Samstag, 7. Dezember 2013

Das siebte Türchen...

Ein gerne verwendeter Trick der "Was sie damals so trieben"- Künstler ist dieser: Man läßt einen der auf dem Bild dargestellten Kardinäle etwas vorlesen (einen Brief oder eine Geschichte aus einem Buch) und überläßt es dem Betrachter des Gemäldes, sich anhand der Reaktionen der anwesenden anderen Prälaten auszumalen, was genau da vorgelesen wird.

Ein schönes Beispiel ist das folgende Werk des Franzosen Emile Meyer (1823-1893). Das erfreute Lächeln des sitzenden Kardinals läßt alle möglichen Interpretationen zu. Vielleicht lauscht er einem gelungenen Gedicht. Vielleicht läßt er sich eine seiner Lieblingsstellen aus der Heiligen Schrift vorlesen. Vielleicht werden ihm die guten Fortschritte in einem Heiligsprechungsprozeß präsentiert. Vielleicht erfährt er, daß Gammarelli die Preise heruntergesetzt hat und bevorzugte Kunden zu einer Fellini-Style Kirchenfürsten-Fashion-Show einlädt. Was auch immer. Ihr habe Eure eigene Phantasie, also bitte...

1 Kommentar:

bluthilde hat gesagt…

Natürlich wird da die Speisekarte vorgelesen: Unter anderem gibt es eine Queue écrevisage de poupoule courous avec pomerolles duphinoisettes du crème à la Louis XIV und Weißwürschtl. Etwas anderes kann der schmachtende Blick gar nicht aussagen.