Dienstag, 23. Juli 2013

Natürlich bin ich Katholik und Puffgänger!

Oder wäre es, wenn eine entsprechende Bitte käme...

Kurt Krömer hat in der "Internationalen Show" sich Matthias Matussek so zurechtgelegt, daß er ihn endlich als "Puffgänger" bezeichnen konnte. Dies nicht nur einmal, sondern offenbar bis zur Gesichtslähmung. kath.net hat die Details.

Nun mag es Menschen geben, die durch das Zusammenführen der Begriffe "Katholisch" und "Puff" zu wildem Schenkelklopfen und anhaltendem Gewiehere angeregt werden, da in ihrer Phantasie sofort die Schlüpfrigkeit das Steuer übernimmt und dafür sorgt, daß vor dem sowohl begeistert als auch moralisch entflammten inneren Auge bestrapste Nonnen sich von wollüstigen Prälaten durch rot ausgeleuchtete Zimmer scheuchen lassen (** kicher... Hand-vor-den-Mund-halt... rot-werd... kicher... **).

Es gibt aber auch Leute, die sich an Berichte von Priestern erinnern können, die von der Frömmigkeit und Verzweiflung vieler Prostituierter sprechen. Von der fürchterlichen Lage, in der sich diese jungen Frauen wiederfinden, die Geld für sich und ihre arme Familie verdienen wollen und dafür ihren Körper verkaufen. Von dem Ekel, den diese jungen Frauen sich und ihren Freiern gegenüber verspüren. Von der Einsamkeit, die diese jungen Frauen zerfrißt, während unzählige Menschen - häufig nicht weniger verzweifelt - lieblos über sie drüberrutschen. Von dem Halt und der Beständigkeit, die diese Frauen suchen und nie finden, es sei denn beim Gebet des Rosenkranzes, den sie immer bei sich tragen.

Laßt den Krömers dieser Welt ihre billigen Bloßstell-Nummern, ihren Aufgeil-Schund und ihr Fingerzeig-Moralin. Laßt ihnen ihr einfaches Weltbild, in dem die Not gerne zu schlechten Kalauern benutzt werden darf. Laßt ihnen ihr eindimensionales Denken, laut dem der höchste zu erreichende Preis die Desavouierung des Anderen ist.

Mir würde es reichen, bekäme ich eines Tages die Gelegenheit, einer Prostituierten dort zu helfen, wo es ihr wirklich weh tut. Zur Not ginge ich dafür auch gerne in einen Puff.

Kommentare:

Elsa hat gesagt…

Das Problem ist aber bei den Krömers dieser Welt - ebenso wie bei ziemlich vielen anderen Nervensägen - dass sie von unserem Geld auch noch bezahlt werden für die Gülle, die sie verbreiten...

Martina Baro hat gesagt…

Ich habe mir bei ARD einen Wolf abgegoogelt und die Sendung nirgends unter keinem Stichwort gefunden.
Kann mir eine fromme Seele den genauen link oder Titel der Sendung rüberschieben!

Alipius hat gesagt…

Die Sendung wurde aufgezeichnet und wird erst am 10. August ausgestrahlt.

Sr. Mirjam hat gesagt…

Hier einige meiner Mitschwestern... Puffgängerinnen aus Leidenschaft... (Teil zwei des Filmes lädt gerade hoch) http://youtu.be/sTFOnl2sHIE

Sr. Mirjam hat gesagt…

http://youtu.be/roxIhWd3O7M
78 %

lädt noch, kommt aber bald (Teil2 der kath. Puffgängerinnen, sogar mit Bischofsbonus)

Anonym hat gesagt…



Der Herr Alipius: Natürlich bin ich Katholik und Puffgänger!

Wahrscheinlich nur einer von vielen Katholiken, die sich Sex im Puff holen (müssen), WENN Sie das überhaupt tun!
Eine uralte römisch-katholische, also absolute, ewige Wahrheit: wir sind ALLE Sünder!

Alleine die Tatsache, dass Sie behaupten ins Puff zu gehen, stellt nach katholischer Lehre nur dann eine Sünde dar, wenn Sie NICHT ins Puff gehen. Dann ist dies eine Lüge und damit eine Sünde.
Wenn Sie dagegen ins Puff gehen und dort KEINE Sünde der Unzucht begehen, dann sind Sie diesbezüglich KEIN Sünder. Erst wenn Sie ins Puff gehen und dort mit einer Frau oder, horribile dictu, gar mit einem Mann unzüchtige Handlungen in Gedanken, Worten und Werken (wie man uns dies in meiner Kindheit eingebläut (sic!) hat) begehen, DANN sind Sie natürlich ein Sünder. Und wenn ich mich recht an den Religionsunterricht in der Diesterwegschule in Linz erinnere, dann wurden diese Sünden der "Unkeuschheit" und "Unzucht", als besonders schwerwiegend rubriziert. Das waren noch Zeiten! Als man den Drittklässlern noch alles über Unkeuschheit erzählte; detailliert und mit allen höllischen Konsequenzen.

Alipius hat gesagt…

@ anonym: Oh boy...

Le Penseur hat gesagt…

@Don Alipio:

Manchmal ist beim Bloggen der explizite Gebrauch des Ironie-Buttons anzuraten ...

Oh boy ...

Diesem Stoßseufzer kann man sich wohl anschließen ...

Ursi Stewart hat gesagt…

Darf ich ausnahmsweise fuer die Mehrzahl der Alipius-Leser sprechen: Nicht verzweifeln, wir haben die Ironie kapiert und fanden den Artikel einmalig!


Johannes hat gesagt…

Als Junganwalt habe ich mal völlig unbedarft für eine Prostituierte den Lohn ihrer "Arbeit" eingeklagt. Der Amtsrichter hat mich damals ganz schön rund gemacht. Für ein beidseits sittenwidriges "Geschäft" konnte man jedenfalls vor 30 Jahren noch keinen "Lohn" einklagen. Heute geht das. Dank den Rotgrünen - die uns ja auch die Homo-Ehe beschert haben - gilt die "Arbeit" einer Prostituierten nunmehr als normale gewerbliche Tätigkeit. Seitdem ist Deutschland das Eldorado der Menschenhändler und der Staat kassiert heftig mit. Wer in den Puff geht, steigert also das Bruttosozialprodukt. Also ist es dann doch ganz normal, in den Puff zu gehen. Nix mit roten Ohren, oder. Wenn selbst ein allseits bekannter Moderator sich ukranische Prostituierte aufs Zimmer holt, und nach einem kurzen Tschulligung weiter macht, als wäre nichts geschehen - warum klagen?

Wann höre wir von dem nächsten Kandidaten - ich bin Puffänger und das ist gut so?

Imrahil hat gesagt…

Lieber @Johannes, das stimmt so vielleicht in der herrschenden Meinung, aber keineswegs notwendigerweise.

Das Prostitutionsgesetz sagt nichts weiter als daß Prostitutierte den vereinbarten Lohn fordern dürfen und daß sie *wie* sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer behandelt werden, *soweit* die Sozialversicherung betroffen ist.

Eigentlich gibt das nur vor dem Hintergrund der (an sich bestehenden) Sittenwidrigkeit der Prostitution (als Ausnahmeregelung zur allgemeinen Uneinklagbarkeit von Forderungen aus sittenwidrigen Verträgen) überhaupt einen Sinn.

Im Prostitutionsgesetz gibt es mithin keinen direkten Widerspruch zur katholischen Moral (also wenn man von Klugheitserwägungen zur Außenwirkung und Auswirkung absieht).

Kerstin Hipper hat gesagt…

Und da wundert sich "der Ami" ueber die merkwuerdigen Gesetze (derer es ja soooooo viele in USA gibt...) in Deutschland: das fortschrittliche Land, wo Prostitution legal ist. (Sowas gibt es hier nur in Nevada)Und sowas gibt es noch nicht einmal im gender-fortschrhittlichen Norwegen und Schweden. Gott sei Dank, welch ein Segen ist dieser gesetzliche Schutz.
In USA gibt es eine Taschentuecherfirma, die Puff heisst. Hab ich kuerzlich in den Beichtstuhl gebracht fuer die Traenen der Poenitenten.
Wenn der Puff nicht in den Beichtstuhl kommt, dann eben der Beichtstuhl in den Puff - find ich gut, Herr Alipius!

Elsa hat gesagt…

@anonym

Ich sags nur ungern, aber Sie haben wirklich GAR NICHTS KAPIERT. Nulla.
Niente.

Oberfail.

Better luck next time.

/Daneben verwundert es mich bei Ihrer intellektuellen Kapazität, wie Sie es schaffen konnten, diese vertrackten captchas hier tatsächlich auszufüllen. Aber selbst ein blindes Huhn findet ja mal ein Korn./

Anonym hat gesagt…

Für den oder die "anonym" noch ein Stückerl Information zur gefälligen Verdrehung nach dem Thema "hach, wie so lululuschtig": Die Legio Mariae ist m.W. die größte Organisation katholischer Laien. Ihre Spezialität: Hausbesuche und Straßenapostolat. Jedes Jahr organisiert die Legio unter anderem eine Veranstaltung ("PPC"), bei der Legionäre Apostolat in Hamburg, St. Pauli machen: Auf der Reeperbahn ... und jetzt alle zusammen: "GRÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖHHHHLLL! TOLL! Höhö! Zahlt da der Papst die Kondome?? (usw. usf. ad nauseam)"

Die Legionäre gehen bei dieser Veranstaltung auf Prostituierte UND Freier zu und bringen ihnen die christliche Botschaft. Ich weiß wirklich nicht, ob ich das unter den Umständen könnte ...

Zwetschgenkrampus