Donnerstag, 22. Mai 2014

Ja, klar...

RE: "Verwirrung unter den Gläubigen"...

Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer hat die Selbst-Exkommunikation von Martha Heizer, der österreichischen vorsitzenden von "Wir spielen Kirche" festgestellt (Martha Heizer: "Nehme Dekret nicht an und akzeptiere Verfahren nicht!")

Andererseits hat Papst Franziskus Martha Heizer exkommuniziert (WisiKi-Deutschland Vorsitzender Christian Weisner: "Die Entscheidung zeigt, dass der Geist von Franziskus noch nicht im Kurienapparat angekommen ist.")

Lieber Geist des Konzils, ich habe eine frohe Nachricht für Dich! Du bist nicht mehr alleine! "Der Geist von Franziskus" wird künftig mit dir Händchen halten!

[Kopf -> Wand]

Kommentare:

ohne Eigenschaften hat gesagt…

Paradox! Wenn der Geist von Franziskus nicht bei Franziskus angekommen ist, welcher Geist ist dann bei Franziskus?

ohne Eigenschaften hat gesagt…

WiSiKi fordert zu Protest- und Solidaritätsschreiben an den Bischof von Innsbruck und das Ehepaar Heizer auf:
http://www.wir-sind-kirche.de/?id=125&id_entry=5315

Ich bin dem natürlich sofort nachgekommen. 0:-)

Anonym hat gesagt…

Und es gibt sie nach wie vor, die Reporter, die WisiKi als "katholische Reformgruppe" mißverstehen ... siehe etwa

http://www.gmx.at/themen/nachrichten/oesterreich/46badti-kirchenreformerin-oesterreich-exkommuniziert#.focus.Keine%20Chance%20f%C3%BCr%20Reformen.208.1518

Merke: Wenn die WisiKis "Kirchenreformer" sind, dann bin ich mit meinen paar Leserbriefen und Kommentaren auf Internet-Blogs Chef einer internationalen Presseagentur.

Ich rufe alle gleichgesinnten Kommentatoren und -innen auf, sich nicht länger von einer weltfremden Hierarchie unterdrücken zu lassen: Wenn IHR wollt, wird es wahr! Öffnet die Presseagentur-Branche für das Volk!

Zwetschgenkrampus

Smilodon hat gesagt…

Also ehrlich gesagt, ein bisschen verwirrt bin ich auch:
Eucharistie feiern ohne Priesterweihe hat als Tatstrafe nämlich nur das Interdikt zur Folge (CIC, Can. 1378 §2. 1°), nicht die Exkommunikation.
Wenn die sich also eine Strafe SELBST zugefügt haben, dann höchstens das Interdikt.
Sind sie tatsächlich exkommuniziert, dann nicht auf Grund einer Tatstrafe, sondern einer Spruchstrafe. Und eine Spruchstrafe muss jemand, der in der Hierarchie weiter oben steht, verhängt haben. Mindestens Bischof Scheuer oder irgendwer darüber.
Oder kennt sich der Bischof womöglich nicht so richtig im Kirchenrecht aus, weil er über solche Dinge wie Selbst-Exkommunikation nach einer unbefugter Eucharistiefeier redet?
Wie schon gesagt: Ich bin verwirrt.

Matthias Ruckenbauer hat gesagt…

@Smilodon
Hat der Herr Bischof das denn wirklich gesagt? Ich kann mich momentan nicht erinnern in einem *wörtlichen* Zitat von ihm das gelesen zu haben, nur in der Berichterstattung darüber, was er denn angeblich gesagt haben soll. Indirekte Rede ist in Medien-Berichten immer mit Vorsicht zu genießen.

borrachon hat gesagt…

Nur mal so eine Frage Alipius: Sie schreiben, der Papst habe die Frau exkommuniziert. Ist es nicht kirchenrechtlich so, dass man sich selbst exkommuniziert und diese Tatsache nur von der Kirche festgestellt wird?

Cicero hat gesagt…

Noch ein kleines Gespenst. Das kann ja heiter werden.
Es ist aber genau das, was ich vor ca. 1 Jahr prophezeit habe, nämlich die böse Kurie, die gegen den guten Papst arbeitet.
Nach diesem Rezept wird man uns jetzt noch so manchen phantasiejournalistischen Cocktail mixen.

Alipius hat gesagt…

@ borrachon: Ich wollte mit dem Satz "Andererseits hat Papst Franziskus Martha Heizer exkommuniziert" die verlinkte focus-Schlagzeile wiedergeben (richtig müßte diese heißen: "Glaubenskongregation stellt im Namen des Papstes die Exkommunikation von Fr. Heizer fest und beauftragt Diözesanbischof Scheuer, ihr die Feststellung mitzuteilen").

Zur Frage: Man exkommuniziert sich nicht automatisch immer selbst. Die Kirche unterscheidet zwischen der Tatstrafe, d.h. der Exkommunikation, die mit dem Begehen eines schwerwiegenden Deliktes eintritt und von der Glaubenskongregation im Namen des Papstes festgestellt wird, und der Spruchstrafe, die von einer zuständigen Autorität ausgesprochen wird.

Smilodon hat gesagt…

1. @Matthias Ruckenbauer
Dann folgen Sie doch einfach dem Link, den @Alipius in seinem Artikel angeben hat. Er führt zu dieser Adresse:
http://de.radiovaticana.va/news/2014/05/22/%C3%B6sterreich:_bischof_scheuer_stellt_exkommunikation_von_martha_heizer/ted-801283

2. @Alipius 23.5., 14:37
Und wie ist das jetzt nochmal? (Hab ich schon einmal weiter oben gefragt)
Haben die sich jetzt SELBST das Interdikt zugezogen, wie in so einem Fall vom Kirchenrecht vorgesehen (Tatstrafe), oder sind sie VON JEMAND ANDEREM exkommuniziert worden (Spruchstrafe)?
Exkommunikation als Tatstrafe geht nämlich bei unbefugter Eucharistiefeier nicht, Exkommunikation als Spruchstrafe schon.
Warum ich so darauf herumreite, ist, weil ich folgendes Problem habe:
Hat Tirol einen Diözesanbischof, der sich nicht im Kirchenrecht auskennt oder hat Tirol einen Diözesanbischof, der zu feig ist, zu sagen, dass die Exkommunikation eine Spruchstrafe war? So nach dem Prinzip: Wenn ich sage, die sind nicht exkommuniziert worden, sondern haben sich selbst exkommuniziert, wird uns die Presse hoffentlich weiterhin gewogen sein.
Oder hat man bei den Heizers womöglich Häresie/Apostasie festgestellt (wäre durchaus vorstellbar, und das würde auch tatsächlich zu einer Selbst-Exkommunikation führen), und traut man sich das wieder nicht öffentlich zu sagen?

Alipius hat gesagt…

@ smilodon: Da der Fall durch die Glaubenskongregation ging, muß man annehmen, daß es sich um ein "schwerwiegendes Delikt" gehandelt hat, weil nur die Glaubenskongregation laut den "Prozessnormen für die sogenannten schwerwiegenden Delikte (delicta graviora)" hier für die Feststellung oder die Auferlegung von Strafen zuständig ist. Warum im CIC ein Interdikt als Strafe steht aber nun die Exkommunikation festgestellt wurde, kann ich auch nicht sagen. Möglich, daß es um mehr ging, als nur den Versuch, das eucharistische Opfer zu feiern. Ich denke, es könnte daran liegen, daß das Ehepaar Heizer sein Verhalten nicht ehrlich bedauerte, was von der Glaubenskongregation im September 2012 als Bedingung für die Nicht-Aufnahme des außergerichtlichen Strafverfahrens gefordert wurde.

Smilodon hat gesagt…

Danke, @Alipius
Was Sie schreiben, ist plausibel (und war ja auch ein Verdacht meinerseits).
Nur: Mein Problem war nicht, dass es statt eines Interdikts eine Exkommunikation geworden ist, sondern warum der Bischof einerseits NUR von den unberechtigten Eucharistiefeiern spricht und andererseits von SELBST-Exkommunikation (also von Tatstrafe). Nochmals: Als Tatstrafe kann man sich in diesem Fall nur das Interdikt zuziehen, die Exkommunikation wäre dann eine zusätzliche Spruchstrafe, also keine Selbst-Exkommunikation.
Falls es sich bei der Exkommunikation um eine Tatstrafe (also Selbst-Exkommunnikation) handelt, haben sich die Heizers mehr zuschulden kommen lassen als nur diese Pseudomessen.
Egal, was jetzt der Fall ist: So, wie es der Bischof sagt, kann es nicht sein.

Chrysostomus hat gesagt…

Ich weiß gar nicht, was die ganze Medienaufregung soll. Erstens sind die Wisikis eine schon sehr kleine Gruppe und ihr Altersdurchschnitt läßt eine biologische Lösung in sehr absehbarer Zeit erwarten. Zweitens kenne ich Martha Heizer aus meiner Innsbrucker Studienzeit in den 80ern "von Weitem". Sie war damals schon ständig auf Oppositionskurs. Einer Profilierung war sie nie abgeneigt
Und wie das eben so ist: Es bildet sich ein Zirkel um solche "Führungsfiguren". Man beklatscht sich gegenseitig - und schaukelt sich hoch. Radikalisierung eben. Daß das irgendwann so endet war fast logisch. Und mir scheint, sie hat diese Entwicklung geradezu gesucht. Sie ist Theologin, weiß wie die Regeln sind. Sie hat jahrelang ihre Messen simuliert und sich damit öffentlich gebrüstet. Die Provokation ist lange genug geduldet worden. Nun hat sie, was sie will, nämlich einen Märtyrerstatus bei den Wisikis. Soll sie ihn genießen. In einer Woche haben die Medien schon 20 andere Säue durchs Dorf getrieben und sie längst wieder vergessen.

Matthias Ruckenbauer hat gesagt…

@Smilodon
Danke - dort ist der Herr B
ischof wörtlich damit zitiert und ich komme nicht umhin zuzustimmen, daß das nicht korrekt erscheint. Verstehen kann ich es aber schon. Es ist sehr schwierig geworden ungeschminkt und gerade aufzutreten ohne sofort niedergebrüllt und dann völlig unreflektiert mit Dreck beworfen und/oder in eine Schublade gesteckt zu werden. Richtig wäre es trotzdem, aber wer kann denn am Ende schon aus seiner Haut hinaus und dem Heiligen Geist mehr vertrauen als seinem eigenen Denken. Ich sicher nicht (zum Beispiel jetzt gerade, wenn ich meine, daß ich es besser weiß :-)) aber der Herr macht aus dem was wir tun letztendlich ohnehin was *er* will.
Matthias

Alipius hat gesagt…

@ smilodon: Ich sehe eben, daß sich die Glaubenskongregation in dem von Dir verlinkten radiovaticana-Artikel nicht auf can. 1378 beruft sondern auf can. 1379 ("Wer außer in den Fällen von can. 1378 eine Sakramentenspendung vortäuscht, soll mit einer gerechten Strafe belegt werden"). Wörtlich heißt es bei radiovaticana: "Die Glaubenskongregation habe festgestellt, dass es sich um einen Fall handle, der gemäß Canon 1379 des Kirchengesetzbuches CIC zur Tatstrafe der Exkommunikation führe."

Sprich: Die Heizers haben sich mit einer vorgetäuschten Sakramentenspendung so weit aus dem Fenster gelehnt, daß als "gerechte Strafe" (can. 1379) nur die Exkommunikation in Frage kam.

Matthias Ruckenbauer hat gesagt…

Da muss ich jetzt aber doch einmal Erbsenzählen!

Can. 1379 lautet:
"Wer außer in den Fällen von ⇒ can. 1378 eine Sakramentenspendung vortäuscht, soll mit einer gerechten Strafe belegt werden."
Der Vesuch der feier des Eucharistischen Opfers ohne Priesterweihe ist in Can 1378 §2, lit 2 aber taxativ aufgeführt, fällt also nicht unter "außer in den Fällen". Zudem spricht Can. 1379 davon den Schuldigen mit einer Strafe zu *belegen* was nicht dem Character einer Tatstrafe entspricht.
Näher kommt man vermutlich mit §3 des Can. 1378 der bei schweren Delikten nach §2 eine schwerere Strafe, Exkommunikation nicht ausgeschlossen, ermöglicht. Auch das wäre dann aber eine Spruchstrafe, die Tatstrafe kann, soweit ich das aus dem CIC jetzt sehe "nur" das Interdikt sein.


Wollen wir annehmen, daß der Herr Bischof sich nur etwas verkürzt ausgedrückt hat, auch um nicht den Eindruck zu erwecken es gäbe Formen von Sakramentssimulationen, die "nicht so schlimm" sind (weil "nur" Interdikt).

Matthias

Alipius hat gesagt…

@ Matthias: Stimmt alles. Die Frage ist nur, warum es bei radiovaticana heißt, die Glaubenskongregation habe festgestellt, daß es sich um einen Fall handle, der gemäß Canon 1379 des Kirchengesetzbuches CIC zur Tatstrafe der Exkommunikation führe. Wurde neben dem Vesuch der Feier des Eucharistischen Opfers ohne Priesterweihe noch die Spendung eines anderen Sakramentes vorgetäuscht?

ohne Eigenschaften hat gesagt…

Sehr frech finde ich, daß das Ehepaar Heizer in seiner Reaktion die Exkommunikation mit der Kreuzigung des Herrn selbst parallelisiert: Wir haben diese Strafe erwartet. „Wir haben ein Gesetz und nach dem Gesetz“ müssen wir so zur Verantwortung gezogen werden. Mit Zitat aus Joh 19,7 in hervorhebenden Gänsefüßchen!

Und die Kirche soll dann wohl der Mob derjenigen Juden sein, die rufen: „Kreuzige! Kreuzige!“

Sehr traurig, die ganze Sache! :-(

Smilodon hat gesagt…

@Alipius 24.5. 8:43 und 14:29

Can.1379 lautet:
"Wer außer in den Fällen von can. 1378 eine Sakramentenspendung vortäuscht, soll mit einer gerechten Strafe belegt werden."
Also keine Rede von Tatstrafe, sondern von Spruchstrafe.
Warum es bei "radiovaticana" heißt, dass ein Verstoß gegen Can.1379 zu einer Tatstrafe (welcher auch immer) führen soll, frage ich mich jetzt auch.

Smilodon hat gesagt…

Ergänzung zu meinem Posting von 16:24
Kann sein, dass ich "radiovaticana" ungerecht beurteilt habe (irgendwie wollte ich in meinem Posting durchblicken lassen, dass die etwas Falsches geschrieben haben).
Ich habe nochmals genauer nachgelesen und festgestellt:
"Radiovaticana" berichtet nicht darüber, was die Glaubenskongregation bezüglich Can.1379 festgestellt hat, sondern darüber, was Bischof Scheuer bezüglich Glaubenskongregation und Can.1379 erzählt hat.