Sonntag, 22. September 2013

Nicht übel!

Beim diejährigen Marsch für das Leben sollen 4.500 Lebensschützer am Start gewesen sein. Das ist eine Zahl, die durchaus beeindruckend ist, da im lezten Jahr - wenn ich mich recht entsinne - von ungefähr 3.000 Teilnehmern die Rede war. Respekt, Leute!

Wie viele bedreadlockte Dauerstudenten, Hausbesetzer, Straßenperformer, Mit-35-noch-auf-den-Durchbruch-ihrer-Band-Hoffer, Irgendwie-so'n-bißchen-im-Piercingstudio-und-in-meiner-Stammkneipe-Jobber, AfD-Wahlhelfer-Verprügler und Kreative-Slogans-für-Demos-Schreiber aus dem rotgrünlinken GLBT-Millieu dabei waren weiß ich nicht, ist aber auch schnuppe.

Erhebend ist jedenfalls das Wissen, daß die Botschaft der Lebensschützer so haargenau auf die Partellarsehne getroffen hat, daß die Gegendemonstranten wieder einmal nur hilflos und reflexhaft mit den alten Slogans und Gewalttaten zutreten konnten. Natürlich muß in Millieus, in denen der Lebensschutz zusammen mit anderen Werten familienvendettamäßig niedergemäht wird, damit der eigenen "Entfaltung" und "Selbstverwirklichung" nichts im Wege steht, irgendwann auch die Hemmschwelle zu Beschimpfungen und Gewalt sinken.

Oder, anders: Die Teilnehmer am Marsch des Lebens werden of als "sogenannte" oder "angebliche" Lebensschützer bezeichnet. Jetzt frage ich mich, wo potentiell denn die wirklichen Lebensschützer sitzen? Unter denen, die Kreuze zertrümmern, Menschen beleidigen und anderen nicht zugestehen wollen, ungestört ihre Meinung zu vertreten? Oder unter denen, die - obwohl sie beschimpft und belästigt werden - friedlich zusammen marschieren?

Hier ein Video:



Naja... Wie dem auch sei... Ab 8:53 dann endlich die gesunde Selbsteinschätzung der Gegendemonstranten: "Wir sind unserem Motto treu: Queer, pervers und arbeitsscheu!"

Ach...?

Echt jetzt...?

Ich habe - wie versprochen - in Mariazell für die Teilnehmer am Marsch des Lebens und für den Lebensschutz gebetet.

Kommentare:

Matthias Ruckenbauer hat gesagt…

Hmm ... ein Gebet als Dank für diejenigen, die hier eindrucksvoll gezeigt haben, daß es noch Menschen gibt denen *jedes* Leben heilig ist ist sicher eine gute Sache, aber haben es nicht eigentlich die Gegendemonstranten wesentlich nötiger, daß man für sie betet? Nur so ein Gedanke.

Matthias

Alipius hat gesagt…

@ Matthias Ruckenbauer: Bei mir gilt in solchen Fällen stets "sowohl... als auch..." und nicht "entweder... oder...", auch, wenn ich mal nicht explizit darauf hinweise.

Matthias Ruckenbauer hat gesagt…

@Alipius
Es ging mir ja gerade darum extra darauf hinzuweisen. Ich schließe jetzt einmal frecherweise von mir auf andere und nehme daher an, daß wir alle es immer wieder nötig haben daran erinnert zu werden weil wir sonst vergessen für unsere Feinde zu beten und ganz besonders für die am weitesten verlorenen Seelen.

Matthias

Jürgen Niebecker hat gesagt…

2 Cent zum Thema: Für andere Beten

Freilich ist es weisungsgemäß so zu handeln, wie wir in Lk 6 lesen können: »…Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln…«

Das ist die eine Seite.

Eine andere Seite ist:
Ist mein Beten für andere nicht eine Art "Gewaltausübung"?
Etwas wo gegen sich der andere nicht wehren kann?

Wenn ich jemandem auf die Nase hauen will, dann kann der andere und den Schlag ggf. abwehren. Wenn ich für jemandem bete, kann er nichts zu. Er ist verurteilt zu Passivität.
Jetzt könnte man sagen, daß die beiden Dinge nicht zu vergleichen sind: immerhin ist Auf-die-Nase-hauen was Schlechtes während für jemanden Beten was Gutes ist.
Doch eine gute Gabe kann man nur anbieten. Es liegt am anderen sie anzunehmen. In diesem Fall will der Andere vielleicht die gute Gabe gar nicht, doch er kann sich nicht gegen sie wehren.
Man könnte hier allerdings auch das Bild eines Kranken zu Rate ziehen, der seine Medizin verweigert…

Wie dem auch sei… so einfach scheint mir das mit dem Beten für andere in dieser Hinsicht nicht zu sein.

Doch gibt es auch noch eine andere Sicht:

Ein Prof. erzählte mal in einer Vorlesung: Wenn er über den Friedhof ging, sei er immer am Grab seines ehemaligen Lehrers vorbeigekommen. „Dir könnt ich heute noch in den Hintern treten“, dachte er jedesmal im Vorbeigehen.
Dann jedoch fing er an für den Lehrer zu beten und mit der Zeit stellte er fest, daß sei Groll gegen den Lehrer verschwand.

Beten hilft eben - vielleicht jedoch nicht immer so, wie man es gewollt hat.