Mittwoch, 4. September 2013

** würg **

Ihr erinnert Euch vielleicht noch an Ben Sherman? Das ist jener tapfere Kerl, der Anfang Juli einen Artikel verfaßte, in dem er seine Mitmänner aufruft, sich für das Recht auf Abtreibung stark zu machen, weil sonst der schnelle, bedeutungs- und folgenlose Sex sterben könnte. Wer will schon, daß ein Betthupferl im entscheidenden Moment plötzlich verkrampft, weil sie Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft hat, die sie denn aber nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen beenden kann?

Mit diesem Aufruf verhalf Sherman dem von Sarah Silverman geprägten Begriff "Bro-Choice" zu zweifelhaftem, internetweitem Ruhm. Schnell war von einem "Bro-Choice Movement" die Rede.

Einer der Aktivisten dieser Bewegung, der auf "Return of Kings" unter dem Pseudonym "bacon" auftritt, hat nun ein neues Glanzstück mit dem schönen Titel "How to convince a girl to have an abortion" abgeliefert. Es könnte Satire sein, aber ich will meine Hoffnungen nicht zu hoch ansetzen.

bacon geht zu Beginn des Artikels davon aus, daß sexuell aktive Menschen genau dann einen Unfall haben, wenn - "Shit happens" - auf den Geschlechtsakt eine Schwangerschaft folgt. Da werden sich alle Ehepaare, die seit Jahren erfolglos versuchen, ein Kind zu zeugen, schon mal beruhigt zurücklehnen, weil sie - ** angstschweiß-von-der-stirne-wisch ** - diesem Unfall bisher erfolgreich ausweichen konnten.

Sollte es nun zu besagtem Unfall kommen, dann gilt es, die Frau möglichst wirkungsvoll davon zu überzeugen, daß eine Abtreibung die einzig richtige Entscheidung ist. bacon liefert auch gleich drei verschiedne Spielarten: Die "Hail Mary"-Methode (ein aus dem Football stammender Begriff, in dem das zurückliegende Team in der Endphase des Spiels einen schwierigen Spielzug ausführt, um doch noch zu gewinnen), die "Asshole"-Methode und die "Wildcard"-Methode. Um zu verdeutlichen, daß er nicht nur Schaum schlägt, versichert der Autor seinen Bros, daß die ersten beiden Methoden im Vorfeld der zwei Abtreibungen, für die er bisher bezahlt hat, prima funktioniert haben.

Die "Hail Mary"-Methode ist anzuwenden bei langfristigen Gelegenheitssex-Partnerinnen oder bei Freundinnen also bei jedem Mädchen, "welches glaubt, daß es in euer Beziehung ein Gefühle-Element gibt", so bacon. Hier gilt es, dem Mädchen mit Geschick und Sensibilität klarzumachen, daß man zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht auf die Vaterrolle vorbereitet ist, daß man sich zwar wünscht, eines Tages mit ihr Kinder zu haben, daß man aber zu einem späteren Zeitpunkt viel besser für eine Familie wird sorgen können. Wenn man die Partnerin weichgekocht hat und sie eine Abtreibung hatte, muß man die Beziehung schnell beenden, denn wenn eine weitere Schwangerschaft folgt, sieht man alt aus.

Die "Asshole"-Methode (ja, ich weiß... "Wie? JETZT kommt noch eine Asshole-Methode?") wirkt bei One-Night-Stands, Booty Calls und anderen Gelegenheits-Popps ohne große Investition von Gefühlen. Sie kann auch Plan B sein, wo die "Hail Mary"-Methode nicht gewirkt hat. So geht's: Man macht der Schwangeren sofort und unmißverständlich klar, daß man keinesfalls der Vater dieses Kindes sein wird. Die Mutter darf nur die vom Staat verlangte minimale Unterstützung erwarten. Ansonsten wird man sich aber auf keinen Fall um das Kind kümmern. Also bittet man nicht um eine Abtreibung, sondern man befielht und drängt. Idealerweise fährt man die Frau noch direkt nach der Debatte zur Abtreibungsklinik, zahlt, verabschiedet sich und wäscht sich die Hände. Wichtig ist hier, daß man seine Emotionen kontrolliert und während der gesamten Nummer ein eiskalter Sack ist.

Die "Wildcard"-Methode ist besonders reizend: Man erklärt der Frau, daß man in der Familie eine seltene genetische Erkrankung weitervererbt und daß das Kind mit dieser Krankheit geboren werden könnte. Um der Sache etwas Wind in den Segeln zu verleihen, sollte man vorher in einem Krankenhaus oder einem Behindertenheim Bilder von Leuten schießen, die einem nicht unglaubwürdig unähnlich sehen und deren Zustand abschreckend genug wirkt.

bacon endet mit diesem schwurbeligen Satz:
    My hope is that if this advice helps just one man to convince his future baby’s mama to spare him from becoming a parent against his will, it was worth the writeup. [Etwa: Meine Hoffnung ist, daß sich das Schreiben gelohnt hat, wenn dieser Ratschlag nur einem Mann dabei behilflich ist, die Mutter eines künftigen Babies davon zu überzeugen, ihn davor zu bewahren, gegen seinen Willen Vater zu werden]
Wie gesagt: Ich hoffe, daß es eine Satire ist.

Aber die Kommentare trüben die Hoffnung. Einer schreibt: "Ich bin grade nochmal davongekommen! Ich konnte sie nicht davon überzeugen, eine Abtreibung vorzunehmen, aber sie hatte eine Fehlgeburt"...

Um bacon's letzten Satz mal aufzugreifen: Wenn Roe vs. Wade dazu führt, daß auch nur ein Schleimball vom Kaliber eines bacon in seiner maßlosen Ichbezogenheit und Verantwortungsscheue Frauen jeglichen Respekt verweigert und sie nur als Vergnügungsparks auf zwei Beinen betrachtet, denen man so viel vormacht, wie man ihnen eben vorzumachen hat, um die eigenen Ziele zu erreichen, dann weiß ich mir eigentlich nur noch zu helfen, indem ich mich massiv für eine Stärkung der Rolle der Frau als Mutter oder als gottgeweihte Jungfrau einsetze (nicht, daß ich reaktionäre Sau das nicht auch schon voher getan hätte).

Wenn Frauen aber weiterhin das Spiel spielen, dann werden sie auch von Männern künftig nicht seltener sondern öfter als weibliche Bros betrachtet, mit denen man tagsüber die Investmentbank, die Anwaltskanzlei oder die Fast-Food-Restaurant-Kasse teilt und mit denen man nach Dienstschluß umgeht wie mit seinesgleichen: "Komm schon! Das ist nur eine kleine Sportverletzung! Das wollte ich nicht, und das läßt sich leicht wieder wegmachen!"

Wir Kirchenmänner ringen grade mit dem Konzept der Entweltlichung der Kirche. Die Frau ist streng genommen das ideale Instrument der Verkirchlichung der Welt. Und zwar nicht in dem Sinne, daß sie religiöse Praktiken pflegt und weiterreicht (das allerdings auch) sondern in dem Sinne, daß sie die Volksversammlung (ἐκκλησία) in der kleinstmöglichen Menge im Haus und am Tisch zusammenführt und zusammenhält. Warum kann aber nicht auch der Mann diese Rolle übernehmen? Weil die Häupter der hungrig knütternden Babies sich der Mutterbrust entgegenrecken und nicht dem unrasierten Kinn des Vaters. Die Babies wissen es aus Intuition. Wir wußten es einst auch, aber wir haben uns verschlaudummen lassen.

Kommentare:

Johannes hat gesagt…

Das ist leider keine Satire. Ich habe es in den letzten Jahren viel zu oft von meinen Mandantinnen und Mandanten gehört, daß es genau so läuft. Die Arschloch-Methode ist dabei die bei weitem am häufigsten angewandte. Sie wird übrigens auch von Ehemännern angewandt, die das dritte oder vierte Kind nicht wollen, und ihre Dronung, alles stehen und liegen zu lassen, nicht mehr arbeiten zu gehen, die Familie auf Stütze verweisen, dann auch wahr machen. Und auch noch von den Gerichten dabei unterstützt werden. Habe mir gerade vor kurzem wieder die Abfuhr vom OLG eingeholt, weil der "arme Mann" so krank ist, daß er nicht mehr arbeiten gehen kann.

Monika hat gesagt…

Ich geh nicht auf den Anstoß und Hauptinhalt dieses Postings ein. Der Exkurs am Ende hats mir angetan. Oder eher nicht angetan. Sagen wir mal so: Er aktiviert meine Streitlust.

" ein Schleimball vom Kaliber eines bacon in seiner maßlosen Ichbezogenheit und Verantwortungsscheue Frauen jeglichen Respekt verweigert und sie nur als Vergnügungsparks auf zwei Beinen betrachtet, denen man so viel vormacht, wie man ihnen eben vorzumachen hat, um die eigenen Ziele zu erreichen, "

1.) Der "Schleimball" ist Dein Bruder in Christi. Und die Bezeichnung "Schleimball" hat auch keinerlei argumentativen oder therapeutischen Nutzen, so daß sie dennoch für ein von Gott geliebtes Kind gerechtfertigt wären. Das war nur so nebenbei, ich finde eben, Beleidigungen sollte man auch bei größter Aufregung bleiben lassen, rein pragmatisch überwiegt der Schaden

2.)Ja holla, wo leben Sie denn? Im Land der Jungfrauen und Huren?
Die Frauen, die mit/von bacon schwanger werden, passen auf ihre Art vortrefflich zu ihm. Die sind genauso ichbezogen und verantwortungsscheu, betrachten bacon als potenziellen lebenslänglichen Versorgungsvertrag und machen ihm, und evtl zur Gewissensberuhigung auch sich, genau so viel vor, wie nötig, um die eigenen Ziele zu erreichen

Wenn Frauen aber weiterhin das Spiel spielen, dann werden sie auch von Männern künftig nicht seltener sondern öfter als weibliche Bros betrachtet, mit denen man tagsüber die Investmentbank, die Anwaltskanzlei oder die Fast-Food-Restaurant-Kasse teilt und mit denen man nach Dienstschluß umgeht wie mit seinesgleichen: "Komm schon! Das ist nur eine kleine Sportverletzung! Das wollte ich nicht, und das läßt sich leicht wieder wegmachen!"
Jedesmal wenn ich diesen Absatz lese, muß ich lachen. "wie mit seinesgleichen". Ging es oben um das Frauenbild, also nun um das Männerbild. Sie gehen doch bestimmt nicht so mit ihresgleichen um? Warum sollte das Gros der Männer dann anders mit seinesgleichen umgehen als Sie?

Die Frau ist streng genommen das ideale Instrument der Verkirchlichung der Welt.
Sehen Sie. Für Sie ist die Frau ein Instrument. Für den einen ist sie eine Sache um seine Lust zu befriedigen, und für den anderen ein Instrument um was Gutes zu erreichen. Es dreht sich nicht um bacon und die bösen Männer. Es geht um Ihr Frauenbild.

daß sie die Volksversammlung (ἐκκλησία) in der kleinstmöglichen Menge im Haus und am Tisch zusammenführt und zusammenhält. Warum kann aber nicht auch der Mann diese Rolle übernehmen? Weil die Häupter der hungrig knütternden Babies sich der Mutterbrust entgegenrecken und nicht dem unrasierten Kinn des Vaters. Die Babies wissen es aus Intuition. Wir wußten es einst auch, aber wir haben uns verschlaudummen lassen.
Schräg, wirklich schräg. Sie schreiben auch aus Intuition, besser aus etwas, das sich in Ihrem inneren so anfühlt wie Intuition - Intuition kann es aber nicht sein, denn Intuition ist nach gängigem Gebrauch immer zutreffend. Also, Ihre Intuition sagt Ihnen, daß weil die Babies lieber Muttermilch trinken, als Barthaare abschlappern, Frauen dazu geeignet sind, mit ihren Nächsten am Tisch Gemeinschaft zu schaffen.

Gemeinschaft ist NICHT daß einer einen Angebot schafft, das andere annehmen. Gemeinschaft ist eine symmetrische Beziehung.

Herzliche Grüße

Monika

PS: Wir Kirchenmänner ringen grade mit dem Konzept der Entweltlichung der Kirche.
Wie meinen Sie das? - inklusive Grundlagen, was bedeutet "Entweltlichung der Kirche" überhaupt?

Alipius hat gesagt…

@ Monika: "Schleimball"... -> Whatever...

"Die Frauen, die mit/von bacon schwanger werden, passen auf ihre Art vortrefflich zu ihm. Die sind genauso ichbezogen und verantwortungsscheu, betrachten bacon als potenziellen lebenslänglichen Versorgungsvertrag und machen ihm, und evtl zur Gewissensberuhigung auch sich, genau so viel vor, wie nötig, um die eigenen Ziele zu erreichen" -> Das ist doch eine reine Unterstellung. Die Frauen könnten sich ebensogut Hoffnung machen, in diesem Mann den Vater ihrer Kinder gefunden zu haben. Schließlich schließt bacon ja explizit auch Beziehungs-Freundinnen mit ein.

"Jedesmal wenn ich diesen Absatz lese, muß ich lachen. "wie mit seinesgleichen". Ging es oben um das Frauenbild, also nun um das Männerbild. Sie gehen doch bestimmt nicht so mit ihresgleichen um? Warum sollte das Gros der Männer dann anders mit seinesgleichen umgehen als Sie?" -> Natürlich gehe ich mit meinesgleichen so um. Wenn es beim Sport einen Rempler gibt und ein Mit- oder Gegenspieler stürzt, dann halte ich ihm die Hand hin, helfe ihm auf, guck mir - wenn sie existiert - die Schramme an, sag "Tut mir leid. Sieht aber nicht schlimm aus. Das geht schnell wieder weg." und die Sache ist gegessen.

"Sehen Sie. Für Sie ist die Frau ein Instrument. Für den einen ist sie eine Sache um seine Lust zu befriedigen, und für den anderen ein Instrument um was Gutes zu erreichen. Es dreht sich nicht um bacon und die bösen Männer. Es geht um Ihr Frauenbild." -> In diesem Szenario ist die Frau allerdings Instrument Gottes. Im anderen ist sie das Instrument bacons.

"Schräg, wirklich schräg. Sie schreiben auch aus Intuition, besser aus etwas, das sich in Ihrem inneren so anfühlt wie Intuition - Intuition kann es aber nicht sein," -> Also was denn nun? Schreibe ich aus Intuition, "fühle" ich Intuition oder kann es keine Intuition sein?

"Also, Ihre Intuition sagt Ihnen, daß weil die Babies lieber Muttermilch trinken, als Barthaare abschlappern, Frauen dazu geeignet sind, mit ihren Nächsten am Tisch Gemeinschaft zu schaffen. Gemeinschaft ist NICHT daß einer einen Angebot schafft, das andere annehmen. Gemeinschaft ist eine symmetrische Beziehung." -> Hier geht es ja weniger um das Angebot als um die Natur. Und in dieser ist die Gemeinschaft Mutter/Kind alles andere als symmetrisch.

"Wie meinen Sie das? - inklusive Grundlagen, was bedeutet "Entweltlichung der Kirche" überhaupt?" -> Entweltlichung bedeutet im Grunde genau das, was man sich unter dem Begriff vorstellt, wenn man ihn hört: Die Dinge der Welt - sei es nun ganz plump die Materie oder etwas getarnter der unbalancierte Geist (der sich in Eitelkeiten und/oder Neid etc ausdrückt) - sollen in der Kirche einen untergeordneten Platz einnehmen, damit Christi Botschaft den Geist der Menschen besser transformieren kann.

Monika hat gesagt…

Dann konzentrieren wir uns mal auf das Wesentliche:
In diesem Szenario ist die Frau allerdings Instrument Gottes
Da wir für Gott keine Instrumente sind, kommt das Wort "Instrument" von Ihnen.

Hier geht es ja weniger um das Angebot als um die Natur. Und in dieser ist die Gemeinschaft Mutter/Kind alles andere als symmetrisch
Richtig. Und eine Gemeinschaft unter Erwachsenen unterscheidet sich davon. Diese ist nur dann eine Gemeinschaft, wenn sie symmetrisch ist. Deswegen gibt es eben keinen naturgegebenen Ausschlag, warum Frauen besser für das Angebot zur Gemeinschaftsbildung geeignet sind, als Männer. Wenn da jemand ist, der eine Tisch- und Nährgemeinschaft anbietet, wird daraus keine wirkliche Gemeinschaft entstehen. Gemeinschaft erfordert Einbringen von allen Beteiligten. Das Geschlecht ist egal. Hauptsache reif und erwachsen.

Zur Entweltlichung der Kirche habe ich jetzt im Internet in bißchen gelesen in der Faz und bei Liborius, ich habe es so verstanden, daß die Kirche sich wieder mehr auf ihre Kernaufgabe konzentrieren will, die Verkündigung des Wort Gottes. Den Apparat, die Organisation in den Hintergrund stellen, aufbrechen, so weit als möglich aufgeben. Die Institutionalisierung des Glaubens beenden. Dazu bedarf es gerade Menschen, die aus dem Glauben leben, kein zweites Gewand mit sich tragen, sich nicht in der Institution eingerichtet haben. Evtl ist es gerade kontraproduktiv wenn das von der Kirchenhierarchie initiiert wird. Meinem Verständnis nach steht schon das Weihepriestertum dem entgegen.

Alipius hat gesagt…

@ Monika: Natürlich kommt "Instrument" von mir. Habe ich auch nicht bestreiten wollen.

Kinder sind für mich schon ein naturgegebener Ausschlag, warum Frauen besser geeignet sind. Wenn Mann und Frau sich in einer Beziehung auf Augenhöhe gegenüberstehen, es aber einen dritten Faktor gibt, der wegen seiner Abhängigkeit von den Erwachsenen in der Gemeinschaft nicht die gleiche Rolle spielen kann, dann würde ich schon sagen, daß die naturgegebene Nähe der Mutter zum Kind (Schwangerschaft, Muttermilch...) genau dort greift.

Entweltlichung hat nichts mit mit dem Weihpriesterum zu tun. Die Sakramente sollen im Rahmen einer Entweltlichung sicherlich nicht aufgegeben oder in Frage gestellt werden. Den Apparat hier und da zu verschlanken, das kann sicherlich nicht schaden.

wrtlx hat gesagt…

Gemeinschaft zwischen Frau und dann funktionert immer dann, wenn der Mann noch Mann und die Frau noch Frau sein darf und nicht beide irgend ein Genderzwischendingsgeschwurbel.
Dat is wie früher bei Neandertals. Frau Wächterin des Herdfeuers, Mann Schwinger der Keule, plärrende Kinners dazwischen - gut is.

Ester hat gesagt…

Ich persönlich mache das ganze Ausmaß des Dramas an dem Bedeutungswandel des Satzes "Sie hat ihn mit dem Kind reingelegt" fest.
Früher bedeutete der Satz "Sie war von jemanden anderem schwanger und hat ihm das Kind als seines untergeschoben" (das ist jetzt lediglich ne Feststellung und keine Wertung)
Heute bedeutet der Satz ganz einfach "Sie hat mit ihm geschlafen (was ja im Gegensatz zu früher ja nicht das moralische Problem darstellt)und ist einfach so schwanger geworden"
Wie gesagt, die Befürchtungen Paul VI das Fortpflanzung und Sexualität getrennt werden, sind wahr geworden (Leider)

Anonym hat gesagt…

Bei diesen Beiträgen muß ich an einen Fall aus meiner Studienzeit denken, der vom österreichischen Obersten Gerichtshof (OGH) entschieden wurde. Sachverhalt: Nach einer Betriebsfeier vollziehen eine Frau und ein Mann miteinander Geschlechtsverkehr. Sie nimmt die Pille und sagt ihm das auch - wird aber trotzdem schwanger und bringt das Kind zur Welt. Er kann die Vaterschaft nicht bestreiten, muß also Kindesunterhalt zahlen. Im Gegenzug versucht er, sie auf Schadenersatz zu klagen. Der Fall geht zum OGH, der OGH weist das Klagebegehren auf Schadenersatz ab mit der Begründung: Vollzug des Geschlechtsverkehrs ist Handeln auf eigene Gefahr, daher ist Schadenersatz ausgeschlossen. Die Logik dahinter: Er hätte ja auch "Nein, danke" sagen und heimgehen können.

Zwetschgenkrampus

Anonym hat gesagt…

Ich glaube nicht, dass das als Satire gemeint ist - solche Leute gibt's tatsächlich.
Und was würde sich jetzt ändern, wenn Abtreibung nicht unter bestimmten Umständen straffrei gestellt würde? Wären diese Leute dann einsichtig und würden sich adäquat um ihrer Kinder kümmern? Nein, das wären sie nicht.

Die Frau säße entweder mit dem Kind allein da oer dürfte sich eine Hinterhofabtreibung organisieren.
Na, super, dann hätten aber alle echt gewonnen.

NB: Die Frau als "Instrument" für irgendwas, das stößt mir, genauso wie einer Vorposterin, sauer auf. Die Formulierung würde ich noch mal überdenken.

An den Poster, der meint, Mann-Frau-Beziehunge wären besonders geglückt, wenn's läuft wie bei den Neanderthalern - ich hoffe, DAS war Satire.