Donnerstag, 5. Dezember 2013

Das fünfte Türchen...

Ein weiterer bekannter, beliebter und produktiver Künstler der "Was sie damals so trieben"-Truppe war der Italiener Francesco Brunery (1849-1906), welcher als Francois Brunery berühmt wurde. Er schuf einen der Klassiker des Genres, nämlich den Kardinal, der Cirque-du-Soleil-mäßig einen Bach überquert. Der bohnenstangige Begleiter des Prälaten hat das, was offenbar eine Holzbrücke sein soll, bereits überquert. Der Kardinal befindet sich mitten auf dem morschen Konstrukt, als dieses teilweise unter dem kirchenfürstlichen Gewicht nachgibt. Genau diesen Moment hat Brunery festgehalten. Und dies ausgesprochen lebhaft. Im Hintergrund droht der junge Kleriker ob der drohenden Katastrophe in Ohnmacht zu sinken. Auf der Brücke kämpft seine Eminenz ums Gleichgewicht, daß Brevier und Heiligenbildchen nur so flattern. Auch hier gilt: Erzähl' Dir die Geschichte selbst zu Ende! Entweder schafft es ein erstaunlich reaktionsschneller und behender Kardinal ans rettende Ufer. Oder ein schweißgebadeter junger Kleriker zieht zehn Meter flußabwärts einen pitschnassen, prustenden und fluchenden Prälaten aus dem Wasser, der knurrt: "Scheint keine gute Woche zu sein, um sich als Kardinal fließendem oder stillem Wasser zu nähern. Erst gestern hörte ich von einem Amtsbruder, der beim Fischen in den Teich gefallen ist".

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