Dienstag, 3. Dezember 2013

Das dritte Türchen...

Jehan Georges Vibert (1840-1901) ist einer der bekanntesten und beliebtesten Künstler aus der "Was sie damals so trieben"-Ecke. Und eines seiner bekanntesten Werke ist "Die Diät": Ein fülliger Kardinal sitzt bei Milch und Gebäck in einem Zimmer seines Palastes und verdreht die Augen gen Himmel, so daß man den "Ach, was hätte ich jetzt gerne ein halbes Schwein auf Tosat"-Seufzer praktisch hören kann, während im Hintergrund Diener diverse Speisen und Weine vorbeitragen, vielleicht zu einer Feier, an welcher der Kardinal erst teilzunehmen gedenkt, wenn alle verführerischen Köstlichkeiten abtegragen sind, vielleicht aber auch einfach aus der Reichweite des Prälaten, um ihn nicht in Versuchung zu führen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das Bild ist echt ein Volltreffer!
Wenn Ihr mich fragt, wartet der Gute, bis die Diener vorbeigezogen sind, um dann aus den Stoffmengen, die um ihn herumwogen, ein gerettetes Stück Schweinsbraten zu ziehen - dieser leicht schuldbewußte Gesichtsausdruck verleitet mich zu dieser Annahme. :-)

Gerd F. hat gesagt…

Ich tippe auf eine Milchdiät. Vielleicht muss er noch zum Festschmaus und isst sich den größten Hunger vom Leib. Wofür er allerdings ein Kissen unter seinem rechten Fuß hat, erschließt sich mir nicht so ganz. Aber die Schuhe sind erste Sahne.

Alipius hat gesagt…

@ Gerd. F: Auf diesen Gemälden wurden Kardinäle sehr häufig mit einem Fußkissen dargestellt. Das war damals so eine Art erhöhte aber nicht wirklich notwendige Bequemlichkeitsstufe, die wohl auch einen symbolischen Wert hatte.

Anonym hat gesagt…

Erste Sahne...autsch. Erste kalorienreduzierte Milch, meinst Du wohl. :-)