Montag, 14. Oktober 2013

Brüller-Zeile der Woche...

Die WELT berichtet unter der Schlagzeile "Die Wut auf den Bischof kennt kaum noch Grenzen" von einer Demo gegen Bischof Tebartz-val Elst, die bereits in der vergangenen Woche für den Sonntag geplant wurde und die man - nachdem der Bischof sich am selben Tag nach Rom begeben hat, um sich "dem Urteil des Papstes zu unterwerfen" - nicht so einfach absagen wollte oder konnte. Über die Nachtrete-Aktion schreibt die WELT:
    Die Demo fand statt. Angeführt von Joachim Schaefer, Personalreferent der katholischen Domkirchengemeinde Wetzlar, wurde ein obskures Schauspiel inszeniert. Unter dem Motto "5 vor 12 – andere Lieder wollen wir singen" [** schauder **], hatten Schaefer und seine Mitstreiter zum Domplatz geladen, um 11.55 Uhr ging es mit einer klaren Ansage los. Fünf vor zwölf, rief Schaefer in sein Megafon, gelte jetzt nicht mehr, es sei bereits zu spät: "Jetzt schlägt's 13!" Dann erklingen 13 Glockenschläge [** schäm **].

    Währenddessen schoben sich Kinder durch die Menge und verteilten lilafarbene Pappkarten mit der Aufschrift: "Herr Bischof, wir haben es satt! Treten Sie zurück!" [** im Boden versink **] Auf der Rückseite stand die Adresse des Bischöflichen Ordinariats, man konnte die Karte gleich gegenüber in den Briefkasten der Residenz werfen. Manche taten es, viele nicht. Lieder wurden gesungen, in einem hieß es, man wolle das "Fest der Befreiung" [** grusel **] feiern.
Mein Lieblingssatz bezieht sich aber nicht nur auf die Demo selbst, sondern auf die ganze Affäre. Man lese und staune:
    In der Affäre um Franz-Peter Tebartz-van Elst, 53, ist die Grenze zwischen angebrachter und übertriebener Kritik, zwischen Sachlichkeit und Populismus, sehr schmal.
Ja, Mann! Dabei haben die Medien doch Tag und Nacht gewarnt, nicht einfach blind und schnell aus der Hüfte zu schießen, sondern alle Informationen erst einmal zu prüfen und die Affäre nicht an der Person des Bischofs sondern an den tatäschlich von ihm gemachten Fehlern festzumachen.

Man fragt sich wirklich, wie diese Demo zu stande kam. Jemand, der gerne böse interpretiert und sich der sorgfältigen und fairen Arbeitsweise und Berichterstattung der Medien nicht bewußt ist, könnte fast meinen, die Leute seien irgendwie aufgehetzt worden...

Kommentare:

wrtlx hat gesagt…

Widerlich und völlig überzogen.
Man kann dem Bischof nicht vorwerfen über Bauten und deren Kosten bescheid zu wissen. Man kann ihm noch nicht mal vorwerfen über die Kosten eines hängenden statt stehenden Adventskranzes bescheid zu wissen, ja noch nicht mal über die Kosten, die entstehen wenn Umbauten vorgenommen oder Räume aus dem Fels gefräst werden.
Aber EINES kann, muss man ihm vorwerfen. Eine simple Frage, bzw das Nichtstelle derselbigen, bzw das Nichtberücksichtigen der Antwort.
Die Frage lautet: Was kostet das!
Es gibt 2 Szenarien, aus denen er sich nicht befreien oder herausreden kann.
1) Das Nichtstellen der Frage.
2) Das Stellen gepaar mit einer näherungsweise plausiblen Antwort, also sagen wir tatsächliche Kosten +-20%.
Über alles andere lässt sich reden. Nur 1) und 2) wären unverantwortlich in my humble opinion.

Chrysostomus hat gesagt…

Natürlich war diese Demo lächerlich. Aber das entbindet den Bischof nicht von seiner Verantwortung. Eine Hauskapelle so groß wie ein Haus direkt neben dem Dom ist angesichts von Kirchenschließungen aus finanziellen Gründen keinem zu vermitteln. Und so eine große Kapelle sollte auch einem absolut unerfahrenen Bauherren die Frage nach den Kosten entlocken. So wie die Dinge stehen, scheint er aber über die Kosten tatsächlich informiert worden zu sein.
Und eine Badewanne für 15.000 €urönchen hat ihm sicher auch niemand aufgezwungen. Wer außer ihm sollte sich so Kram wünschen? Der Preis dieser Wanne übersteigt übrigens mein Jahreseinkommen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben. Und ich habe ein Kind zu versorgen. Da habe ich dann schon so meine Fragen. Seine Verantwortung kann man angesichts der Masse der sündteuren Einzeldetails nicht mehr wegdiskutieren. Die Frage nach den Kosten muß sich jeder Bauherr stellen, da kann man sich nicht herausreden, man kenne sich nicht aus. Fast jeder private Bauherr kennt sich auch nicht aus und muß sich erkundigen. Alles andere ist fahrlässig.

Anonym hat gesagt…

Eine üble Pressekampagne.
Die Kirchenhasser können ihr Glück gar nicht fassen.
Mixa war nur ein Anfang.
Wir sollten auch sehr genau hinschauen, wer aus der katholischen Ecke jetzt sich alles hervor wagt und auf den hilflos am Boden Liegenden feige eintritt.
Josephus

Anonym hat gesagt…

Als Protestantin könnte ich abwarten und sagen, daß mich all das nichts angeht. Als Ostdeutsche könnte ich sagen, daß ich ja weit weg lebe. Wahrscheinlich findet der "gemeine" "Klosterneuburger-Leser" so wie so, daß mich das alles nichts angeht.
Aber es geht mich doch an. Ihr Katholiken seid als erste "zum Abschuß" freigegeben (noch mehr Profil...).
Wir stehen am Ende aber alle auf der "Abschußliste", alle Christen. Und wir sollten - finde ich - ziemlich wichtige Streitfragen trotzdem auf ziemlich später verschieben.
Und einstweilen zusammenhalten und das Wichtige bedenken.
Mich ko... es jedenfalls an, dieser Kampagne zuzusehen.
Ich warte auch immer noch auf C. Roths Entschuldigung, da sie sich nun doch auch - wie Mixa - auf den Zeitgeist beruft... Entweder gilt das für alle oder für keinen.

Leute! Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. (1.Petr 5,8)

Phil hat gesagt…

Konnten die Kinder lesen, was sie da verteilten?