Freitag, 4. Oktober 2013

Ich verliere kein Wort über die Qualität,...

... sondern sage nur, daß mir der Papst im Moment zu viel redet, bzw daß mir im Moment zu viel über die Dinge berichtet wird, die er gesagt hat (haben soll).

Die Kirche hat Jahrhunderte überdauert, ohne daß jede Äußerung ihres Oberhauptes in Sekunden um die Welt ging, von den Medien aufgegriffen, gesiebt, interpretiert und dann den entweder verstimmten oder begeisterten Konsumenten präsentiert wurde.

Nicht, daß ich bestimmte Worte des Papstes nicht gerne an- und aufnehmen werde. Aber mit Interviews, Briefen, Ansprachen etc ist für mich jetzt erst einmal Sense. Ruft mich an, wenn es wieder offiziell und lehramtlich wird.

Kommentare:

clamormeus hat gesagt…

Dieser Club hat erstaunlich viele Mitglieder....

Gratias, Patre! (resp. Domine ;-)

Ester hat gesagt…

Danke Pater!
Ich denke das ist das einzig Vernünftige.

Anonym hat gesagt…

Ja, genau das ist der Punkt: wirklich interessant ist nur Lehramtliches. Denn das gilt. Alles andere ist letztendlich (mehr oder weniger schönes) Blabla, erbauliche Moralpredigt eventuell.
Aber das gilt natürlich für jeden beliebigen Papst.

G.

Phil hat gesagt…

Na ja, leider gilt das eben nicht für jeden Papst; die Theologie des Leibes-Reihe oder die Betrachtungen zu den Kirchenvätern (um mal Beispiele der letzten Päpste zu erwähnen) ließen das Herz brennen. Das vermisse ich bei dem aktuellen Heiligen Vater. Außerdem sind die Ausführungen zum Thema arme Kirche dermaßen allgemein gehalten, daß jedes innerkirchliche Lager sich gebauchklatscht fühlt.

Punkt ist doch folgender: Letztlich weiß doch jeder innerhalb der Kirche um den Wert der Armut (ob ihn jeder lebt ist etwas anderes...). Doch was genau heißt Armut? Was genau heißt es, wenn die Kirche den Weg der Armut beschreiten soll?

- Abschaffung von allem, was an der Liturgie schön ist? "Das Geld kann man ja den armen geben"

- Einstampfen aller Gremien, Auflösung des Weltbild-Verlages, Abschaffung der Kirchensteuer? "Denn das ist ja der moderne Pomp"

- Erhöhung der Steuern? "Damit man den Armen in der Gesellschaft hilft"

- Erniedrigung der Steuern? "Damit man dem Mittelstand hilft"

Le Penseur hat gesagt…

Chère Ester,

Den Herrn Alipius zu einem »Pater« zu degradiern, ist schon arg!

;-)

damasus hat gesagt…

@Phil
genau! Just da unterscheiden sich die Geister, weder Papst Johannes Paul II noch Benedikt XVI haben so viel dampfgeplaudert und sie haben auch nicht bei jeder Gelegenheit so viel Banales und Mißverständliches von sich gegeben.

Anonym hat gesagt…

@ Anonym:
Ihr Zitat: "Ja, genau das ist der Punkt: wirklich interessant ist nur Lehramtliches. Denn das gilt. Alles andere ist letztendlich (mehr oder weniger schönes) Blabla, erbauliche Moralpredigt eventuell."
Haben die Päpste bisher nicht genügend "Lehramtliches" gesagt, ohne daß man (Katholiken und Nichtkatholiken) auf sie gehört hätte? Hat nicht ein Johannes Paul II., auch ein Benedikt XVI., zigtausendfach mehr "schönes Blabla" gepredigt als Lehramtliches gesagt? Darf ein Papst, der das vielleicht erkannt hat, nicht zuerst Guter Hirte sein und dann erst lehramtlicher Scharfrichter? Gilt für Sie nur, was anzunehmen Sie gezwungen sind, und das ermutigende Wort des Hirten ist egal, weil es zu unverbindlich ist? Da sollten Sie vielleicht mal Ihr Verständnis von Katholizismus überdenken.

Phil hat gesagt…

"Darf ein Papst, der das vielleicht erkannt hat, nicht zuerst Guter Hirte sein und dann erst lehramtlicher Scharfrichter"

Na ja, wir sind doch schon lang in Zeiten der fuzzy logic, dann müssen wir doch nicht in terms of hü und hott denken... Desweiteren ist "lehramtlicher Scharfrichter" eine ähnliche Konstruktion wie "dribbelnder Grobian" im Fußball: Das eine muß mit dem anderen nichts zu tun haben.

Benedikt XVI. war auch ein guter Hirte. Franziskus ist, wie man an der Exkommunikation vor einigen Tagen sieht, durchaus auch ein Scharfrichter. Was halt manchen Leuten bzgl Seiner Heiligkeit Papst Franziskus fehlt, sind Äußerungen bezüglich des Lehramtes, die die Schönheit des Glaubens aufzeigen. Das kann ja aber noch kommen.

Anonym hat gesagt…

@ Phil
Ihr Zitat: "Was halt manchen Leuten bzgl Seiner Heiligkeit Papst Franziskus fehlt, sind Äußerungen bezüglich des Lehramtes, die die Schönheit des Glaubens aufzeigen. Das kann ja aber noch kommen."
Ja - aber es ist doch schon da! Man möge mich korrigieren, falls ich mich irre, aber die von Papst Franziskus so unermüdlich verkündete Barmherzigkeit Gottes ist doch DER entscheidende Punkt des kirchlichen Lehramtes, oder nicht?!? Wer bereit ist, sie anzunehmen, dem wird sie von Gott und der Kirche geschenkt; wer das nicht tun will, dem kann eben auch dieser Papst mit der Schärfe des Rechts begegnen, wie die erwähnten Disziplinarmaßnahmen beweisen.
Papst Benedikt hat die Fundamente des Lehramtes herausgestellt, Glauben, Vernunft und Liturgie. Papst Franziskus betont bisher mehr die Hirtensorge der Kirche, das "Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid" Jesu - das ist doch nur gut, richtig und legitim! Ein Papst baut auf dem anderen auf, keiner kann alles sagen, aber keiner sagt auch Falsches oder zuwenig.

Anonym hat gesagt…

Anonym an Anonym:
Ich bin der Meinung wir Katholiken haben mit ALLEN Päpsten mindestens der letzten hundert Jahre ein Riesenglück gehabt. JEDER von ihnen hat auf seine Weise das bedrohte KIrchenschiff erfolgreich durchs raue Weltgewässer geführt und vor dem Sinken bewahrt, bildlich gesprochen.
Ich sehe also überhaupt KEINEN Gegensatz derart: „guter Benedikt“ und „schlechter Franziskus“ oder „schlechter Pius“ und „guter Johannes“ etc. Jeder hat es auf seine Weise im Großen und Ganzen letztlich richtig gemacht, soweit Menschen das halt überhaupt können.
Aber es gibt eben bei jedem Papst – und das wird auch in 500 Jahren noch so sein – Aussagen, die ein ernstgemeinter wichtiger Apell an die gesamte Kirche sind (dazu zähle ich übrigens zB auch den Aufruf zum Fast- und Bettag für Syrien, obwohl das im engen Sinn natürlich kein „Lehramt“ war), und jede Menge „Alltags“gespräche eines Papstes, die nur für einen bestimmten Personenkreis oder einen kleineren Anlass wichtig sind. Im Fall von Papst Franziskus zähle ich dazu die vielen Interviews und Ansprachen.
Ich habe noch bei keinem einzigen Papst, den ich erlebt habe (und das sind mehrere), Zeitungsartikel und Interviews ernst genommen. Man weiß ja sowieso nie, was die Journaille dran verdreht hat.
Und selbst eine tolle Predigt ist nur eine anlassbezogene Momentaufnahme. Lehramtliche Dokumente hingegen geben NIE nur die persönliche Meinung eines Papstes wieder, sondern sind das Ergebnis langer Überlegungen und Beratungen, an denen viele beim jeweiligen Papst einflussreiche Personen teilhaben. Und das Ergebnis ist für die gesamte Kirche in gleicher Weise gültig oder sollte es zumindest sein. Insofern sind sie für jeden Katholiken interessant, unabhängig davon, ob sie nun (welt-)gefällig sind oder nicht.
Die ermutigenden Worte des guten Hirten Franziskus mögen für alle mehr oder weniger ahnungslosen Fernstehenden/Agnostiker/Atheisten sensationell sein - hier leistet unser Papst also wertvolle Missionsarbeit unter christlichen Analphabeten - schon für mittelmäßige Katholiken (und erst recht die Insider) sind sie aber überhaupt nichts Neues. Das hören wir in immer neuen Varianten jeden Sonntag.

Anonym hat gesagt…

Eins möchte ich noch ergänzen: Papst Franziskus hält den einfachen Priestern und Laienkatholiken, die im täglichen Nahkampf mit antikatholischer Ignoranz, Dekadenz und intoleranter Gehässigkeit stehen, wunderbar den Rücken frei. Man muss sich nicht dauernd dafür entschuldigen katholisch oder noch böser „kirchentreu“ zu sein, sogar die Kirchenaustritte gehen merklich zurück. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Als gelernte Katholikin bin ich aber trotzdem gespannt, was Sache ist, am Ende des Tages, und das sagen eben nicht irgendwelche x-beliebigen Interviews.
G.

Le Penseur hat gesagt…

Relativ unverdächtig, ein fanatischer Anhänger von Papa Buonasera zu sein, darf ich mich nochmals (und diesmal ernsthaft) in diesen Thread mengen, um zu sagen: die Anonyma der drei letzten Postings (ich nehme stark an, es ist immer dieselbe) trifft durchaus einen wichtigen Punkt der Debatte!

»Papst« ist halt doch mehr als »das steht jetzt im Denzinger zu Nr. ...« — und das schreibe ich hier ganz bewußt als einer, der, speziell was den Denziger angeht, viel, viel mehr weiß, als er davon auch glaubt (nämlich recht wenig)!

Und gerade weil Papa Buonasera irgendwie meinem (für eine Juristen nicht seltenen) »legalistischen« Ansatz eben auch in Glaubensdingen, und meinem durchaus ausgeprägten Sinn für Etikette (worunter sich, säkular gedeutet, auch wunderbar eine »funktionierende« Liturgie subsumieren läßt!) so »verquer« liegt (zu verquer, als daß ich ihn wirklich von Herzen mögen könnte!), frage ich mich: macht der nicht etwas, was mir (als — höchst unwahrscheinlichem — Papst, sozusagen) nicht im Traum einfiele — und was vielleicht genau deshalb von mir nicht gewürdigt wird, weil ich da meinen »blinden Fleck« habe ...?

Le Penseur hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Anonym hat gesagt…

zur Information:
Momentan gibt es ZWEI oder DREI Anonyme: Kommentar Nr. 3, 10 und 11, stammen von mir, unterzeichnet mit G. (was ich bei Kommentar Nr. 10 leider vergessen habe).
Kommentar Nr. 7 und Nr. 9 stammen von einem oder zwei anderen anonymen.
G.