Freitag, 20. Dezember 2013

Das zwanzigste Türchen...

Und schon nähern wir uns wieder dem Ende eines Adventskalenders. Der Diesjährige hat sich übrigens bisher als der Erfolgreichste herausgestellt, was Kommentare, Teilen und "Likes" betrifft. Das kann daran liegen, daß ich beim letzten Adventskalender noch nicht so auf facebook aktiv war. Oder vielleicht habe ich mit dem Thema ja auch einfach Euren Geschmack getroffen.

Fünfmal also werden wir noch schauen, "was sie damals so trieben".

Heute gibt es wieder mal ein Werk von Francois Brunery, der offenbar Gefallen an Kardinälen in mißlicher Lage hatte. Allerdings droht dieses Mal kein Sturz in Wasser, sondern echter Ärger in Form eines Stieres, der sich durch das knallige Rot der Kardinalssoutane möglicherweise blöde angemacht vorkam und nun einen schnaubenden, stampfenden Angriff auf eine vorher wohl ziemlich friedlich-idyllische Szene startet. Die am Boden liegende Staffelei inklusive Pinsel und Palette läßt vermuten, daß der Kardinal vor einigen Augenblicken noch arglos malend und mit seinem lesenden Begleiter schwatzend die Zeit verbrachte.

Nun hängt seine Eminenz mit panischer Miene an einem Baumstamm und wirkt dabei nicht so richtig überzeugend. Wenn er es wirkich noch fertigbringen sollte, zur rechten Zeit Gesäß und Beine in eine sichere Höhe zu schwingen, dann darf er sich mindestens von der Soutane verabschieden, die es mit zwei spitzen Hörnern wird aufnehmen müssen.

Der Begleiter des Kardinals hat sein Buch fallen gelassen und schaut mit erhobenen Händen leicht entsetzt dem drohenden Unheil zu. Also, ich weiß nicht, warum der Kardinal sich nicht einfach so hingestellt hat, daß die beiden Bäume zwischen ihm und dem Stier sind. Sie stehen genau so weit auseinander, daß das Tier nicht zwischen ihnen hindurchpaßt. Aber ich habe gut reden. Ich bin ja nicht in seiner Lage.

Das Bild ist mal wieder ein klassisches Beispiel für eine Geschichte, die man sich selbst zu Ende erzählen kann: Rettung in letzter Sekunde für den Kardinal oder ein Stier, der erfolgreich sein Mütchen kühlt...?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Also, der Lakai macht hier keine besonders dienstbeflissene Figur. Sollte der nicht dem Chef zur Seite springen, statt gemütlich am Boden zu hocken und zu winken? Der Baum wird mit dem Kardinal auch überfordert sein...
Das war's dann wohl mit dem Impressionismus, meine Herren!

Cassandra hat gesagt…

Der Zivilist wird sich ein herz fassen, beckerhechtmäßig zur kardinalschen Kopfbedeckung sprinten, den Hut ergreifen und ihn frisbee-mäßig über die Wiese sausen lassen. Das rote Mini-UFO wird dem Stier als das lohnendere Ziel erscheinen und er wird es zerfetzen, aber woanders.
Kardinak und Begleiter gönnen sich ein beruhigungsschlücklein aus der Flasche Bordeaux, die unter der Staffelei liegt.