Dienstag, 30. Juli 2013

Was die Franziskaner der Immaculata betrifft,...

Ich habe mal versucht, das zu sammeln, was sich für mich - einen uneingeweihten Medienkonsumenten - noch am ehesten als Fakten anbietet...

1.) Die Kongregation wurde 1970 nicht als altrituelle Gemeinschaft gegründet, sondern beschloß 2008 im Kielwasser von Summorum Pontificum auf einem Generalkapitel, daß alle Priester der Gemeinschaft die außerordentliche Form des Römischen Ritus erlernen sollten. Seither wird sowohl die ordentliche als auch die außerordentliche Form gefeiert.

2.) Dieser Beschluß führte zu einem Bruch innerhalb der Gemeinschaft, wie eines der Mitglieder hier auf seinem Blog schreibt.

3.) Den Bruch wiederum konnte die Gemeinschaft nicht aus eigener Kraft kitten, so daß es zu einer Apostolischen Visitation kam, deren Startschuß natürlich noch unter Benedikt XVI gegeben wurde.

4.) Als Folge der Visitation wurde nun die Kongregation einem Apostolischen Kommissar ad nutum Sanctae Sedis unterstellt.

5.) Das entsprechende Dekret informiert die Franziskaner der Immaculata nicht nur über die Unterstellung unter einen Apostolischen Kommissar, sondern teilt auch die Anordnung des Papstes mit, "daß jeder Angehörige der Kongregation der Franziskaner der Immakulata angehalten ist, die Liturgie nach dem ordentlichen Ritus zu zelebrieren und daß, eventuell, der Gebrauch der außerordentlichen Form (Vetus Ordo) ausdrücklich von den zuständigen Stellen für jeden Ordensangehörigen und/oder jede Gemeinschaft genehmigt werden muß, der dies beantragt."

6.) Diese Einschränkungen sind, wie ein weiteres Mitglied der Franziskaner der Immaculata schreibt, "specific to us and have been put in place for reasons specific to us".

Die vorsichtige Schlußfolgerung, die ich erst einmal biete: Die Einschränkung der Feier des Heiligen Meßopfers in der außerordentlichen Form des römischen Ritus hat weniger damit zu tun, daß der Papst selbst diese Form ablehnt, sondern damit, daß innerhalb der Franziskaner der Immaculata ein Zwist entstand, der sich um eben diese Form rankt.

Daher - um mal eine in diesen Tagen doch recht populäre Formulierung aufzugreifen...: Wer bin ich, daß ich über Papst Franziskus urteile?

Ich habe gestern einen eher streifenden Blick auf die eine oder andere facebook-Debatte zum Thema geworfen, und ich war entsetzt, daß dort einige Leute lautstark und hämisch mit ihren "Ich habe zuerst vor Franziskus gewarnt"-Pokalen herumstolzierten. Genau diese Art von Zwietracht ist es, die den Teufel am Ende des Tages zufrieden rülpsen läßt. Keine Frage: Wenn die Fakten es hergeben, dann darf man sich auch kritisch zum Papst äußern. Aber im Moment scheint mir das Triumphgeheul der Franziskus-Skeptiker verfrüht und daher schädlich.

Vielleicht sollten wir uns alle eine Scheibe bei den Franziskanern der Immaculata abschneiden, denn die beiden oben verlinkten Beiträge der Mitglieder zeigen vor allem eines: Große Treue zum Papst und unerschütterliches Vertrauen in die Heilige Mutter Kirche.

Und wer Hummeln im Hintern verspürt, der kann beim Geistbraus vorbeischauen und sich einen coolen, Fr.-Z-inspirierten Aufruf reinziehen!

Kommentare:

Dieter Philippi hat gesagt…

Sehr speziell auch der Pileolus von Padre Stefano Manelli, dem Gründer der F.I.

MisterX hat gesagt…

Das schätze ich auf der Tatsachenebene auch so ein. Nur, bittschön, stellt der verordnete Genehmigungsvorbehalt für die Hl. Messe doch gar kein geeignetes Mittel zur Befriedung dar, sondern ist eine Parteinahme.
Abgesehen davon, daß es mehr als nur ein Gschmäckle hat, eine Meßform, die einst im Auftrag des Konzils von Trient unter Papst Pius V. als verbindliches Meßbuch für die ganze Kirche herausgegeben wurde und forthin tradiert blieb, unter einen Genehmigungsvorbehalt zu stellen.
Im übrigen kann man auch von Rechts wegen nicht, um es einmal etwas lapidar zu sagen, "Friede, Freude und Eierkuchen" über die rechtmäßige Feier der Hl. Messe stellen.