Samstag, 24. Mai 2014

Das ist einigermaßen verstörend...

Die iranische Schauspielerin Leila Hatami hat bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes dem Festival-Präsidenten Gilles Jacob ein Küßchen auf die Wange gegeben.

Das brachte ihr gleich mal deftiges Stirnrunzeln der Autoritäten ihres Heimatlandes ein. Vize-Kulturminister Hossein Noushabadi findet:
    "Those who attend intentional events should take heed of the credibility and chastity of Iranians, so that a bad image of Iranian women will not be demonstrated to the world" [Diejenigen, die internationale Veranstaltungen besuchen, sollten acht geben auf die Glaubwürdigkeit und die Keuschheit der Iraner, so daß der Welt nicht ein schlechtes Bild iranischer Frauen präsentiert wird]
Iranische Frauen seien das Symbol der Keuschheit und Unschuld, fügte Noushabadi hinzu. Hatamis "unangemessene Anwesenheit" auf dem Festival "stimmt nicht mit unseren religiösen Ansichten überein".

Vielleicht ermuntert durch die Worte des Ministers, haben nun einige iranische Studenten eine Klage bei der Justiz eingereicht, die sich so liest:
    "We, the undersigned, who are a group of student Muslim brothers and sisters, ask the cultural and media branch of the judiciary to prosecute Leyla Hatami for her sinful act of kissing a strange man in public, which according to article 638 of Islamic Criminal Justice carries a prison sentence. Furthermore, the action of this film star has hurt the religious sentiments of the proud and martyrs breeding nation of Iran and as such we also demand the punishment of flogging for her as stipulated in the law." [Wir, die Unterzeichnenden, eine Gruppe studierender Muslim-Brüder und -Schwestern, bitten die Kultur- und Medien-Abteilung der Justiz, Leyla Hatami strafrechtlich zu verfolgen wegen ihres sündhaften Aktes, einen fremden Mann öffentlich zu küssen, was laut Artikel 638 der islamischen Strafrechts eine Gefängnisstrafe mit sich bringt. Zudem hat die Tat dieses Filmstars die religiösen Gefühle der stolzen und Märtyrer züchtenden Nation des Iran verletzt und als solche verlangen wir für sie ebenfalls die Bestrafung mit Auspeitschung, wie im Gesetz vorgeschrieben][
Ich versteh's einfach nicht...

"Wegen dieses Küßchens auf die Wange müssen wir befürchten, daß man weltweit ein schlechtes Bild von iranischen Frauen bekommt und sie für hysterische Sexbestien hält, die sich beim kleinsten Augenzwinkern eines Kerls sofort die Klamotten vom Leib reißen und sich lüstern stöhnend um die Inneneinrichtung wickeln! Das darf einfach nicht geschehen!"

"Ich finde, wir sollten die Alte einsperren und auspeitschen, damit die Welt stattdessen sieht, wie vernünftig und gesund es bei uns im Iran zugeht!"

"Joh, finde ich auch! Komm, wir formulieren eine Klage!"

Man darf ja gerne gemeinsam mit den Muslimen eine gewisse Dekadenz in unserer Gesellschaft feststellen (tu ich hiermit auch einfach mal offiziell). Wenn allerdings DAS die Art und Weise sein soll, wie auf (vermeintliche) Anzeichen dieser Dekadenz reagiert wird, dann sehe ich mir aber lieber 100 Conchita Wursts an.

Kommentare:

Elsa hat gesagt…

Ärgs.
Wenn das jetzt bei mir stünde, würden sich wieder irgendwelche pseudotraditionalistischen Vollnasen melden und kommentieren, dass der Iran (statt letzterdings noch Putin) die Weltherrschaft übernehmen müsse.
Übrigens küssten sich Christen zur Begrüßung noch im Mittelalter (natürlich mit geschlossenen Lippen) direkt auf den Mund, soweit ich informiert bin.
Es ist überhaupt der große Fortschritt des Christentums gewesen, die Liebe und Zärtlichkeit statthaft zu machen und von der "sogenannten" Unzucht und/oder dem sexuellen Akt direkt zu entkoppeln.
Etwas, was ich nach wie vor sinnvoll finde.

Elsa hat gesagt…

Mit deinem Schlusssatz stimme ich aber explizit NICHT überein;-)

(Und schon gar nicht gehört er ins Thema hinein, aber das passiert mir auch gerne...)

Alipius hat gesagt…

@ Elsa: Das hat jetzt zwar nichts mit dem Thema zu tun, aber ich freue mich, daß Du mal wieder hier kommentierst! Kommst Du im September zum Bloggertreffen nach Erfurt?

F. M. hat gesagt…

Es ist überhaupt der große Fortschritt des Christentums gewesen, die Liebe und Zärtlichkeit statthaft zu machen und von der "sogenannten" Unzucht und/oder dem sexuellen Akt direkt zu entkoppeln.

Sex ohne Liebe, Liebe ohne Sex. Ja, das ist echt katholisch, römisch-katholisch. Und höchst wahrscheinlich der Grund dafür, dass die Menschen die katholische Ehe- und Sexualdoktrin einfach vom Tisch gefegt haben. Die Trennung von Liebe und Zärtlichkeit von Sexualität und umgekehrt.

kalliopevorleserin hat gesagt…

F.M., das permanente Gleichsetzen von Liebe und Sex (als ob Liebe nur im Sex bestünde oder Sex die einzige Ausdrucksweise der Liebe wäre) macht beides kaputt, den Sex und die Liebe.

Die Gleichsetzung der Wörter Liebe und Sex führt dazu, daß Sätze wie "Ich liebe meine Mutter / meinen Vater / meinen Bruder / mein Kind" bald nur noch bei verschlossenen Türen geflüstert werden dürfen.

F. M. hat gesagt…

F.M., das permanente Gleichsetzen von Liebe und Sex ...

Das permanente Trennen von Sex und Liebe, ist genau die Ursache, die der katholischen Sexualdoktrin das Genick gebrochen hat. Die Menschen wissen, dass beides zusammen gehört. Zur Liebe (Sie wissen genau, WELCHE Liebe gemeint ist....) gehört die gelebte und erfüllte Sexualität, sonst verhungert die Liebe. Aber woher sollte dies ein katholischer Kleriker das auch wissen können?

Elsa hat gesagt…

F.M., entschuldigen Sie bitte, aber informieren Sie sich erstmal über Liebe generell. Sie werden mir doch nicht erzählen wollen, dass die größte Liebe, die die Menschheit kennt, nämlich die Mutterliebe, irgendwie mit Sex konnotiert sei, außer natürlich bei der Entstehung des Kindes:-). Sie werden mir ebensowenig plausibel machen können, dass eine Liebe zwischen Geschwistern nicht sein kann ohne eine sexuelle Komponente. Sie werden mir auch nicht erzählen können, dass ein Enkelkind mit seinen Großeltern oder Onkeln dringend Sex haben muss, sondern dass DIESE LIEBE PER SE existent ist völlig ohne körperlichen Einsatz. Ausgenommen des Herzens und Küssens meinetwegen.
Sie werden mir doch nicht zu guter letzt noch erzählen wollen, Sie gingen damit D'accord, dass eine Frau einen Mann nicht keusch auf die Wange küssen darf - oder plädieren Sie für Artikel 638?

Elsa hat gesagt…

@Alipius: Vermutlich nicht - Mamma non sta bene e non puo stare sola.
Ich kommentiere hier seltener, weil dein Bloganbieter unglaublich komplizierte captcha-Bilder anwendet und ich das sehr anstrengend finde, es hat also nichts mit dir zu tun;-)

Elsa hat gesagt…

Achja F. M.:
Hören Sie auf, hier einem zölibatären Kleriker zu unterstellen, er wüsste nicht über das Wesen der LIEBE bescheid.
Sie entblößen sich nur selbst dabei.
Vielleicht weiß einer, der keinen Sex hat, mehr über die Liebe, als Sie. Zumindest sollten Sie das in Betracht ziehen, bevor Sie herumtönen. DANKE.

Anonym hat gesagt…

... dass die größte Liebe, die die Menschheit kennt, nämlich die Mutterliebe,...

Der klassische katholische Denkfehler, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, die sexuell konnotierte Liebe.
Katholische Liebe DARF mit Sex einfach nichts zu tun haben, deswegen muss ganz schnell eine Liebe her, die viiiiel größer sein MUSS, als diese klebrige, schmierige Liebe, die auch sexuelle Erfüllung sucht. Was Wunder, wenn man diese extreme Überhöhung der Jungfräulichkeit (ganz besonders die von Frauen natürlich, bei den Männern geht man da gerne mit einem Augenzwinkern drüber weg) in Betracht zieht, die auch die Sexualität so schmutzig erscheinen lässt.
Und Liebe mit sexueller Anziehung zwischen Geschwistern? Darüber sind ganze Romane verfasst worden und nicht die schlechtesten. Und dass Geschwisterliebe, auch mit sexueller Komponente, nicht unbedingt sanktioniert werden muss, ist in zivilisierteren Gesellschaften nicht gänzlich unbekannt. Das Inzestverbot ist, wie zum Beispiel die strafrechtliche Verfolgung der "Kuppelei" durchaus religiös bedingt und hat im Strafrecht wenig bis nichts verloren.
Aber wie auch immer, die Freuden und Leiden von Liebe und Sexualität und den wechselseitigen Bedingtheiten sind den Menschen wohlbekannt, alleine das katholische Lehramt scheint mit seiner Verteufelung geschlechtlicher Liebe noch immer nicht zu wissen was Liebe, auch geschlechtliche Liebe, bedeutet, bewirkt und in den Herzen der Menschen erfüllt.
Vielleicht haben Sie über die rein naturwissenschaftliche Seite einen besseren Zugang, denn über die religiöse mit all ihren sexuellen Irrungen und Wirrungen.
Sehen Sie es einfach so, dass die semikonservative Reduplikation der Desoxyribonukleinsäure die grossartigste Erfindung der Evolution (oder Gottes, ich vermuten, Sie neigen eher zu einer theistischen Alternative) ist, weil nur so die Evolution ihr volles Potential mit den Milliarden vorhandenen Möglichkeiten ausschöpfen konnte und kann; die Evolution geht ja weiter, sie steht nicht still. Und zu dieser Art von Rekombination von Informationen braucht die Natur einfach den Sex und genau deswegen hat sie die Liebe mit sexueller Komponente auch so stark gemacht. Sie haben mit Ihrer Bemerkung über Mutterliebe natürlich auch nicht ganz Unrecht, weil lang dauernde Brutpflege bei unsrer Species (Sie erinnern sich an den Biologieunterricht? Wir sind Haplorhini, also Trockennasenaffen) einfach überlebenswichtig ist für die Art. Das muss aber nicht so sein, es geht bei anderen Arten auch ganz ohne Brutpflege; aber Sex muss sein, aus den oben genannten Gründen und deswegen wurde er von der Natur mit den starken Anziehungskraft, man nennt sie eben auch Liebe, ausgestattet.

Aber es ist völlig egal, wie das katholische Lehramt, das ja aus katholischen Klerikern, Männern, meist alten Männern, die dem Pflichtzölibat unterworfen sind, über die Liebe denkt. Sie ist stärker als alle Religionen und Kirchen und Lehrämter. Das beginnen sogar ein paar noch hartleibigere Religionsführer (auch nur Männer, warum wohl?) zu begreifen und versuchen verzweifelt mit strengsten Strafen, wurde nicht aus Auspeitschung der Pönitentin gefordert?, dagegen zu halten. Auf Dauer wird das nicht funktionieren.
Und jetzt sollten wir es gut sein lassen. Sie versuchen weiter Ihre Liebe nach den fast dreitausend Paragrafen des Katechismus der Katholischen Kirche zu regeln, immerhin über achthundert Seiten, da weiss man, was man hat und ich schmökere weiter in meinem Eric Berne und Anthony Harris über die Transaktionsanalyse und bei NCBI über die Heilbarkeit von Liebeskummer mit Pharmazeutika.

F. M. hat gesagt…

Ich bitte allerseits um Verzeihung, ich wollte meine lange Suada nicht anonym absetzen, aber im Eifer des Gefechts ist es passiert. Der lange Text oben stammt von mir F. M.

Chiqitac hat gesagt…

Lieber F.M., eigenlich wollte ich mich ja aus dem Thema ganz heraushalten, aber ich kann einfach nicht stehen lassen, dass das, was Sie da als naturwissenschaftliche Seite anführen großteils schlicht eine Anhäufung von (teils auch noch falschen) Fachworten ist, die SO leider nicht zusammengehören.
Es gibt den Vorgang der REPLIKATION der DNA, dieser allerdings ist tatsächlich semikonservativ. Er wird benötigt für's Wachstum, hat aber mit sexueller Fortpflanzung nicht viel zu tun - und der Zusammenhang zur Evolution ist hier auch nur so gegeben, wie in (fast) allen anderen molekularen Vorgängen auch.
Informieren Sie sich doch bitte das nächste Mal genauer, bevor Sie mit Halbwissen und Halbwahrheiten in einer Diskussion punkten wollen.

(Und im Übrigen schließe ich mich inhaltlich Elsa an)

Ester hat gesagt…

Für mich hört der Text der Studenten sich an, wie wenn der halt gefordert gewesen wäre.
So ein bisschen in dem Stil:

Liebe Studenten heute in der Tutorstunde wollen wir über diesen Vorfall reden! Wer von euch braucht noch einen Bonuspunkt? bedenkt bald sind Prüfungen!

Alipius hat gesagt…

F.M.: Sie sind bedauerlicherweise nichts weiter als ein Troll, der sich vielleicht irgendwo in der Naturwissenschaft ein weig auskennt, aber von der Katholischen Kirche und ihrer Lehre offensichtlich nur das kennt, was er aus Dan Brown-Verfilmungen, Karlheiz Deschner-Büchern, dem SPIEGEL und der Rückseite von Cornflakespackungen gelernt hat. Ich hatte Ihnen schon einmal gesagt, daß Sie hier fertig sind. Tun Sie uns allen einen Gefallen: Zeigen Sie, daß Sie wenigstens etwas Selbstachtung haben und kommen Sie nach diesem Rausschmiß nicht noch einmal bettelnd hierher um Sich eine weitere blaue Nase zu holen. Danke!

borrachon hat gesagt…

Das ist wirklich erschreckend. Diese Schiitischen Fundis sind ja fast so schlimm wie die Pius-Bruderschaft.

Le Penseur hat gesagt…

Zu Ihrem Schlußsatz ...

Man darf ja gerne gemeinsam mit den Muslimen eine gewisse Dekadenz in unserer Gesellschaft feststellen (tu ich hiermit auch einfach mal offiziell). Wenn allerdings DAS die Art und Weise sein soll, wie auf (vermeintliche) Anzeichen dieser Dekadenz reagiert wird, dann sehe ich mir aber lieber 100 Conchita Wursts an.

... Reverende Domne,

erlaube ich mir die Bemerkung, daß es in diesem Falle wohl gescheiter ist, eben nicht — wie der Volksmund meint — »das eine zu tun und das andere nicht zu lassen«, sondern genau umgekehrt, das eine nicht zu tun, und das andere dafür zu lassen ...

Alipius hat gesagt…

@ Le Penseur: Selbstverständlich. Aber ich denke, Sie haben schon verstanden, wie ich 's wirklich meinte.

Borrachon hat gesagt…

@Le penseur
ja die Conchita hat es euch rechten Brüdern wirklich angetan - wie man heute ja auch im Profil lesen kann ;-)

Alipius hat gesagt…

@ borrachon: Sind Sie sicher, daß Sie das nötige Rüstzeug haben, zu erkennen, wer es wem angetan hat, wenn sie schiitische Fundis für "fast so schlimm" halten wie die Piusbrüder? Oder haben Sie F.M.s Rausschmiß dahingehend mißverstanden, daß ich nun einen Nachfolger für ihn suche? Ich darf Ihnen versichern, daß dies nicht der Fall ist. Ich bin für jedermann dankbar, der hier kommentiert uns sich NICHT als Troll erweist.

Anonym hat gesagt…

Also den Katechismus der Katholischen Kirche, ja, den habe ich studiert, die Bibel, ja, etliche Versionen davon, auch den FELS habe ich im Lektüreprogramm und sogar die unsäglichen Ergüsse des Civitas-Institutes. Aber CORNFLAKE-Packungen? Und noch dazu die Rückseite davon? Das ist doch nicht Ihr voller, katholischer Ernst Herr Alipius? Oder etwa doch?

Ihr zutiefst zerknirschter Forentroll vom Dienst.

Elsa hat gesagt…

Das ist doch Oberquatsch, dass man als Katholik irgendwie ein Problem mit Sex hätte. Immerhin haben Katholiken mehr Kinder als andere - woran liegt das wohl? Weil sie ein Problem mit Sex haben natürlich und Sex nicht sein darf oder wie? Deshalb Familien mit so vielen Kindern im Vergleich zu anderen Konfessionen? Die sind dann alle steril gezeugt worden oder was?
Wie blöd kann man denn sein....

Wenn ich sage: Dass Liebe DURCHAUS auch ohne Sex stattfindet und eine der intensivsten Formen davon sogar die Mutterliebe ist, dann kann man das doch als normal denkender MENSCH kapieren, meine ich? Oder ist das keine Tatsache, die allgemein bekannt ist?

Aber was red ich hier herum. Offenbar ist es wirklich zu diffizil für einige schlichte Denker.

Anonym hat gesagt…

Das ist doch Oberquatsch, dass man als Katholik irgendwie ein Problem mit Sex hätte.


Warum sollten Katholiken auch nur das allerkleinste Problemchen mit dem Sex haben? Es gibt für sie doch eineindeutige Regeln. Absolut ausschließlich in der sakramentalen Ehe zwischen Mann und Frau ohne eine mögliche Schwangerschaft wirksam auszuschliessen. Jede andere sexuelle Betätigung ist schwere (oder klebrige, wie Doctor Angelicus sagte) Sünde.
Und Sünden kann man bereuen, beichte, büssen und Ablass erwerben. Und gut ist's.

Nein, das Problem haben nicht die katholischen Laien. Das Problem hat der römisch-katholische Klerus. Dessen Ehe- und Sexualdoktrin wurde, wenn man den Klagen der Kirche glauben schenken darf, von den Menschen einfach vom Tisch gefegt.
Ich bin gespannt wie es weitergeht. Jetzt, wo der Untergang des christlich-jüdischen Abendlandes vor der Tür steht, in Folge der sexuellen Verwahrlosung der Menschen, die sich nicht mehr an die katholischen Ehe- und Sexualgesetze halten.
Und der Demografie. Und dem ganzen restlichen Elend das über uns herein bricht, nach den Aussagen von Frau Kuby und Frau Mewes.

PS: Mutterliebe ist nur nach katholischer Lehre die stärkste Liebe. Weil das halt so sein muss.

Ester hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Ester hat gesagt…

@ anonym
wenn sie ein bisschen Ahnung von der christlichen Lehre hätten dann wüssten sie das viel stärker als alle andere Liebe die Liebe zu Gott ist, die ist nämlich stark wie der Tod und noch stärker ist die Liebe Gottes zu den Menschen, die ist nämlich stärker als der Tod und auch dann noch da, wenn die Mutter ihr Kindlein vergisst.
Bibel lesen täte helfen! Hier ein Link http://www.bibelwerk.de/Bibel.12790.html/Einheitsuebersetzung+online.12798.html?mode=

borrachon hat gesagt…

Keine Angst Alipius, da bin ich mir ziemlich sicher. "Fast so schlimm" ist überspitzt formuliert, zugegeben - ich korrigiere mal auf "genauso schlimm". Denn dass die Piusbruderschaft verfassungsfeindliche Ziele verfolgt, werden Sie kaum leugnen können. So forderte zum Beispiel Franz Schmidberger in einer Zeitschrift des Civitas Instituts unter anderem die Abschaffung der repräsentativen Demokratie, die Wiedereinführung der Todesstrafe, das strafrechtliche Verbot der Homosexualität und die Abschaffung der Religionsfreiheit. Familienpolitisch möchte man zurück in die 60er Jahre wo Männer ihren Ehefrauen die Berufsausübung verbieten, Auslandsreisen verbieten, sie straffrei vergewaltigen und "züchtigen" durften. Auch kein großer Unterschied zum Iran heute. Im Iran wird übrigens die universitäre Ausbildung von Frauen gefordert, der Grad der Akdademisierung von Frauen ist hoch. Der Piusbruder Richard Williamson hingegen möchte Frauen überhaupt keine Universitätsausbildung zuerkennen - außer um als "Lehrerinnen in Mädchenschulen" zu dienen. Er wurde allerdings - als rechtskräftig verurteilter Krimineller - inzwischen angeblich aus der Bruderschaft ausgeschlossen.

Alipius hat gesagt…

@ borrachon: Richtig. Und Leila Hatami ist natürlich genau in dem Moment gerettet, wo wir darauf hinweisen, daß es in unserem Kulturkreis ein paar Spinner gibt, die verfassungswidrig feuchtträumen, ohne jemals die Macht erlangen zu können, diese Träume in Gesetze umzuwandeln. Oder einfacher: Wir werden uns in Zuknft gelassen zurücklehnen, wenn im Iran Homosexuelle zu Tode verurteilt werden, weil wir ja immerhin hoffen dürfen, daß es an den spinnerten Rändern der katholischen Welt Extremisten gibt, die genauso handelten, wenn sie denn könnten.

Es ist traurig und beschämend, wenn ein Fall wie der von Frau Hatami als Vorwand genommen wird, anti-katholische (wobei ich mit den Pius-Brüdern wirklich überhaupt keinen Vertrag habe und niemanden für ein Sprachrohr des Katholizismus halte, der die Todesstrafe herbeisehnt) oder anti-"rechte" ("... hat es euch rechten Brüdern wirklich angetan") Talking Points ins Feld zu führen, mit denen nur die eigene politische Unverdächtigkeit getätschelt werden soll.

borrachon hat gesagt…

Da haben Sie grundsätzlich Recht - das Ganz gilt allerdings für beide Seiten. Der Fall Hatami wird ja von rechten Websites wie PI zum Anlass genommen um pauschal auf die Muslime hinzuhacken. Auch hier werden einige Verrückte, die am Rand des Islam stehen zum Vorwand genommen um pauschal einer ganzen Gruppe die Demokratiefähigkeit abzusprechen. Dieses Phänomen ist sehr gut nachzulesen bei Patrick Bahners "Die Panikmacher". Ich habe mich auch ganz klar auf die Pius-Bruderschaft bezogen, die ich nur am Rand für christlich halte - insofern verstehe ich den Vorwurf des "Anti-Katholischen" nicht ganz. Ich halte es einfach für notwenig hier mehr Differenziertheit zu zeigen. Im islamischen Tunesien z.B. steht es um Frauenrechte und Frauengleichstellung wesentlich besser als im katholischen Malta.

Borrachon hat gesagt…

Noch eines Alipius,

ich glaube man kann festhalten, dass es Verrückte und schwere Fehler auf allen Seiten gibt und gab. So haben z.b. katholische Priester an den Massenmorden in Ruanda teilgenommen, die katholische Kirche hat vor nicht allzu langer Zeit einige mörderische Regime in Lateinamerika unterstützt usw. Tatsache ist aber, dass die Kirche das heute nicht mehr tut und dass sie sich von schwarzen Schafen in den eigenen Reihen deutlich distanziert hat. Diese Distanz vermisst man auf der islamischen Seite leider allzu oft. Es fehlt hier einfach die nötige Fähigkeit zur internen Kritik und zur Selbstreflexion. Ich würde mich also nicht "anti-katholisch" nennen. Es gibt an der Kirche einiges zu kritisieren, sie macht aber auch viele Dinge sehr gut.

Ester hat gesagt…

@ borrachon
das dicke Problem ist, dass wir alle im Gegensatz zu Goethe,d er das noch im Konjunktiv formuliert hat, davon ausgehen, dass der Mensch edel, hilfreich und gut ist., wenn man nur alles richtig macht!
Das ist zwar ein berückender Gedanken aber so leid es mir tut, er ist weder realistisch noch christlich, er ist einfach donatistsich und das ist eine ganz gefährliche Irrlehre, sehr faszinierend und sehr frustrierend.
Mich macht das immer unruhig, wenn mir wer damit kommt, dass "wir" doch die Guten seien und dann die richtig Guten sind, wenn alle das von uns behaupten, weil wenn in einer Kirche nur die Guten sind, dann bin ich zumindest auf ewig verloren und alle anderen auch und Gott der Christus für die Rettung der eh schon Guten so grausam hat sterben lassen ist echt ein alter, bösartiger, und liebloser Gott, zu dem ich gar nicht will.

Christus ist gekommen um alle Menschen zu retten, auch die, die von uns am meisten verachtet, werden, das sind die Verrückten udn Durchgeknallten auf beiden Seiten.
Und gerade weil das so absurd und daneben ist, ist es göttlich.

borrachon hat gesagt…

@Ester,
interessant, dass Sie den Bezug "Gottesliebe" und "Mutterliebe" der ja auch in der Bibel mehrmals vorkommt hier ins Spiel bringen. Mutterliebe gilt im feministischen Diskurs ja als sehr umstritten und wird auch als patriarchalisches Konstrukt verstanden. Es wird ja im Zuge der ganzen Abtreibungsdebatte sehr oft damit argumentiert, dass Frauen ja eigentlich von Natur aus Ihre Kinder wollen und meistens vom Umfeld zu einer Abtreibung gedrängt werden - was von feministischer Seite geleugnet wird. In Spanien z.B. gibt es sogar Bestrebungen - bei Verschärfung der einschlägigen Gesetze - ungewollt schwangere Frauen zum Hungerstreik zu motivieren (war vor kurzen in der Tv-Diskussion auf TVE zu sehen).

Ester hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Ester hat gesagt…

@ Borrachon
Mutterliebe haben Sie ins Spiel gebracht, nicht ich!
Es wird Sie überraschen ich bin strikt gegen Abtreibung, jedoch halte ich von der üblichen katholischen Argumentation, von wegen Mutter und Kind, ach wie süß, recht wenig, weil sie verkehrt ist.
Auch wenn ich verstehe warum man das macht (aber das führt hier zu weit)
Ich halte all das was subkutan dahintersteckt, hinter Mütterlein und Vater mit dem Sohn und trautes Heim Glück allein und all die durchaus positiven Bilder die man damit assoziieren kann, für einen gesellschaftlichen Trick, den Leuten das Elternsein schmackhaft zu machen und zu versüßen.
Die Moderne hat all dem die Maske vom Gesicht gerissen udn nun sehen wir maskenlos eben schwer alt aus, will heißen, wir vergreisen.
Es ist m.E nun mal so, dass Kinder Streß pur sind und deshalb und nur deshalb, realistischere und normalere Kulturen als die unsere das Kinderkriegen so feierten!
Weil wie wir lernen können, wenn wir uns umgucken, von selber und freiwillig tut sich das ja kaum einer an!
Bevor Sie das nun als Wasser auf ihre Mühlen verstehen, auch unsere Zeit kennt die gleichen Mechanismen, nämlich wenn wir die paar Kinder, die wir noch haben, motivieren bzw. zwingen zu lernen, das würde auch kein vernünftiges Kind freiwillig tun.
Um aber wieder auf den Anfang zurückzukommen, was in der Tat stark ist, ist der Arterhaltungstrieb, aber stärker wie der Tod ist nur die Liebe Gottes zu uns!

borrachon hat gesagt…

Liebe Ester,
dass wir "vergreisen" halte ich erstens für ein Gerücht und zweitens wäre es für ein Land immer noch 100mal besser zu alt zu werden als zu jung. Ich denke sogar, dass Länder mit einem Durchschnittsalter unter 20 Jahren so gut wie keine Zukunft haben. Sie vergessen auch zu erwähnen, dass dort wo "realistischere und normalere" Kulturen an der Macht sind es nichts anderes gibt als Not, Elend, Gewalt und Korruption.

Ester hat gesagt…

@ borrachon nein es ist für ein Land besser zuviele Kinder zu haben als zuviele Alte.
Die Regionen die Sie meinen die beten genauso wie wir das goldene Kalb an, worin das Problem der einen wie der anderen begründet sein dürfte, aber auch das führt zu weit.
Es bleibt einfach, dass der Mensch gerade was Kinder und Sterben angeht, scheinbar dem ollen Mephisto recht zu geben scheint "Er nennt's Vernunft und braucht es nur um tierischer, als jedes Tier zu sein"
Was man nicht besser sagen kann!
Und ja es stimmt, wenn wir zusätzlich zu den Problemen die wir aufgrund der Lawine der Alten (ja ich gehöre auch dazu) die unweigerlich kommt, haben auch noch all die abgetriebenen Kinder und deren Kinder haben würden, dann täte die Lage wohl auch nicht besser aussehen, das seh ich auch.
jedoch wage ich behaupten dass wir ohne die flächendeckende, weltweite Abtreibung alle ein etwas realistischeres und normaleres Verhältnis zur Natur und auch der eigenen hätten, und uns nicht alle wie blöd an das bisschen Leben klammern würden und alles haben udn erleben wollten. (Aber das ist Spekulation).
So haben wir angefangen an den Quellen des menschlichen Seins zu manipulieren und jetzt gilt es in einigen Jahren die Suppe auszulöffeln, das wird lustig, (eher nicht) im weltlich barmherzig organisierten Altersheim ohne nähere Angehörige. Mei, mei.

borrachon hat gesagt…

Liebe Ester,
machen Sie doch selbst die Probe aufs Exempel. Recherchieren Sie über die google die 3 Länder mit der höchsten und die 3 Länder mit der niedersten Geburtenrate der Welt - und entscheiden Sie dann selbst wo Sie lieber leben möchten ;-)