Donnerstag, 5. Dezember 2013

Hell's Finest oder Eine argentinische Tradition...

In San Juan/Argentinien fand vom 23. bis zum 25. November das 28 "Encuentro de Mujeres" statt. Beim Encuentro treffen sich jedes Jahr an wechselnden Veranstaltungsorten vornehmlich Frauen (aber auch Männer), die sich für die "Rechte der Frauen" einsetzen. Traditionell gehen seit einigen Jahren in Argentinien solche Treffen allerdings nicht über die Bühne, ohne daß eine große Demonstration an der örtlichen Kathedrale vorbeimarschiert, die zu attackieren man schon Tage vorher in Graffitis oder duch Mund-zu-Mund-Ankündigungen versprochen hat. Ebenso regelmäßig finden sich daher jedes Jahr rechtzeitig junge Christen (hauptsächlich Männer) ein, die einen Schutzwall vor ihrer Kathedrale aufbauen und Rosenkranz beten. So kommt es dann zu Zusammenstößen zwischen Menschen, die sich für die "Rechte" anderer einsetzen, und finsteren, hexenverbrennenden Kreuzzüglern. Da wir aber alle wissen, wie genau Menschen, die sich für die "Rechte" anderer einsetzen, in der heutigen Zeit oft agieren (viele von Euch waren ja schon mal z.B. auf dem Marsch für das Leben...), und wie eigenartig sanftmütig die Katholiban in solchen Situationen bleibt, wundert es auch nicht, daß die ach so gewaltbereiten und gandenlosen Katholiken irgendwie so gar nicht die Messer zücken wollen, selbst dann nicht, wenn sie von den Demonstrantinnen auf übelste Weise beschimpft, angespuckt, bemalt und beschmiert werden oder gar das erdulden müssen, was diese Femen-Rejects vermutlich als sexuelle Avancen betrachten, was aber in der Realität jeden Mann schreiend das Weite suchen ließe, hätte er sich nicht geschworen, seine Kathedrale betend zu schützen, egal, was da kommt (einige unappetitliche Videos aus vergangenen Jahren gibt es hier, hier. oder hier).

Die Ausgangslage ist also klar: Auf der einen Seite junge Männer, die definitiv jetzt schon heiliger sind, als ich (denn ich hätte in dieser Situation irgendwann die Nerven verloren und mindestens mein Gebet unterbrochen, um den hysterischen, jegliches Gespür für Anstand, Würde und Verstand vermissen lassenden Aborto-Zombies ein paar passende Worte zuzuraunen) und auf der anderen Seite eine Horde wildgewordener Hieronymus-Bosch-Models, die offenbar einen kruden Deal mit Satan geschlosen haben, woraufhin dieser ihnen gestattete, schon mal ein Stückchen Hölle nach oben zu holen (Als Vorgeschmack? Ich will's nicht hoffen. Die Dinger sind ja größtenteils noch jung und Gebete können viel bewirken...).

Was wieder einmal auffällt, ist der Mut der jungen Damen, angesichts der gewaltigen und brutalen Übermacht der Inquisitions-Schergen: "Haha! Ich spucke dir mitten ins Gesicht, obwohl du die Macht hast, mich hier und jetzt sofort auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen!" oder "Jawoll! Ich habe dir ein Hitler-Bärtchen gemalt. Themenwechsel: Weißt du, wie lange die Lieferzeiten von amazon sind? Ich warte schon seit zwei Wochen auf das Buch 'Korrektes Selbstbild durch Ironiegespür'!" oder "Oh ja! Das sind wirklich meine Möpse, mit denen ich vor deiner Nase herumwedele! Schau sie dir gut an, denn so etwas wirst du so schnell nicht wieder sehen! Schließlich wirst du nie eine Frau abkriegen, denn du bist nur ein junger Mann mit Prizipien, Selbstdisziplin und Courage, während ich eine Stadtviertelmatraze bin, die normalerweise nur für ihresgleichen die Welpen auspackt, aber bei dir mache ich mal eine Ausnahme, weil ich weiß, daß du dich nicht wehren wirst!"

Das alles und noch viel mehr bietet dieses Video all jenen, für die Ekel kein Argument ist. Dieser Artikel auf LifeSiteNews berichtet, daß die Frauen eine Papst-Franziskus-Puppe verbrannten, nachdem es ihnen nicht gelang, in die Kirche einzudringen. In Sprechchören gestanden sie "Wir wollen Huren, Transvestiten und Lesben sein!" und forderten "Kostenlose Abtreibung in allen Krankenhäusern".

Es ist immer wieder erstaunlich, zu welchen Höchstleistungen die Befürworter der Kultur des Todes fähig sind, und wenn ich den Spruch "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" umdrehe, dann schnürt sich mir die Kehle zu, wenn ich mir überlege, wie sehr diese Frauen sich selbst hassen müssen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ist ja nett, dass hauptsächlich junge Männer Rosenkranz beten - aber Rosenkranzbeten und erkennbar eine "Kultur des Lebens" leben muss nicht Hand in Hand gehen. The proof of the pudding is in the eating. Wenn diese Männer ihre Frauen nicht verlassen, sondern lieben und ehren, an der Erziehung ihrer Kinder ernsthaft beteiligt sind, für sie Ansprech- und Sparringpartner sind für mehr als 20 Jahre- dann nehme ich ihnen den Lebensschutz ab. Vorher kann das alles von "Holier than thou" bis zu "Mein Pfarrer hat mich gebeten und ich hab mich nicht absagen getraut" sein.

Le Penseur hat gesagt…

@Don Alipio:

»Aborto-Zombies« — you made my day!

@Anonym:

Wenn diese Männer ihre Frauen nicht verlassen, sondern lieben und ehren, an der Erziehung ihrer Kinder ernsthaft beteiligt sind, für sie Ansprech- und Sparringpartner sind für mehr als 20 Jahre- dann nehme ich ihnen den Lebensschutz ab.

Das heißt, Ihrer Meinung nach dürfen nur (frühestens) Mitt-Vierziger etwas gegen Abtreibungen einzuwenden haben — alle anderen hätten wegen, so sinngemäß, Heuchel- & Fanatismus-Verdachtes darüber gefälligst den Mund zu halten?

Ist doch nicht Ihr Ernst, oder?

The proof of the pudding is in the eating

Das ist ein nettes Sprichwort. Aber es gibt, wie so häufig bei Sprichwörtern, ein dazu exakt gegenläufiges:

Man muß kein Huhn sein, um zu erkennen, daß ein Ei faul ist!

FDominicus hat gesagt…

Ich finde die Frauen dort ekelig. Leider verstehe ich kein Spanisch weiß also nicht was dort gesagt wird.

Bei Abtreibung bin ich auf Seiten der Kirche. Man kann heutzutage so viel "vorher" machen, und sollte es auch. Es hat nichts mit "Glück" oder Pech zu tun sondern mit der sinnvollen Benutzung von Verstand.

Alipius hat gesagt…

@ anonym: Ich glaube, ich muß hier ein paar Mißverständnisse aus dem Weg räumen. Erstens steht nirgendwo in meinem Artikel "Rosenkranzbeten und erkennbar eine "Kultur des Lebens" leben geht Hand in Hand". Zweitens muß eine Sache nicht notwendigerweise etwas sein, nur weil sie es sein kann ("Vorher kann das alles von "Holier than thou" bis zu "Mein Pfarrer hat mich gebeten und ich hab mich nicht absagen getraut" sein"). Drittens ist es durchaus möglich, daß sich in einem Menschen der Wunsch manifestiert, sich sichtbar und hörbar für den umfassenden Schutz des Lebens zu engagieren, selbst dann, wenn dieser Mensch nicht mindestens 40 Jahre lat ist (was er nach ihren Anforderungen sein müßte), selbst dann, wenn er selbst keine Kinder hat, und selbst dann, wenn er nicht verheiratet ist.

Grundsätzlich muß ich mich schon wundern, daß Sie versuchen, hier die jungen Männer in eine zweifelhafte Ecke zu drängen, wenn es eigentlich die pöbelnden Frauen sind, die in diese Ecke gehören.

Anonym hat gesagt…

@Alipius

Ich finde pöbelnde Menschen beiderlei Geschlechts unmmöglich, also auch die pöbelnden Frauen. Pöbelei = never ever rulez (und man tut der inhaltlichen Diskussion nicht gerade einen Gefallen.)
Hätte ich erwähnen sollen.

Natürlich können die Motive der rosenkranzbetenden Männer lauterster, reinster Natur sein. Aber was mir die suspekt macht, ist die klitzekleine Tatsache, dass keiner von denen jemals auf eine Schwangerschaftstest pinkeln wird, zwei Linien anstarren wird und sich überlegen müssen wird, wie er ein Kind lieben, vernünftig erziehen und finanziell versorgen wird können ggfalls alleine. Die sind einfach nicht so direkt betroffen und können deshalb so reinen Gewissens ihren Rosenkranz beten wie ich gegen Atomkraftwerke auf dem Mars demonstrieren könnte: klingt gut, macht auch irgendwie Sinn, ist für mich aber billig, denn ich muss nicht mit irgndwelchen unangenehmen Konsequenzen leben, wenn ich mein Anliegen durchsetze.

Ich respektiere, wenn jemand strikt und prinzipiell Abtreibung ablehnt. Aber solange dieser jemand ein Mann mit wenig Lebenserfahrung (junge Männer,sagten Sie) und wenig Chancen auf direkte Betroffenheit ist (und, was natürlich hier nicht beurteilt werden kann, der sich auch aktiv dafür einsetzt, das Leben ungewollter Kinder zu verschönern), beeindruckt mich das noch nicht so ungemein. Und darum halte ich das Ei für faul.

Alipius hat gesagt…

@ anonym: Eine gewisse persönliche Reife, eine dem Alter entsprechende Lebenserfahrung und Verantwortungsbewußtsein gegenüber zu erwartenden Konsequenzen der eigenen Handlungen: Das sind Dinge, die man von jedem Menschen zu jedem Zeitpunkt seines Lebens idealerweise sollte erwarten dürfen. Und da reden wir dann nicht mehr nur von jungen Männern. Junge Frauen, die feststellen, daß sie ungewollt schwanger sind, stehen in der Regel wahrscheinlich wie vom Blitz getroffen da. Aber dies nur, weil sie plötzlich schwanger sind, und nicht, weil sie in genau diesem Moment zum ersten Mal in ihrem Leben das Wissen erlangen, daß Geschlechtsverkehr Konsequenzen hat.

Und genau hier haben die jungen Männer bei mir ganz klar einen Vertrauensvorschuß. Denn ihnen traue ich aufgrund der im Video demonstrierten Disziplin, Ruhe und Stärke eher zu, ein sexuell zurückhaltendes Leben zu führen, damit sie sich nicht zu einem Instrument einer künftigen Abtreibung machen. Die weiblichen Derwische, die vor ihnen herumhüpfen und rufen "Wir wollen Huren sein", wirken auf mich hingegen ein wenig instabil und lassen mich befürchten, daß genau sie diejenigen sind, die die Konsequenzen ihres Handelns (in diesem Fall des Geschlechtsverkehrs) zwar kennen, sich aber nicht immer so richtig darum scheren, weil es ja eine Abhilfe gibt (in diesem Fall die Abtreibung).

Natürlich ist ein Szenario denkbar, in welchem einer der jetzt noch vor der Kathedrale betenden Männer zwei Jahre später eine Frau kennenlernt, in die er sich verliebt. Und dann taucht die Frau plötzlich auf und erklärt, daß sie schwanger ist. Ist es wirklich wert, die Frage, ob der Mann in einer noch nicht geschriebenen Zukunft zu Frau und Kind steht, zum entscheidenden Kriterium darüber zu machen, ob sein Einsatz für das Leben in der Gegenwart ein faules Ei ist oder nicht? Wer von uns kann schon in die Zukunft gucken? Und wenn wir uns solcher rein hypothetischer, zukünftiger Szenarien bedienen, um ein Phänomen, das in der Gegenwart stattfindet, kleinzureden: Steht unser Urteil dann wirklich auf festem Boden, wenn der Ausgang des zukünftigen Szenarios schlicht und einfach ungewiß ist? Nur weil irgendetwas in der Zukunft möglicherweise eintreten kann, muß daß - wie bereits einmal gesagt - nicht heißen, daß es auch wirklich eintritt. Und wenn es nicht sicher ist, ob es eintritt oder nicht, dann sollten wir vielleicht nicht bereits jetzt den Menschen der Gegenwart von der Zukunft her beurteilen.

Es wäre immerhin ja auch möglich, daß der Mann - im übertragenen Sinne - gemeinsam mit seiner Frau auf einen Schwangerschaftstest pinkelt, mit ihr gemeinsam zwei Linien anstarrt und sich mit ihr gemeinsam überlegt, wie sie das Kind erziehen und versorgen werden. Vielleicht ist grade die Anwesenheit dieses Mannes der entscheidende Faktor, welcher der Frau den Mut gibt, das Kind auszutragen und eine kleine Familie zu gründen.

Wir wissen es heute nicht und ich schaue daher lieber auf die Gegenwart und auf die Indizien, die mir dabei behilflich sind, mir den Menschen der Zukunft auszumalen. Und da sind - wie gesagt - die friedlich und standhaft vor der Kathedrale betenden Männer gegenüber den wüst rumprollenden Mädels bei mir im Vorteil.

Ein weiterer Gedanke: Die Tatsache, daß die sich für den Schutz des Lebens einsetzenden jungen Männer nicht agressiv werden, nicht zurückbrüllen, nicht zurückspucken und sich nicht gewaltsam gegen den Ansturm wehren läßt zumindest in mir den Verdacht aufkommen, daß sie es nicht nur mit dem Schutz des ungeborenen Lebens ernst meinen sondern grundsätzlich eine Einstellung des Respekts gegenüber dem Leben mitbringen. Immerhin beten sie ja nicht nur ziellos in den Abend hinein, sondern sicherlich auch für die jngen Mädchen, die sich in diesem Moment ihnen gegenüber als Feinde erweisen.

Aus diesem Grund halte ich das Rosenkranzbeten vor einer Kathedrale durch junge Männer in dieser Form nicht für ein faules Ei sondern für eine legitime und glaubwürdige Demonstration des eigenen Willens, sich für den Schutz des Lebens einzusetzen.

Imrahil hat gesagt…

Genau.

Die Motivation "Mein Pfarrer hat mich gebeten und ich hab mich nicht absagen getraut" finde ich übrigens gar nicht so schlecht.

(Ebensowenig bin ich tapfer wie daß ich ein Mensch bin; außer vielleicht dann und wann, wenn es sein muß. -Peregrin Took)