Sonntag, 1. Dezember 2013

Advents-Tradition...

Nachdem es im vergangenen Jahr mit dem Advents-Kalender ja nicht so richtig funktioniert hat (es fühlte sich irgendwie zu erzwungen an und ich verlor bald die Lust...), habe ich mir für dieses Jahr ein Thema ausgewählt, welches erstens zumindest für mich nicht langweilig wird und welches zweitens auch garantiert, daß ich genug Material haben werde, um die Sache zu Ende zu führen.

So steige ich also ohne Vorwarnung in den Adventskalender 2013 ein, welcher dieses Mal das Thema hat: Das Beste aus meiner "Was sie damals so trieben"-Bildersammlung.

Es wird einige bereits bekannte Bilder aus vergangenen Postings geben und ebenso neue Werke, die ich bisher noch nicht hergezeigt habe. Viel Vergnügen!

Hinter dem ersten Türchen verbirgt sich ein Bild des französischen Künstlers Henri Adolphe Laissement (1854-1921). Die Lauscher an der Türe (oder was auch immer der Titel sein mag) wirken sehr lebensecht und haben etwas Lausbubenhaftes. Auch gefällt mit der Prälat ganz links, der mit seinem gerafften Cape so ausschaut, als sei er zur spontanen Flucht bereit, falls die Türe sich plötzlich öffnen und die belauschten Personen erscheinen sollten.

Damit Ihr das detailreiche Bild gut studieren könnt, habe ich eine etwas größere Version hochgeladen.

Kommentare:

Sr. Mirjam hat gesagt…

Auf meinem Schmartfohn erscheint kein Bild. Zensur?

Alipius hat gesagt…

@ Sr Mirjam: Zensur eher nicht. Vielleicht ist es zu groß und muß lange laden.

Anonym hat gesagt…

Ernstgemeinte Frage - wer hat denn solche Bilder gekauft, sprich, wer war denn die Zielgruppe? Die Kirche kommt ja nicht allzu gut weg auf dem Bild angesichts der frivolen Oberflächlichkeit ihrer prunkvollen Vertreter. Oder war die Bildaussage zur Zeit ihrer Enstehung eine andere? Ich versteh's nicht, wer bitte hängt sich denn ein Bild auf, auf dem sich würdevolle Vertreter der Kirche benehmen wie 10-jährige Jungs? Ich wäre ehrlich dankbar für Licht ins Dunkel.

Cassandra hat gesagt…

Ist das cool!

Direkt aus den Mantel-und-Degen-Film weg! Ich wette, hinter der Tür plottiert der intrigenreiche Richelieu gegen die Muske(l)tiere!

Ich mag das Sonnenschirmchen...

Alipius hat gesagt…

@ anonym: Also was die Zielgruppe betrifft bin ich ein wenig überfragt. Richtig ist, daß in der den Klerus darstellenden Genremalerei in manchen Werken ein wenig Antiklerikalismus mitspielt. Bedenkt man die Zeit der Entstehung dieser Werke und die Herkunftsländer der bekanntesten Künstler dieser Richtung, so läßt sich als eine Zielgruppe wohl das aufgeklärte und sich Kunst leisten könnende Bürgertum des späten 19./frühen 20. Jahrhunderts in katholisch dominierten Ländern festmachen. Was aber auffält: Wenn Antiklerikalismus dabei ist, dann immer auf eine Art, der die Dargestellten nicht ihrer Würde beraubt oder gar entmenschlicht, ein Lob, das man leider vielen Künstlern oder Karikaturisten unserer Zeit nicht aussprechen kann.

Bellfrell hat gesagt…

Ist irgendjemand aufgefallen, daß rechts außen wie der Richard Lugner dreinschaut?

Matthias Ruckenbauer hat gesagt…

@Bellfrell: Autsch! Das hat der arme Dargestellte sich bestimmt nicht verdient (auch wenn Du recht hast).

Matthias

Anonym hat gesagt…

@ Alipius

Vielen Dank!
Ich stelle mir gerade vor, wie so ein gehobener Bürger links im Salon die lauschenden Prälaten hängen hat und rechts irgendeine mythologisch verbrämte Barbusige und sich stolz und zufrieden (und etwas erschrocken über die eigene Courage) denkt: "Ich bin ja ein ganz ein moderner Wagemutiger!" Vielleicht mit dem Gefühl, mit dem einer 1923 irgendwas Expressionistisches in den Salon gehängt hätte...