Mittwoch, 17. Juli 2013

** like ** ! ! !

Jetzt, wo ich nach dem Urlaub und dem Chorherrenkongress nicht nur wieder ins Arbeitsleben einsteige sondern auch das Blog wieder warmlaufen lassen möchte, ackere ich ein wenig mein Blogroll durch, um zu schauen, was ich da in den letzten Wochen so an interessanten Beiträgen verpaßt habe.

Beim Geistbraus habe ich dann diesen schönen Artikel gefunden, in dem der Autor sich (unter anderem) mit dem Phänomen des "Likens" beschäftigt.

Dies ließ bei mir deswegen ein Glöckchen klingeln, weil ich selbst während meiner letzten vier Entspannungs-Urlaubstage in Bamberg häufig über genau dies nachdachte: Das "Liken".

Für Nicht-Eingeweihte: Das "Liken" ist jener Vorgang, durch den man mittels Klicken auf eine dementsprechend gekennzeichnete, üblicherweise sehr kleine Fläche einer Webseite kundtut, daß einem das dort der Klickfläche vorangehend Präsentierte gefällt.

Ein facebook-Katzenphoto ist mega-süß? ** like **!

Ein youtube-Video ist ur-LOLig? ** like **!

Ein Kommentar zu einem Artikel einer Online-Zeitung sagt genau das aus, was ich selbst sagen wollte? ** like **!

uswusf...

Nun ist das System des "Likens" nicht sehr kompliziert. Auf facebook gibt es nur "Like", also eine Art positiver Bewertung ("+1"). Diese läßt sich zwar später wieder rückgängig machen (so daß aus "+1" wieder "0" wird), aber es gibt keinen "Unlike"-Knopf, durch den man ausdrücken könnte, daß einem ein Beitrag nicht gefällt ("-1").

Auf youtube und in den Kommentarbereichen vieler Online-Zeitungen gibt es sowohl ein "Daumen rauf" als auch ein "Daumen runter", so daß man nebeneinander die Zahl der Heftignicker und die Zahl der Nichtsogutfinder eines Kommentares sehen kann.

Maximal gibt es also ein "Like" und ein "Unlike". Differenzierte Bewertungen eines Inhalts sind nicht durch Knöpfchenklicken möglich ("ultra-like", "like", "mittel-like", "bißchen-like", "vollnicht-like"), sondern nur durch einen eigenen Kommentar ("Also ich finde den Text insgesamt gut, aber an dieser und jener Stelle stimme ich aus diesem und jenem Grund nicht zu"). Ein eigener Kommentar zerstört aber grade die Einfachheit des "+1"/"-1", des "Ja"/"Nein", des "Like"/"Unlike".

Okay, genug geschwafelt! Hier die Frage, die mich in den letzten Tagen meines Urlaubs beschäftigt hat: Auf facebook gibt es mittlerweile eine Shizilliarde Mitglieder. Nicht alle von ihnen sind schwer aktiv, aber für viele dieser Mitglieder dürfte das tägliche "Liken" mittlerweile so etwas sein wie das tägliche Brot. Da ich auf facebook (was immer noch die größte Social Networking-Seite des Universums ist) einen Beitrag aber nur "Liken" kann, und da "like" soviel bedeutet wie "gut" oder "wahr" oder "schön", frage ich mich, ob das Nicht-Vorhandensein eines "nicht gut"- oder "nicht wahr"- oder "nicht schön"-Knopfes die facebook-User langsam aber sicher dazu verleiten soll, außer den Transzendentalien auch das Sein selbst auf facebook zu vermuten?!

'Ne Idee?

Kommentare:

Tolotos hat gesagt…

ein "gefällt mir nicht" lässt sich immer noch in den kommentaren unterbringen.

Alipius hat gesagt…

@ Tolotos: Joh... Hab' ich ja auch gesagt...

Tolotos hat gesagt…

ups, mein fehler... wer lesen kann ist klar im vorteil...

Geistbraus hat gesagt…

Geistbraus gefällt das.