Montag, 29. Juli 2013

Trouble in Paradise...

Erzbischof Desmond Tutu möchte lieber "an den anderen Ort" gehen, als in einen homophoben Himmel:
    "I would not worship a God who is homophobic and that is how deeply I feel about this,"...

    "I would refuse to go to a homophobic heaven. No, I would say sorry, I mean I would much rather go to the other place."
Oh bur-other!

Ernsthaft? Aber was, wenn er doch in den Himmel kommt? Muß ich dann davon ausgehen, daß - sollte Gott in seiner Gnade mir ebenfalls Eingang ins Himmelreich gewähren - ich allmorgendlich von Trillerpfeifen und Protestgeschrei geweckt werde?

Kommentare:

kalliopevorleserin hat gesagt…

Keine Sorge.
Homophob bedeutet: an irrationaler Angst vor Homosexualität leidend.
Ich bin ganz sicher, daß Gott nicht an irrationalen Ängsten irgendeiner Art leidet. Meiner Erfahrung nach leidet auch die Kirche nicht darunter. "Ich finde X falsch" ist eine andere Kategorie als "Ich habe Angst vor X".
Was Desmond Tutu fürchtet, gibt es mithin gar nicht. Man könnte es eine Homophobiephobie nennen.

Nota bene: Ich bin selbst gar nicht sicher, welche Einstellung zu Homosexualität nun richtig ist. Es ist auch kein Thema, das mich sonderlich interessiert. Was mir aber wirklich auf den Senkel geht, ist die ununterbrochene Hochstilisierung von Homosexualität als etwas ganz unfassbar Überlegenem, diese Selbstdarstellung vieler Schwuler und Lesben als arme geschundene Opfer (v.a. in Berlin, wo einige arme geschundene Opfer in der Regierung sitzen).
Mir kommt das ähnlich logisch vor, als ob ich auf die Straße gehe und laut protestiere, weil ich als 51jährige Epileptikerin keine Chance auf einen Ausbildungsplatz zur Pilotin habe. Ist ja auch irgendwie ungerecht. ;-)

Severus hat gesagt…

Es ist nicht anzunehmen, dass der Gute, wenn's denn soweit ist, gefragt wird, wo er denn nun gerne hin möchte ...

clamormeus hat gesagt…

Schwachfugsatz des Milleniums?

Aber immerhin scheint er zu implizieren, daß er die Hölle für einen "gendergerechten" Ort hält ;-)

Arminius hat gesagt…

Lieber ein kalter Krieger
als ein warmer Bruder.

FJS

Anonym hat gesagt…

Arminius, meinen Sie das wirklich? Sie haben so gar nichts begriffen ...
Einfach mal anhören, was Papst Franziskus heute gesagt hat oder einfach mal lesen, was im Katechismus steht. Poor man.

Frau Sperlich, gerade als Berlinerin sollten Sie wissen, daß es, trotz eines offen schwulen Bürgermeisters, dennoch Übergriffe gibt und daß gerade schwule Jugendliche oft in großen Nöten sind.
Und dieses Rumgeiere mit dem Wort "Homophobie" trägt nicht wirklich zur Erhellung bei.

Die meisten von Euch oder von Ihnen scheinen nicht wirklich einfach mal mit Betroffenen zu reden, das lassen gewisse Postings (auch auf diesem Blog, dessen Betreiber eigentlich ein Seelsorger sein soll(te)) und die Reaktionen darauf immer wieder deutlich werden.

Ich bin dankbar für die Worte des Erzbischofs.

JoEv

Alipius hat gesagt…

JoEv: Lahme Fingerzeig-Unterstellung. Woher wollen Sie wissen, wie viele Schwule und Lesben ich in meinen 44 Lebensjahren kennengelernt habe, wie oft ich mit ihnen geredet habe, wie intensiv ich ihre Probleme kennenlernte und ob ich, seit ich Preister bin, tatsächlich für ihre Seelen sorge oder ob ich sie nur mit einem "Bei Dir ist eh alles in Ordnung" nach Hause schicke, wenn sie sich hilfesuchend an mich wenden?

Anonym hat gesagt…

Ehrlich gesagt hatte ich beim Lesen ihres Blogs, den ich mehrmals in der Woche lese, nie den Eindruck, daß dem so wäre.
Wirklich nicht.

Aber schön zu wissen.

JoEv

Anonym hat gesagt…

Um jetzt einmal ganz platt einen Werbespruch einer österr. Assekuranz zu klauen: IHRE Sorgen möchten wir haben (eh klar, die wollen mein Prämienaufkommen).

Aber, LIEBER und HOCHVEREHRTER Herr Dr. Tutu, wirklich, wenn diese Zitate IHRE größte Sorge zum Ausdruck bringen und Sie tatsächlich keine anderen haben, dann, ja, bitte, IHRE SORGEN möchte ICH HABEN!

JoEv: Bitte betrachten Sie sich unter diesem Stoßseufzer als mit inbegriffen; ich glaube, gegen die Gesellschaft Dris. Tutu werden Sie nichts einzuwenden haben.

Ihr - nach Ihrer Definition - offenbar 150%ig homophober

Zwetschgenkrampus

Anonym hat gesagt…

Hmmmm...also, die Lesben und Schwulen, die ich kenne, halten sich weder für super überlegen noch für unsagbar gepeinigte Opfer. Das sind ganz normale Leute mit genau den selben Problemen wie alle anderen auch, mal abgesehen, dass ihr Pool für die Partnerwahl ziemlich klein ist und es nicht einfach ist, gegen den Mainstream zu leben, wenn man sich das nicht bewußt selbst aussucht.
Und JA, Schwule und Lesben sind bis vor ein paar Jahrzehnten ziemlich massiv verfolgt worden, erinnern wir uns z. B. noch daran, dass sie im III. Reich in KZs gespert worden sind?

Also, der Tutu-Sager ist schon reichlich seltsam - man kennt den Kontext nicht und hofft das Beste -, aber an die Schwulen-und-Lesben-Weltverschwörung zu glauben, ist es auch.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Ich habe nichts von einer Weltverschwörung gesagt oder auch nur gedacht. Die Schwulen, die ich persönlich kenne, sind auch keine Lobbyisten. Aber es ist unüberseh- und -hörbar, daß aus einer bestimmten Richtung Schwulenbewegung immer schriller gefordert wird.
Ich darf übrigens nicht Pilotin werden, aus Gründen, die in meiner körperlichen und seelischen Beschaffenheit liegen. Soll ich jetzt fordern, doch Pilotin werden zu dürfen? (Ich ziehe es vor, sinnvollere und aussichtsreichere Dinge zu tun.)