Freitag, 18. Oktober 2013

Lassen wir den Medien die Kirche,...

... und bringen wir den Menschen Christus!

Wenn ich als Katholik nicht nur deswegen noch Mitglied der Kirche bin, weil sich der Monster-Skandal, der mich endlich zum Austritt bewegen könnte, irgendwie noch nicht so richtig ereignet hat, dann sollte ich doch eigentlich ein persönliches Interesse daran haben, daß die Kirche erstens ihren Auftrag erfüllen kann und sich zweitens als eine Gemeinschaft präsentiert, welche all jenen Menschen die Türen aufhält, die es gerne mal mit einer persönlichen Beziehung zu Christus versuchen wollen.

Wir glauben, daß Christus die Kirche gegründet hat und gründen wollte. Wir glauben, daß die Kirche der mystische Leib unseres Herrn und Erlösers ist. Wir glauben, daß hinter der Zeichenhaftigkeit unserer Sakramente echte Heils-Pakete offenbar werden, die uns stärken, reinigen, heiligen. Wir glauben, daß Christus und seine Kirche untrennbar zusammengehören.

In den Medien hören und sehen und lesen die Menschen sehr viel über die Kirche und sehr wenig über Jesus Christus. Deswegen wird ein Fall wie jüngst der des Bischofs von Limburg auch in der Regel blitzschnell zu einer Schmutzschleuderparty. Zu viele der Beteiligten schauen nur auf die Kirche anstatt auf Christus und können sich daher frohen Mutes an ein Werk begeben, welches nach kurzer Zeit bedeutend mehr erreichen will, als simple Aufklärung oder Enthüllung.

Natürlich hat sich Bischof Tebartz-van Elst als Bauherr nicht unbedingt geschickt verhalten. Natürlich hätte er irgendwelchen naseweisen Reportern anbieten sollen, einen Termin für ein Gespräch auszumachen, anstatt ihnen spontan zum Indien-Flug Rede und Antwort zu stehen. Natürlich wirkt der sich in die Länge ziehende Aufklärungsprozess wie fades Hinhalten.

Andererseits haben natürlich sowohl die Berichterstattung als auch die Reaktionen der Wutbürger in einigen Medien Ausmaße angenommen, die man sehr wohl unter dem Begriff "Hetzjagd" zusammenfassen darf. Und selbstverständlich steckt bei vielen Leuten hinter dieser Hetze ein wenig mehr, als nur eine mit Moral-Viagra aufrechterhaltene Entrüstung über angestiegene Kosten für ein Diözesan-Zentrum.

Egal auf welcher Seite man steht: Futter für Empörung findet man also genügend.

Jedoch: Wo genau paßt hier eigentlich noch Christus hinein?

ER ist es doch immerhin, den wir den Menschen verkünden sollen. ER ist es, der uns rettet. ER ist es, der uns liebt und der uns die Liebe aufgetragen hat.

Wenn die Menschen in den Medien etwas über die Kirche lesen, dann schwingt da auch immer ein wenig Christus oder Glaube oder Religion mit. Und so wird das Bild unseres Gottes und unseres Glaubens und unserer Religion durch negative Berichterstattung über die Kirche ebenfalls negativ besetzt.

Wir haben als Otto-Normal-Katholiken da nicht wirklich die Macht, ein dem Medienlärm entsprechendes, öffentliches Gegengewicht des Guten und Schönen in die Wagschale zu werfen. Unsere Strategie sollte daher lauten: Individuelle Momente des Zeugnisgebens, der Nächstenliebe, der Barmherzigkeit, der Wahrhaftigkeit und... naja... irgendwie auch der Freundlichkeit.

Das mag im ersten Augenblick nicht den gleichen Eindruck hinterlassen, wie eine "Protz-Bischof"-Schlagzeile. Aber es ist dennoch echter, weil es direkt von Mensch zu Mensch geschieht. Den wenigsten Leuten kann man heute einfach nur eine Bibel und einen Katechismus hinwerfen und sagen "Hier! Werd' katholisch!" Mit Bibel und Katechismus kann man vielleicht Neugierde erzeugen. Aber mindestens ebenso große Neugierde kann man mit Sicherheit erzeugen, wenn man sich an die Worte unseres Herrn erinnert und sie - so gut man es als Sünder eben vermag - auch lebt.

Das Leben spielt sich nicht in den Medien ab, und der Heilige Geist weht nicht in Schlagzeilen.

Kommentare:

Monika hat gesagt…

Mei, is des schee

Benni hat gesagt…

Auch als Nicht-Katholik kann ich da nur zu- und einstimmen!

Martin hat gesagt…

Ehrlich gesagt: Ich finde die Entwicklung in Rom viel irritierender als diesen kleinstdeutschen Peanuts- Provinzkäse über den sich jede Kirchen-Karteileiche künstlich aufregt. Wenn jeder in Leserbriefen sich so über seine eigenen Fehler ausbreiten würde wie über die eines Bischofs. Aber aus Rom möchte ich die eindeutige Wahrheit verkündet bekommen ohne dauern darüber nachdenken zu müssen wie denn dieser dampfgeplauderte Satz wieder gemeint sein könnte.

Monika hat gesagt…

@Martin
Was sollen denn nach 2000 Jahre Christentum aus Rom noch für eindeutige Wahrheiten kommen, die nicht schon bekannt sind und schon oft verkündet worden sind? Ist ein Papst nicht auch in erster Linie Priester und damit Seelsorger - ein schönes Wort. Ist das in anderen Sprachen aus so schön?

Ich mein, die klaren Wahrheiten, an die kann man sich immer halten. Nicht stehlen, nicht lügen, nicht ehebrechen, nicht morden. So einfach ist das meiner Meinung nach im Einzelfall nicht.

Vielleicht schreibe ich aber voll an dem vorbei, was Sie eigentlich meinen. Martin, was für eindeutige Wahrheiten meinen Sie? Was Sie mit "Dampfgeplauder" meinen, kann ich mir glaube ich gut vorstellen. Mir wärs lieber über was Positives zu reden. Also über das, was Sie haben möchten.

Martin hat gesagt…

@Monika
Von unangenehmen Themen schweigen weil eh klar ist was die Kirche meint? Braucht man nicht weiter drüber reden also reden wir über was "nettes"? Das kann's nicht sein. Mit den Interviews des Papstes und insbesondere dem Umgang mit den Franziskanern der Immakulata und zahlreichen verbalen Schüssen gegen traditionelle Katholiken bin ich persönlich nicht durch.

Martin hat gesagt…

@Monika
Auch würde ich gern mal wieder etwas eindeutiges über die einzigartige Heilsrelevanz der Lehre Christi und der Kirche sowie der Sakramente hören. Außerdem geht es nicht nur um mich, der ich viel mit Glaubensinhalten beschäftigt bin und entsprechend gerne lese. Es geht auch insbesondere um die Jugendlichen und Kinder aus lauen, ehemals praktizierenden katholischen Familien, die dem glaubensfeindlichen gesellschaftlichen Klima heute schutzlos ausgeliefert sind.

Monika hat gesagt…

@Martin

Ich war lange Mitglied der katholischen Kirche und ich bin ein Fan von ihr, das ist keine Überlegenssache, ist einfach so. Das wollte ich vorrausschicken, damit Sie nicht annehmen mit einer Katholikin zu diskutieren und sich vielleicht dann getäuscht fühlen.

Es tut mir leid, aber ich verstehe es immer noch nicht. Ich würde es gerne verstehen. Soweit ich es verstehe, erwarten Sie etwas anderes vom Papst als er tut und sagt. Er sollte über das Heil das aus Christus kommt reden. Nicht nur für Andere, auch für Sie.

Wahrscheinlich ahnen Sie, daß ich eine andere Meinung habe als Sie, aber darum geht es mir grade nicht, ich würde einfach gerne verstehen, was einige, viele Menschen an diesem aus der Reihe tanzenden Papst vermissen.

Monika hat gesagt…

Gott lädt uns nicht zum eindringlichen Gebet ein, weil er nicht weiß, was wir benötigen oder uns nicht zuhört. Das Gegenteil ist der Fall: Er hört uns immer zu und weiß dank seiner Liebe alles über uns. Auf unserem täglichen Weg und ganz besonders in Schwierigkeiten, im Kampf gegen das Böse in uns und um uns herum, ist der Herr nicht fern, sondern an unserer Seite

aus "Die Worte des Papstes beim Angelus-Gebet"

Martin hat gesagt…

Ein Papst kann nicht einfach tun was er will. Er hat nicht aus der Reihe zu tanzen sondern in der Reihe der Tradition der Kirche. Aber er kann immer noch tanzen in dem Sinne das er Schwerpunkte setzen und seine eigene Persönlichkeit natürlich nicht verleugnen braucht sondern sie in den Dienst der Kirche stellt. Im übrigen gibt es auch bei anderen Päpsten durchaus kritikwürdige Punkte. Ich persönlich kann ich mit dem Ökumenismus aller Päpste nach dem 21. Ökumenischen Konzil nichts anfangen. Insbesondere Johannes Paul II hat viele verunsichernde Aussagen gemacht und ebensolche Zeichen gesetzt. Wenn ich auf den Punkt bringen will, was mich aktuell am meisten stört, dann ist das Uneindeutigkeit und Weichheit der "Welt" gegenüber.

Monika hat gesagt…

@Martin

"Ein Papst kann nicht einfach tun was er will" - das finde ich interessant, zum einen weil die Papstwahl so wie ich das in meiner katholischen Zeit verstanden habe, ja auch von Gott gesteuert ist. Und zum anderen wird der Papst ja wie alle anderen Päpste vor ihm auch tief gläubig sein und um Kraft und Weisung beten.

Sie habens negativ formuliert: "Uneindeutigkeit und Weichheit der "Welt" gegenüber.". Gefühlsmäßig würde ich dem zustimmen. Ich hab auch lieber klare Ansage. "So geht das ja nun nicht" und "Das könnt ihr nicht machen."

Zuerst würde ich es aber positiv formulieren - was erwarten Sie anderes/mehr vom Papst. Wenn ich das formulieren müßte wären das,

Wunsch 1)

klare politische Kritik an Christenverfolgung: "Die Ermordung der Christen in Ägypten, Syrien, ... ist ein Verbrechen." (hat noch kein Papst so deutlich gesagt zu meinem Leidwesen - das wird wohl Politik sein) und

Wunsch 2)

Kann ich nicht - ich glaube, da würden Sie sich klare Angaben fürs menschliche Leben wünschen, bezüglich Gottesdienstbesuch, Sakramente, Ehe, Sexualität, ... - kann ich nicht. Einem Menschen Vorschriften zu machen ist horrend. Ich tues manchmal, wenn ich mir ganz sicher bin. Meistens bekomme ich danach mehrstündiges inneres Schlottern. Trotzdem würde ich es in den Fällen wieder tun.

Könnten Sie diesen Wunsch positiv formulieren?

Martin hat gesagt…

@Monika
Allgemein herrscht ja auch eine starke Unkenntnis darüber was ein Papst so darf. Es gibt viele Zeitgenossen, katholisch oder nicht, die meinen der Papst könne im Handumdrehen die Lehre der Kirche ändern. Das ist nicht der Fall und das wollte ich sagen. Er muß allerdings in der Tradition des Lehramtes der Kirche auf neue Fragestellungen Antwort gebe. Zum Beispiel beim Embryonenschutz. das Thema gab es vor 100 Jahren nicht. Andere Dinge ändern sich nie. Auch unter heutigen Umständen. Die Lehre über die Unauflöslichkeit der Ehe zu ändern, dazu ist ein Papst nicht befugt. Das würde der Lehre der Kirche Widersprechen und wäre eine unzulässige Diskontinuität. Auch wenn sich niemand mehr daran halten würde, so bleibt die Lehre bestehen. Das hängt auch nicht von Meinungen und Mehrheiten ab. Die Diskussionen über des 21. Ökumenische Konzil, meist bekannt als 2. Vatikanum, aber die 21 relativiert die Überbetonung dieses Konzils im Sinne der gesamten Kirchengeschichte deutlich, habe in Überlegungen zu Lehrtraditionen ihre Wurzel. Es ist für mich ein Prolem, daß zum Beispiel die Lehre von der Religionsfreiheit der Lehre früherer Päpste widerspricht und dass der Konzilsperitus Congar beauftragt wurde eine Bibelstelle zur Begründung dieser Lehre ausfindig zu machen und zugeben mußte: Es gibt keine. Aber das führt nun zu weit, ich wollte nur ein Beispiel für Probleme der Lehrtradition geben.
Aber Sie haben vollkommen Recht: Christenverfolgung ist ein sehr wichtiges Thema und das Opfer der Verfolgten beschämt uns Wohlstandschristen zutiefst. Wenn man dieses Thema angehen will kann man aber vom Islam nicht schweigen! Und dann wird's ungemütlich.
Positive Formulierungen für Punkt 2. sind garnicht so schwierig, finde ich, denn es handelt sich ja nur für den der nicht versteht warum die Kirche die oder jenes gebietet und dies oder jenes verbietet, für reines " muß" oder "darf nicht". Wenn man ein ganze Lehre annimmt, dann ergibt sich alles von selber. Aber natürlich kann auch jemand sündigen oder Versagen, der die Lehre grundsätzlich als richtig anerkennt und navhvollziehen kann. Dann geht man zur Beichte und versöhnt sich. Etwas ganz anderes ist es, wenn man eine Lehre bewußt ablehnt, zum Beispiel die Unauflösbarkeit der Ehe. Menschen die das Christentum kennen lernen wollen müssen zunächst den Glaubenskern kennen lernen und nicht zuerst das daraus irgendwann lehrmäßig folgende Gebot. Man nennt den Kern auch das "Glaubensgut" oder "depositum fidei". Die Offenbarung ist ja abgeschlossen seit Jesu Lehre und der der Apostel. Die Lehre der Kirche erwächst daraus über die Jahrhunderte kontinuierlich wie ein weitverzweigter Baum aus einem Samenkorn.

Monika hat gesagt…

Und diese positiven Formulierungen läßt der Vatikan zur Zeit bleiben? Und bringt keine "eindeutige Wahrheit" , sondern immer wieder einen "dampfgeplauderte Satz"?

So wie ich das sehe, weicht der Papst keinen Schritt von der überkommenen Lehre ab. Er setzt einen anderen Schwerpunkt.

"48,8% aller Katholiken sind Amerikaner (Vergleich: 13,6% der Weltbevölkerung); 23,5% sind Europäer (Weltbevölkerung: 10,5%); 10,9% sind Asiaten (Weltbevölkerung: 61%); 16% sind Afrikaner (Weltbevölkerung: 15,4%); 0,8% sind Ozeanier (Weltbevölkerung: 0,5%)."
Quelle: Wikipedia - wobei mit Amerikanern wohl hauptsächlich Südamerikaner gemeint sind.

Beschäftigung mit Theologie ist für den einen etwas Tiefes, Berührendes, evtl ein Trost und für andere etwas, was zum Glück die Theologen machen. Nicht jeder versteht das, kann oder will sich die Mühe machen. Was aber jeder verstehen kann, ist das neue Testament.

Und da drin gibt es ein paar allgemeinbekannte Sätze: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." "Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein." "Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen!" "Du sollst Gott von ganzem Herzen lieben" und, mit gleicher Wichtigkeit "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst"

Man kann die Bibel als Heilsversprechen lesen (was ich nicht bestreite, das sie für einen Christen ist) und man kann sie als Handlungsanleitung für das eigene Leben lesen. Letzteres habe ich bei evangelikalen Christen erlebt und es ist in Weltgegenden verbreitet, in denen Gemeinden für Monate keinen Priester sehen, Bibel-Teilen

Sind diese beiden Herangehensweisen wiedersprüchlich? Schließen sie sich gegenseitig aus? Ich finde nicht, das theologische Glaubensgebäude hat etwas großartiges, heiliges und das persönliche Herangehen verwandelt den gelebten Alltag.

Martin hat gesagt…

@monika
Meine Ausführungen waren allgemein gehalten und nicht bezogen auf den derzeitigen Papst. Die Meinung des Papstes zum "autonomen Gewissen" im Interview mit der kirchenfeindlichen Zeitung ist schlimm. Viele andere Äußerungen sind es auch. Wer sich wirklich informieren will findet unter katholisches.info interessante, sachliche Hintergründe.

Martin hat gesagt…

Das war's von meiner Seite.

Monika hat gesagt…

@Martin

Ich hätts halt gern verstanden. Manches, was Sie schreiben, kommt schroff rüber, ohne Beziehung zu Menschen. Und das würde ich gerne verstehen.

Das ist nicht persönlich, ich weiß nicht, wie Sie sind. Ich will nur wirklich gerne verstehen, was an der neuen Art des Papstes (an der Art des neuen Papstes) so verärgernd für manche Menschen ist.

In letzter Zeit habe ich gelernt, daß ich meine Meinung über die Motive von anderen Menschen als Schrott betrachten muß, solange sie nicht vom anderen geteilt wird. Dafür gebührt Herrn Alipius ein großes Dankeschön für seine geduldige Bereitschaft als Projektionsfläche. Wenn man keine Verbindung zu jemanden hat, jemanden nicht versteht, neigt man dazu, ihn in eine Schublade zu verfrachten. Etikett drauf, Türchen zu.

Vielleicht treffen wir zu einem anderen Blogbeteitrag wieder aufeinander.

Liebe Grüße

Monika

Martin hat gesagt…

Schroff mag sein, ich will mich ja auch kurz und prägnant in Kommentaren äußern. "Ohne Beziehung zu Menschen" kann ich beim selbstkritischen erneuten Lesen meiner Äußerungen nich erkennen. Enttäuscht bin ich schon. Den Rücktritt von Benedikt habe ich noch nicht verdaut und ich halte auch garnichts von Papstrücktritten. Dann danach gleich so ein Bruch im Stil und in den Schwerpunkten zwischen den Pontifikaten ist für einen Benediktverehrer nicht leicht zu verarbeiten. Der Pressejubel über den Rücktritt, der widerliche Umgang mit Benedikt in Deutschland und nun der umgekehrt proportionale Jubel über Franziskus ist ein Wechselbad der Gefühle. Ich empfehle wirklich sich einmal unbedarft die Artikel zum Thema auf genannter Netzseite durchzulesen. Dann kann man wirklich verstehen warum insbesondere traditionelle Katholiken "not amused" sind und warum ein Theologen wie der unsägliche Prof. Dr. Klaus Müller aus Münster sich nun erstmals, laut eigener Aussage, ein Papstbild aufhängen. Das ändert nichts daran dass Franziskus Papst ist. Aber begründete Kritik am Papst ist nicht unkatholisch.

Monika hat gesagt…

Hallo Martin

sich nun erstmals, laut eigener Aussage, ein Papstbild aufhängt
Häßlich. Personenkult. Entweder alle oder keiner. Ein Bild von nur einem ist Personenverehrung. Spricht natürlich nicht automatisch gegen die verehrte Person.

Ja, ich habe diese Seite jetzt abonniert. Ich kannte sie vorher nicht. Teilweise interessante Informationen, teilweise etwas sehr martialische Sprache (z.B. "Letztlich ein geradezu tödlicher Schlag für die gesamte Evolutionslehre.", "Femen profaniert Kirchen, winselt aber vor Islam", "Minderwertigkeitskomplex deutscher Kirchenvertreter") und sehr konservativ. Danke für den Hinweis, die konservative Seite ist das, was ich verstehen will.

"Er liebt es von allen geliebt zu werden" - tja. So sieht es aus. Vielleicht ist es so. Als ich noch zur Schule ging, bekam ich (wegen Nachfrage) das Konzept der Unzerstörbarkeit der Kirche erklärt. Auch wenn es Schisma gibt, auch wenn es kriegerische, sündige Päpste gibt, auch wenn es Verbrechen in der Kirche gibt, Gott weiß davon (schon vorher) und lenkt die Kirche durch und vielleicht grade mit diesen Bedrohungen zu größerer Herrlichkeit. Hat mir sofort eingeleuchtet. Ich bin leicht zu beeindrucken.

Sie kritisieren nicht die innere Einstellung des Papstes - und ich finde auch, daß eine innere Einstellung allerhöchstens bei Freunden (vielleicht) ein Kriterium wäre, aber nicht bei allen anderen Menschen, da soll man ihre Taten und Worte beurteilen, aber nicht sie - man kennt sie ja gar nicht. Und außerdem, am ehesten täuscht man sich noch über sich selbst. Und dann glaube ich auch, daß es gut ist, als Ziel zu haben, möglichst vielen Menschen als Mensch, in ihrem Sein mit Zuneigung zu begegnen. Nur Taten zu verurteilen, aber nicht Menschen. Das kann man wahrscheinlich nie vollständig erreichen, als Richtschnur ist es schön, finde ich. So wie das Gebet das Christen für andere Menschen beten.

Und was einen als konservativer Inhaltlich am heutigen Rom irritiert bring mir diese Webseite näher. Ich werde diese Positionen nie vertreten. Meistens auch nicht ihr Gegenteil. Wahrheit oder Nächstenliebe - am schönsten wäre beides. Wahrheit ist für die Menschen da. Und wenn Wahrheit Beziehung zerstören würde, kann man ja eine Weile schweigen und Beziehung stärken.

Und so gefällt mir, was der heutige Papst macht, und ich sage mir, selbst wenn "Er liebt es von allen geliebt zu werden" stimmt - das geht mich nichts an. Es geht nur ihn was an, seine Freunde und Gott. Und wenn ich noch Christ wäre (dann wäre ich Katholik), würde ich glauben, daß dieser Roms neuer Fokus auf die Beziehung zum anderen heilsam für die Kirche ist. Gottes Plan.

Viele Grüße

Monika