweisen, folgendes Verhalten einzustellen oder, wenn dies nicht zweckmäßig ist, den öffentlichen Ort unverzüglich zu verlassen:
Wenn diese Personen andere Personen an öffentlichen Orten

1. in unzumutbarer Weise belästigen, insbesondere wenn auf Personen, die sich einer sozialen oder medizinischen Einrichtung nähern, psychischer Druck wie zum Beispiel durch nachdrückliches Ansprechen oder (versuchte) Übergabe von Gegenständen ausgeübt wird, oder

2. beim Zugang zu öffentlichen Einrichtungen behindern, oder

3.beim widmungsgemäßen Gebrauch von öffentlichen Einrichtungen unzumutbar beeinträchtigen.

borrachon hat gesagt…

Noch eines Chris, weil Sie von der Betroffenheit der Männer (Väter) sprechen bzw. weil in der Diskussion immer wieder gefordert wird, dass Väter ein Mitspracherecht haben sollten. Machen Sie doch einfach mal folgenden Selbstversuch. Stellen Sie sich in Ihrer Heimatstadt auf einen belebten Platz, sprechen Sie wahllos Männer an und machen Sie Ihnen diesen Vorschlag: Sie sollen ihren Körper unentgeltlich ein dreiviertel Jahr lang einem anderen Menschen zur Verfügung stellen, dabei gesundheitliche Risken, Einschränkungen und sehr starke Schmerzen in Kauf nehmen, berufliche, soziale und finanzielle Einschränkungen in Kauf nehmen, auf Hobbies und alles was Spaß macht verzichten und das alles ohne die geringste Gegenleistung, den geringsten Dank oder die geringste Anerkennung dafür zu erhalten. Sobald Sie einen Mann gefunden haben, der da mitmacht dürfen Sie auch wieder Mitsprache fordern ;-)

Herminator hat gesagt…

Ausdruckslos?? Wie gut! Wenn ich meiner Abscheu und meiner Wut Ausdruck verliehe käme strafrechtliches dabei heraus - niemandem wäre geholfen. Manchmal muß man da richtige tun und sich ansonsten in Selbstbeherrschung und Ausdruckslosigkeit üben.

Schalom
Hermann

Alipius hat gesagt…

@ borrachon: Wenn Leute vor einer Abtreibungsklinik still beten und dabei einen angemessenen Abstand halten, dürfte das kaum als Nötigung durchgehen. Nötigung wird es erst dann, wenn mehr getan wird als Beten, so wie "anonym" fordert, also wenn man z.B. die Betroffenen auf gute Beratungsangebote aufmerksam machen möchte.

Was die Negativ-Litanei bzgl der Schwangerschaft ("Körper unentgeltlich ein dreiviertel Jahr lang einem anderen Menschen zur Verfügung stellen, dabei gesundheitliche Risken, Einschränkungen und sehr starke Schmerzen in Kauf nehmen, berufliche, soziale und finanzielle Einschränkungen in Kauf nehmen, auf Hobbies und alles was Spaß macht verzichten und das alles ohne die geringste Gegenleistung, den geringsten Dank oder die geringste Anerkennung") betrifft, bin ich ganz gleicher Meinung, finde aber, daß man die Frauen damit ansprechen muß. Denn es ergibt wenig Sinn, sich an jene zu wenden, die nach Meinung einiger ohnehin nicht mitreden dürfen und darüberhinaus gar nicht in die Verlegenheit kommen werden, ungewollt schwanger zu sein. Stattdessen sollte jede Frau sich gut überlegen, ob sie die aufgezählten Einschränkungen in Kauf nehmen möchte. Wenn nein, dann soll sie keinen Sex haben. Dann kommt sie auch nicht in die Situation, abtreiben zu müssen. Und jetzt bitte keine Vergewaltigungs-Rührstückchen anführen; Abtreibungen auf Grund von medizinischer oder kriminologischer Indikation machen 3% aller Fälle aus. Der weitaus häufigste Grund für eine Abtreibung ist, daß Sex irgendwie immer gelegen kommt, Kinder aber kaum einmal. Wenn jetzt die Mehrheit der Individuen sagt: "Ist mir aber egal! Ich will Sex und mit ungewünschten Konsequenzen werde ich schon fertig, wenn sie denn eintreten", dann kann man das diesen Leuten als Lebensentwurf durchgehen lassen, aber man ist sicherlich nicht dazu verpfllichtet, zu schweigen und keine anderen Lebensentwürfe aufzuzeigen, wenn man den Preis (1 Menschenleben) bedenkt.

Anonym hat gesagt…

Genau so ist es, Alipius!
Es tut gut, so eine klare Stellungnahme zu lesen. Und heute sind solche Aussagen wichtiger denn je.
Danke und liebe Grüße,
Uli

Borrachon hat gesagt…

Lieber Alipius,
"Nötigung" ist es wohl auch nicht wenn Sie mit irgendeinem Plastik-Embryo oder sonstigen Utensilien, die man als Waffen bezeichnen kann, herumfuchteln. Es ist ja nur eine sicherheitspolizeiliche Verordnung. Ich bin da ganz Ihrer Meinung - jeder sollte in seiner Freizeit herumstehen dürfen wo er will - sofern er nichts besseres zu tun hat. Und der Ober-Herumsteher in Österreich ist ohnehin frühpensioniert. Diese Leute richten, im Gegensatz zu unseriösen Spendenkeiler-Organisationen wie 1000+ wenigstens keinen Schaden an. Die Idee, dass Frauen nur Sex haben sollten wenn sie Kinder haben wollen finde ich originell - müsste dann ja aber für Männer auch gelten, oder? Aber vielleicht sollten Sie mit der Idee bei den "Rekos" kandidieren - würde denen vielleicht um 0,0001 % mehr Stimmen bringen, bei den vielen Blogger-Freunden, die Sie haben ;-)

Borrachon hat gesagt…

Entschuldigen Sie bitte, ein Fehler:
Es muss naturlich in der ersten Zeile heißen: "...die man NICHT als Waffen bezeichnen kann..."

Ester hat gesagt…

@ borrachon
bei der Wahrheit geht es nicht um die Mehrheit, und die Zustimmung, sondern um die Wahrheit.
Und seien wir ehrlich, sooooo wichtig ist der Sex nun auch nicht, wie immer getan wird.
Vielleicht sind Kinder im Grunde die einzige Rechtfertigung für die ganze Aktion, die sehr intim, sehr Verstandausschaltend und im Grunde dazu führt, dass "post coitum anima mortuus" ist.
Die alten Römer hatten da schon was begriffen, was wir noch nciht begriffen habe, aber sooooo genial ist es praktisch mit der befreiten Sexualität nun doch nciht, wenn sie die einschlägigen Artikel in den Zeitschriften beim Zahnarzt im Wartezimmer lesen.
Viel Frust, wenn man es richtig sieht

Alipius hat gesagt…

@ borrachon: Natürlich gilt "Kein Sex" dann auch für Männer. Aber ich habe ja in meinem letzten Kommentar ausführlich geschildert, warum man sich an die Frauen wenden sollte.

Da ich die Organistion 1000plus unterstütze, wüßte ich gegen den Vorwurf der Unseriösität gerne mehr. Gibt es Quellen, wo ich darüber und über den von der Organisation offenbar verursachten Schaden etwas nachlesen kann? Ich möchte mich gründlich informieren, bevor ich meine Unterstützung gegebenenfalls einstelle. Danke!

borrachon hat gesagt…

@alipius:
ich vertraue da mal jenen Christen, die näher dran sind und besseren direkten Einblick haben als Sie und ich. So zum Beispiel das Bistum Freiburg, das ausdrücklich davor warnt, diesen Leuten Geld zu geben. Oder die ehemalige Vorsitzende, die sinngemäß behauptet dass dort nur einem geholfen wird nämlich dem neuen Vorsitzenden. Dessen Auftritte in der Öffentlichkeit wirken (soweit auf youtube nachverfolgbar) auch nicht gerade sehr vertrauenserweckend um nicht zu sagen er verzapft kompletten Unsinn und hat von der Materie offensichtlich keine Ahnung. Die ganze Seite wirkt mit ihren niedlichen Babybildern wie eine hochprofessionell gemachte Spendenkeiler-Plattform. Und glauben Sie mir in dem Metier kenne ich mich auf.

Alipius hat gesagt…

@borrachon: Naja... Ein Erzbistum, das um einen Teil seiner Spendenpfründe bangt, ein sinngemäßes Zitat, das sich auf die Schnelle nicht finden läßt, öffentliche Auftritte, die ohne konkrete Widerlegung als kompletter Unsinn bezeichnet werden und die Tatsache, das etwas so wirkt, wie etwas anderes, mit dem man sich auskennt: All dies überzeugt mich erst einmal nur mittelmäßig.

Ester hat gesagt…

Ich muss was 1000+ angeht borrachon zustimmen.
Ich kenne die Birke von früher, habe da selber auch Leute (schwangere Frauen) hingeschickt und die waren wirklich sehr, sehr gut.
Weil es sehr persönliche Sachen sind, scheue ich mich etwas das so öffentlich auszubreiten, aber die haben sich wirklich gemüht, und ihren Schwerpunkt auf praktische Hilfe gehabt. Also auch z.B dafür gesorgt, wenn es denn sein musste, dass morgens um 6 jemand kam um die hochschwangere Mutter, die mit Vorwehen zu kämpfen hatte, was die Versorgung der vorhandenen Kleinkinder anging, zu entlasten u.ä und ganz anders gelagertes.
1000+ setzt den Schwerpunkt auf Lobbyarbeit, und Fundraising, jedoch Fundraising, nicht um wie die "alte" Birke, halt Geld zu haben um helfen zu können und erst sekundär zu versuchen "Werbung" zu machen.
Ich finde auch Plakate, Lobbyarbeit und all das nicht prinzipiell schlecht, habe bei 1000+ (obwohl wir die Bilder auch auf dem Blog haben, einfach weil sie gut sind) trotzdem das Gefühl, das ist nicht das, was es mal war.
Und ja das ist damals wirklich komisch gelaufen, so dass ich mich auch schwer zurückhalte was die Unterstützung für 1000+ angeht.
Es ist wie gesagt nicht verkehrt, aber irgendwer muss den Frauen im Konflikt doch helfen!

Borrachon hat gesagt…

@alipius:
Es kann Sie überzeugen was Sie will. Mich überzeugt ein selbsternannter Experte nicht, der gleich am Anfang diesem Vortrags link unten von "5 Millionen Frauen schwadroniert, die in den letzten 40 Jahren abgetrieben haben.." obwohl es sich in Wirklichkeit um 5 Millionen Abtreibungen handelt. Und der dann ein angebliches "Beratungskonzept" vorstellt, dass eher an NLP Manipulation erinnert. Aber das führt etwas zu weit.
Mich wundert außerdem ein wenig warum ein katholischer Priester Seiten auf seine Blogroll nimmt auf der sich solche Inhalte finden: ....daß auch die Schwarzen (nein, nicht die paar immigrierten Neger sind in Österreich damit gemeint, sondern die ÖVPler).....
Was gefällt Ihnen so an Salon-Rassisten und Nebenerwerbs-Hasspredigern wie "Le Penseur"?


https://www.youtube.com/watch?v=tV76TfIPaQQ

Alipius hat gesagt…

@ borrachon + Ester: Hmm... Okay. Ich wußte nur, daß 1000plus und die Birke zusammenarbeiten. Ich wußte nicht, daß da einmal etwas komisch gelaufen ist. Ich werde weiterhin Augen und Ohren offenhalten. Ich finde es aber grundsätzlich nicht schlecht, wenn ein Projekt versucht Lobbyarbeit zu machen, sofern diese Arbeit zu einem insgeamt anderen Bewußtsein in puncto Schwangerschaft führen soll. Denn dort, wo Frauen geholfen wird, die ungewollt schwanger sind, weden ja wieder nur die Symptome bekämpft. Arbeit in die Richtung eines grundätzlichen Umdenkens in der Gesellschaft fände ich schon gut, vorausegesetzt, 1000plus geht da mit den Spenden verantwortungsvoll um.

Ester hat gesagt…

also wie gesagt, die "alte" Birke die gibt es so nicht mehr.
Die Gründerin hat jetzt unter einem anderen Namen "Tiqua" noch mal ganz von vorne angefangen.
Und ja ich finde Lobbyarbeit, der Versuch Bewusstsein zu ändern auch prinzipiell nicht schlecht, das nicht.
Ich wehr mich auch dagegen unsere katholischen Familiengeschichten allzusehr in der Öffentlichkeit auszubreiten, aber ja vielleicht könnten Sie ja mal über Tiqua versuchen die andere Seite zu hören.

borrachon hat gesagt…

@alipius:
zu Ihrer Haltung zum Thema Abtreibung fällt mir wenig ein. Das einzige dazu: ich würde mich darüber freuen, wenn ein Frau aus meinem Bekanntenkreis schwanger wird, würde sie sicher unterstützen wenn sie in Problemen ist und ihr alles Gute wünschen. Und ich würde ihr ziemlich sicher zu keiner Abtreibung raten.
Aber zurück zum Thema: bei der 1000+ Truppe habe ich den Eindruck dass es weniger darum geht Menschen zu helfen sondern mehr darum andere zu verunglimpfen - vor allem Donum Vitae aber auch die Caritas. Das kommt aus dem Video, das ich gepostet habe klar hervor. Alleine die Behauptung, dass eine Frau, deren Freund droht sie aus der Wohnung zu weisen, weggeschickt bzw. mit einem Beratungsschein abgespeist wird ist offensichtlich Blödsinn. Ich kann mir nicht helfen, mir ist das Ganze zu glatt. Dieses "gebt mir nur genug Geld und ich rette alle Kinderlein" glaube ich einfach nicht. Es gibt gute Gründe warum sich seriöse Berater wie z.B. die Aktion Leben in Österreich von solchen Leuten öffentlich distanzieren.