Sonntag, 15. Dezember 2013

Das fünfzehnte Türchen...

Die gestern vorgestellte Rudelbildung muß nicht zwangsweise Garant für Heiterkeit und ausgelassene Stimmung auf "Was sie damals so trieben"- Gemälden sein, wie das folgende Werk zeigt. Künstler ist erneut Francois Brunery.

Dargestellt sind elf Prälaten. Einer von ihnen trägt etwas vor. Er scheint sich entweder irgendwie verheddert und den Faden verloren zu haben, weswegen er ratlos das Birett lüftet (vielleicht, um sich kurz darauf am Kopfe zu kratzen). Oder er trägt etwas so fades vor, daß selbst er währenddessen keine inspirierte und inspirierende Miene machen kann. Das wirkt sich natürlich auf die Laune und die Geduld der anderen Herren aus, die irgendwo zwischen nachdenklichem Warten, verstecktem bzw offenem Gähnen und dem trüben Blick schwanken.

Der vorne links sitzende Kardinal ist eine ganz ehrliche Haut: Er gibt nicht vor, irgendwie interessiert zu sein. Er gähnt auch nicht, um Müdigkeit oder Langeweile anzudeuten. Er ist bereits in einen sanften Schlummer gefallen. Sein im Gegensatz zu den anderen Anwesenden so schön entspannter und friedlicher Gesichtsausdruck läßt vermuten, daß er eine gute Wahl getroffen hat, wenn es natürlich auch nicht besonders höflich ist, während eines Vortrags einfach die Döppen zu schließen und ins Reich der Träume zu entfliehen. Lange wird seine Eminenz die Ruhe ohnehin nicht mehr genießen können, da ein Amtsbruder ihm bereits mit dem Finger ans Knie stößt, um ihn zurückzuholen in die grausame Realität der soeben nicht besonders gut Unterhaltenen.

1 Kommentar:

Geistbraus hat gesagt…

...und wo lande ich, wenn ich nach Deinen Malern google:

http://en.wikipedia.org/wiki/Anti-clerical_art

na, was uns der Herr Alipius da mal wieder unterjubelt!