Dienstag, 29. April 2014

Sarah Palin auf der Suche nach den Tassen, die den Schrank voller aussehen lassen...

Anläßlich der Eröffnung der "Stand and Fight Ralley" der National Rifle Association ließ sie diese Perle der Weisheit von ihren Lippen tropfen:
    "I were in charge" — a line that drew applause from the crowd — "they would know that waterboarding is how we baptize terrorists."

    ["Hätte ich das sagen.,..." - eine Zeile, die in der Menge Applaus auslöste - "... dann wüßten sie, daß Waterbording unsere Art ist, Terroristen zu taufen]
Dies wohlgemerkt aus dem Mund einer Frau, die sich als Lebensschützerin und (nicht konfessionsgebundene) Christin versteht und ausgibt.

Ich habe keine Ahnung, auf welche Art und Weise das Konzept "Taufe" sich in Palins Hirn tatsächlich niedergelassen hat, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß sich mir die Zehennägel aufgerollt haben, als ich ihr Zitat las.

Kommentare:

just wondering hat gesagt…

Das mit Palins Hirn könnte hier tatsächlich das Problem sein ...

Borrachon hat gesagt…

Der Widerspruch "Lebensschützer" und "Waterbording" wäre mir jetzt nicht so augenfällig. Sehr viele Lebensschützer aus der Tea-Party-Bewegung (die nun mal die politische Hauptstreitmacht derer ist) stehen absolut hinter den Kriegen im Irak und Afghanistan, für den "Krieg gegen den Terror" im Allgemeinen und für "erweiterte Verhörmethoden" im Besonderen. Ich seh da also keinen großen Widerspruch.

Alipius hat gesagt…

@ Borrachon: Es stimmt, daß viele Leute, die sich Lebensschützer nennen, sowohl den Krieg gegen Irak/Afghanistan/Terror als auch "erweiterte Verhörmethoden" unterstützen. Das ist für mich insofern dennoch ein Widerspruch, weil es ja nicht um die Frage geht "Wie viele Leute unterstützen es?" sondern um die Frage "Ist es richtig?". In meinen Augen ist Folter nicht richtig (Begründung hier), weil sie nicht den Anforderungen des umfassenden Lebensschutzes entspricht. Hier kommt für mich der Widerspruch ins Spiel, weil Lebensschutz ja mehr als nur "nicht abtreiben" heißt.

borrachon hat gesagt…

@alipius
Das erscheint mir schlüssig. Noch eine kurze Anmerkung zum Thema "Folter". Das Haager Tribunal hat in Zusammenhang mit dem Krieg in Bosnien es als "besonders perfide und demütigende Art der Folter" bezeichnet, wenn man vergewaltigte Frauen dazu zwingt, die Kinder ihrer Peiniger auszutragen. Interessanter Ansatz, finden Sie nicht?

Alipius hat gesagt…

@ borrachon: Sicher. Die Frage "Abtreibung nach Vergewaltigung: Ja oder nein?" wird ja immer sehr stark und emotional debattiert.

borrachon hat gesagt…

Da haben Sie absolut recht, Alipius. Eine sehr emotionale Diskussion. Das liegt vermutlich daran, dass man sich hier eben auf eine Seite stellen muss - und sich damit automatisch gegen die andere Seite stellt. Und egal wohin Sie sich stellen, es kommt immer ein komplett Unschuldiger zu schwerem Schaden. Die Kirche bezieht hier deutlich Stellung - ihr gutes Recht. Sie tut es aus guten Gründen und aus lauteren Motiven. Trotzdem kann auch sie sich eben nur auf eine Seite stellen. Und sie stellt sich damit automatisch gegen das Opfer der Vergewaltigung.

Alipius hat gesagt…

@ borrachon: Es gibt wahrscheinlich kaum eine Situation, in der man (auch und vor allem als katholischer Priester, der sich dem Lebensschutz von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod verschrieben hat) mit mehr Fingerspitzengefühl vorgehen muß als bei einer Schwangerschaft, die durch Vergewaltigung zustande gekommen ist. Es gibt die Fälle, wo die Frau das Kind trotzdem austragen will und es auch tut. Da kann ich Gott nur danken. Wo aber die Frau zu einer Abtreibung tendiert, da bewege ich mich im Grunde in einem Mienenfeld, weil ich es mit einer Frau zu tun habe, die bereits zutiefst verletzt und gedemütigt ist, so daß ich einen Weg finden muß, sie vom Wert des in ihr heranwachsenden Lebens zu überzeugen, ohne daß sie dabei das Gefühl hat, ihre Lage sei völlig irrelevant oder ich wolle ihr Daumenschrauben anlegen oder ihr gar mit Droh- und Strafszenarien kommen.

borrachon hat gesagt…

Alipius:
Ich kann mir vorstellen, dass das eine sehr schwierige Situation ist, wenn auch sicher keine häufige. Aber auch in den wenigen Fällen bleibt es ein Minenfeld und kein Mienenfeld ;-)

Guten Abend.