Mittwoch, 18. Dezember 2013

Das achtzehnte Türchen...

Ich komme irgendwie von Jehan Georges Vibert im Moment nicht weg. Er ist aber auch einer der ganz Großen aus der "Was sie damals so trieben"-Ecke.

Auf dem heute präsentierten Bild sieht man einen Art Papstinal oder Kardipapst. Camauro und Samtmozetta mit Pelzborde und dazu rote Soutane und rotes Zingulum. Hmm... Soweit ich weiß, ist Samt in der katholischen Kirche ausschließlich dem Papst vorbehalten, und wenn Kardinäle ja Camauro trugen, dann nur bis ins späte Mittelalter und auch ohne Pelz. Also, irgendwie kann der Prälat auf dem Bild sich nicht so recht entscheiden. Vielleicht ist es einfach nur ein Kardinal, der in aller Bescheidenheit schon mal das Papst-Sein übt.

Wichtiger und interessanter als die Stilfragen ist allerdings die Tatsache, das der Kardinal lächelnd ein Plakat betrachtet, welches ein "großes Fasten" im Jahre 1902 ankündigt. Dabei hält er eine Fluppe zwischen den Fingern der Linken uns ein Likörstamperl in der Rechten. Insgesamt scheint Seine Eminenz eher aus der Abteilung "Bejahung des Lebens und der guten Gaben der Schöpfung" zu kommen, so daß man im Lächeln und dem Alkohol/Nikotin-Vor-Fasten-Endspurt entweder eine kleine Portion Wehmut erkennen darf ("Sieben Wochen Verzicht!? Wer hält es aus neben dem verzehrenden Feuer?") oder aber eine echte Vorfreude ("Ich erhebe das Glas auf die anstehende Fastenzeit! Endlich mal wieder den inneren Schweinehund an die Kette legen!").

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