Samstag, 5. Oktober 2013

Hostien-Humor für Fortgeschrittene...

In Chicago gibt es jetzt einen "Hostien Burger". Also, genau genommen ist es der Burger of the Month im Oktober, der im Restaurant Kuma's Corner serviert wird. Er heißt "Ghost" und ist offenbar nach der gleichnamigen schwedischen Metal-Band benannt. Es ist ein offener Cheeseburger mit einer Rotweinreduktion und - ta-dah! - einer nicht konsekrierten Hostie obendrauf.

Die Story zieht Kreise und hat's z.B. auch schon in die Rheinische Post geschafft.

Die Reaktionen auf den Burger sind gemischt. Der Geschäftsführer von Kuma's Corner berichtet:
    "Es gibt Menschen, die verletzt das. Aber wir freuen uns, dass die meisten Menschen offenbar einen Sinn für Humor haben"
Also, wenn ich schon nicht einhundertprozentig verstehe, was so ein Burger mit Gotteslästerung zu tun hat, dann weiß ich noch viel weniger, was er mit "Humor" zu tun hat. Am allerwenigsten aber verstehe ich, warum da überhaupt eine nicht konsekrierte Hostie drauf muß. Das Geschmackserlebnis kann hier ja kaum ein Argument sein. Der "Tabubruch" in der heutigen Zeit ebenso wenig. Einziger plausibler Grund sind wohl die fest eingeplanten Unmutsäußerungen von Katholiken, die darauf folgende Medien-Berichterstattung als kostenfreie Werbung, die damit erzeugte Neugierde der Konsumenten und der deswegen zu erwartende Absatz in zufriedenstellender Höhe.

Wenn die Feinde des Katholizismus mein Leben wollen, weil ich mit meinem Glauben und meiner Arbeit für eine Offenbarung und Wahrheit stehe, die sie nicht ertragen, dann ist das okay. Aber wenn kalkulierende Event-Päpste nach mehr oder weniger gründlichen Überlegungen, wen sie nun wie am besten schockieren können, um ihrer reizübersättigten Klientel die Flocken aus der Tasche zu ziehen, zu dem Schluß kommen, sie könnten ja mal wieder irgendwas Katholisches einbauen, dann fühle ich mich nicht nur gelangweilt und unherausgefordert, sondern ich hege auch echte Zweifel am Geisteszustand all derer, die hier mit "Humor" argumentieren bzw dem "Humor"-Argument Glauben schenken.

Kommentare:

Herminator hat gesagt…

Ein nicht konsekriertes - nicht besonders geschmackshaltiges Stück Oblate.


Aha.


Und nu?
Wenn ich die diversen Reaktionen sehe, dann verstehe ich euch Katholoken echt nicht - warum um Gottes Willen geht ihr auf so eine Provokation ein? Es ist doch nichts weiter als eben das. Keine Blasphemie, kein Geschmack (weder -verirrung, noch -beweis noch-erlebnis). Ignorieren und Größe beweisen!

Schalom
Hermann

Cassandra hat gesagt…

Hmmmm... nicht konsekrierten Hostie... nennt man das nicht "Backoblate"? Die kriegt man im Hunderterpack (oder waren es fuffzig?) im der Backabteilung eines beliebigen Discounters, sie stehen meist dicht neben den Schokostreuseln.

Schockschwerenot. Skandal. Ich glaub', ich hab von den Dingern auch welche im Haus, übriggebleiben von der letzten Weihnachtsbäckerei (da haben wir sie als Unterlage für Mandel-Schoko-Kombinationen gebraucht)

Sorry, aber so einfach sind nicht mal Katholiken zu schockieren. Zumindest ich nicht.

dilettantus in interrete hat gesagt…

Ja bei Mutter kommt da immer die kokosmakrone drauf und auch meine Gattin hab´ich bei solch blasphemischen Akten erwischt. Das Maxistrant und ich haben die Ergebnisse dann auch baldmöglichst vernicht.

Und dann gibt´s ja auch noch jüdische Mazzeknedl: Alles Antisemiten.

Anonym hat gesagt…

Auf dem Bild des verlinkten Artikels sieht man, dass es keine einfache, neutrale Backoblate ist. Denn es sind ein Kreuz und eine Krone eingeprägt. Es wird also schon eine Hostie simuliert.
Ich weiß nicht recht, was ich von so etwas halten soll.
G.

Cassandra hat gesagt…

Bei uns gibt es bei der Kommunion immer Hostie ohne Kreuz oder Krone...

das ist eine gewollte Provokation, das ist deutlich klar. Aber eine, der die Kenntnis darüber, mit was da provoziert werden soll, fehlt.

das ist dieselbe Schiene wie Unterwäsche mit Marienbild oder so was- dämlich bis zum dorthinaus. Oma würde sagen "sieht aus wie gewollt, aber nicht gekonnt".