Samstag, 27. Juli 2013

"Pro Choice" bedeutet:

"Wir setzen uns dafür ein, daß Ihr eine Wahl habt: Entweder Abtreibung, oder verwüstete Kathedralen!"

Im chilenischen Santiago haben Abtreibungsaktivisten während einer Messe die Kathedrale verwüstet. Sie haben aus Kirchenbänken Barrikaden errichtet, Pro-Abtreibungs-Slogans an Altäre, Türen und Wände geschmiert und Beichtstühle beschädigt (englischer Artikel hier, spanischer Artikel mit Photos hier).

Die strengen chilenischen Gesetze, die eine Abtreibung auch im Falle einer Vergewaltigung nicht erlauben, stehen erneut heftigst zur Debatte, seit eine 11-Jährige, die vom Freund ihrer Mutter mehrfach vergewaltigt und dadurch schwanger wurde, kundtat, sie wolle das Kind austragen. Die Ärmste hat nun in jedem Falle dreifachen Schaden: Einmal das Grauen der Vergewaltigungen, dann die Instrumentalisierung durch Befürworter und Gegner der Abtreibung und letztlich entweder eine von ihr nicht gewollte Abtreibung (wenn sie lange genug bestürmt wird) oder die Belastung des kleinen Körpers durch eine zu diesem Zeitpunkt für ein Mädchen nicht vorgesehene Schwangerschaft und Geburt.

Der Mensch hat hier die Möglichkeit, für sich das Eine oder Andere zum Guten zu führen, je nachdem, wie er das Gute definiert (Abtreibung vs Geburt). Gott kann alles heilen, weswegen ich für das kleine Mädchen beten möchte und auch Euch bitte, dies zu tun.

Was die Vollfritten betrifft, die sich nicht mehr damit begnügen, jene, die für den Schutz des Lebens eintreten, mit Worten, Lärm, Drohungen, Obszönitäten und Beschmieren zu bedrängen, sondern die für ihre Sache mittlerweile verwüstend in Kirchen eindringen, in denen Menschen eigentlich in Ruhe beten und Gott danken wollen: Ich wünsche mir so sehr, sie besäßen Schamgefühl und einen nüchternen Blick auf sich selbst und ihr Tun.

Im deutschsprachigen Raum ist man auch schon wieder eine Stufe origineller geworden: Anläßlich des 1000-Kreuze-Marsches in Salzburg griffen einige MenschInnen ganz tief in die Ideenkiste und kramten einen Spruch hervor, der deutlich zeigt, wie es bei den "Mach das wech!"-Aktivisten um die menschliche Würde und die Friedfertigkeit bestellt ist: "1000(-Kreuze-M)Ärsche wegtreten!"

Dementsprechend kam es auf der Seite der Pro Choice-Horde dann auch zu 34 Festnahmen (inkl diverser Anzeigen)...

Kommentare:

De Benny hat gesagt…

Find ich immer wieder gut, bei Dir zu lesen, daß nicht nur die Pro Life Leute sich durch Gewalt hervortun (mir fallen da spontan die Morde an Abtreibungsärzten in den USA ein...).

Ich denk ja, daß man versuchen sollte, den Betroffenen, also den Müttern, zu helfen, direkt und ohne Drängen in irgend eine Richtung. Ist für mich auch der Grund, warum ich es schade finde, daß die katholische Kirche aus der Konfliktberatung ausgestiegen ist...

Alipius hat gesagt…

@ De Benny: Tja, das sollte man allerdings nicht nur bei mir lesen können, sondern auch in den MSM... Aber die schreiben lieber von einer Demo für das Leben mit ca 3 Teilnehmern, auch wenn es Tausende waren. Wenn es um Hilfe (also auch Beratung) geht, ist die katholische Kirche ja noch da. Man muß halt auf die Ausstellung eines die Abtreibung straffrei stellenden Scheines (der meines Erachtens nicht Bestandteil einer katholischen Hilfe bzw Beratung sein kann) verzichten bzw sich denselben woanders besorgen.

De Benny hat gesagt…

Ich les über solche Demos eigentlich nur bei Dir, weil das Thema jetzt keins ist, was ich stark verfolge. Liegt vielleicht auch daran, daß ich es so wahrnehme, als stehen sich da zwei Blöcke unversöhnlich gegenüber und keiner versteht den anderen mehr aber jeder will Recht haben.
Klar können die Katholiken den Schein nicht ausstellen. Ist ihr gutes Recht (und es gibt ja immer noch die Diakonie ;)), aber ich denke, jetzt so persönlich für mich, daß ein kirchendistanzierter Mensch, der Hilfe sucht, nicht ein Hilfeangebot aufsucht, bei dem die dem religiös Unbefangenen erst mal einleuchtendste "Lösung" von vorn herein verwehrt bleibt. Insofern scheint mir persönlich eine Beratung bei einer katholischen Stelle nur an die eigene Gruppe gerichtet zu sein, und darunter wohl auch nur an die "ganz Harten". Das finde ich schade, mehr nicht. Und all das, obwohl ich Abtreibungen auch ablehne. Aber wichtiger als die Frage Abtreibung ja oder nein ist mir die Frage: Was steht in der jeweiligen Situation konkret zur Diskussion? Gesundheit der Mutter, finanzielle Unsicherheit? Nochwas anderes? Und vor allem: Wie kann man die Bedenken ausräumen?
Und von wegen MSM: Denen glaub ich auch nicht mehr viel, aber aus anderen Gründen. Sie unterliegen halt auch dem Diktat des Marktes, und in unserer sündigen Welt diktiert der halt nicht das, was wir beide uns wünschen würden...
Gesegneten Sonntag