Montag, 28. April 2014

Familie...

Manche Dinge werden einem ja nur Stück für Stück so richtig klar.

Als ich jünger war, habe ich über Familie kaum einmal nachgedacht. Klar war, daß Familie das ist, was irgendwie immer da ist und mal größer (Geburten) und dann auch wieder kleiner (Todesfälle) wird. Klar war auch, daß Familie sich unterteilt in den harten Kern, mit dem man ständig zu tun hat, also Eltern und Geschwister (und vielleicht noch, wie in meinem Fall, eine im Haus wohnende Oma mit zwei ihrer Schwestern) und den Rest, also die Verwandten, die man hin und wieder mal sah. Klar war schließlich ebenfalls, daß Familie zwar manchmal irgendwie nerven kann, daß sie aber grundsätzlich nicht nur gut, sondern sogar notwendig ist.

Wenn ich abends von einem Kumpel kam und schon auf dem Heimweg merkte, daß ich richtig Kohldampf hatte, wer gab mir zu essen? Irgendeine fremde Person oder Mama? Wenn ich in der Schule von einem Lehrer ungerecht behandelt wurde, wer sprang für mich in die Bresche? Irgendeine fremde Person oder Papa? Wenn ich im Zimmer eine wilde Bettenburg bauen wollte, wen zog ich als Konstruktionshilfe heran? Irgendeine fremde Person, oder Schwesterherz?

Rückblickend stelle ich fest, was jeder Mensch feststellt, der sich die Frage stellt, ob es mit oder ohne Famiie schöner ist.

Natürlich gibt es auch Horror-Szenarien mit Familien, in denen es niemand lange aushält. Aber ich denke doch, daß in der Mehrheit der Fälle die Familie gut und heilsam ist, sowohl für kleine und heranwachsende als auch für erwachsene und alte Leute.

Und deswegen verstehe ich nur halb, warum nicht jeder Mann, der den Wunsch verspürt, Priester zu werden, mit Bewerbungslächeln im Stift Klosterneuburg (oder einem vergleichbaren Ordenshaus) auf der Matte steht.

Ehefrau und Kinder? Fehlanzeige!

Familie? Aber hallo!

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