Samstag, 21. September 2013

Ein mit Giuseppe Nardi befreundeter Lebensrechtler...

... kennt das katholische "sowohl... als auch..." nicht (oder tut so, als sei es ihm nicht bekannt) und interpretiert die Worte des Papstes folglich so:
    Wer redet denn überhaupt noch über dieses Unrecht [die Abtreibung, A.]? Es sind doch nur mehr ganz wenige. Es ist doch zum großen Tabu unserer Zeit geworden, über das man nicht mehr redet. Und nun sagt der Papst den wenigen, die noch darüber reden, sie sollen doch endlich aufhören damit.
Wenn dieser Lebensrechtler eine Party schmeißt und Freunden, die fragen, ob sie Getränke mitbringen sollen, antwortet: "Ja, aber nicht nur Bier!", handeln die Freunde dann genau so, wie der Lebensrechtler es wünscht und erwartet, wenn sie gar kein Bier mitbringen?

Kommentare:

Phil hat gesagt…

Na ja, was ist denn das andere, was heutzutage betont werden soll? Man kann nicht einerseits sagen "Die Kirche kann nicht nur über Abtreibung, Homoehe etc. sprechen" und dann nicht sagen, worüber sie auch sprechen soll.

Was, und das sollte man all den "der Papst bricht mit der Lehre"-Leuten eintrichtern, auch nicht das ist, was der Heilige Vater gesagt hat. Er hat auf das Zentrum unseres Glaubens - Christus - hingewiesen. Ohne ihn droht unsere Moral strenge Regel zu werden.

Der Papst hat nicht gesagt, man solle weniger über Abtreibung reden, aber er hat gesagt, daß das Fundament des Glaubens dazu vonnöten ist.

Aber um ehrlich zu sein, frage ich mich hier, wer mehr Schaden anrichtet: Die rechte/linke Presse, die dem Papst einen Bruch unterschieben will (sei es Marke "Hurra, Homoehe", sei es Marke "Hilfe, Homoehe") oder die ganzen papal fanboys Marke kath.net, die einerseits immer wieder von "revolutionären Äußerungen" reden, darüber, was sich nun alles (natürlich zum Besseren) wenden soll, aber dann, quasi einen Nebensatz später, schreiben, daß das bekannte Blatt Papier nicht zwischen Benedikt XVI und Franziskus passe, daß er voll und ganz auf dem Boden der Lehre etc steht - ja, was denn nun? Revolution oder Bekräftigung des Alten?

Anonym hat gesagt…

Ich habe heute einen Kommentar von John Allen, laut der "Wiener Zeitung" der "Vatikan-Experte" von CNN, gelesen. Demnach sei Franziskus "der Papst der stillen Mehrheit in der Kirche, der gemäßigten Mehrheit, die nicht die Lehre, allerdings den Ton ändern" wolle. Das heißt, der Papst, bzw. die von John Allen herbeigeschriebene "franziszeische Kirche" sagt den Sündern nach wie vor "Fahrt zur Hölle!", aber sie sagt es viel liebenswürdiger? Ehrlich, Herrschaften, wenn das Niveau für einen "Experten" reicht, was bin dann ich? Die Akademie der Wissenschaften? - Ich verhehle nicht, daß ich mit diesem Papst nicht recht warm werde, aber das muß nicht am Nachfolger Petri liegen ...

Zwetschgenkrampus