Montag, 29. Juli 2013

Achtung, hier kommt eine widersprüchliche Botschaft!

"Neuer Papst verdammt Homosexuelle nicht mehr" titelt das HANDELSBLATT. Denn:
    Homosexuelle Neigungen sind keine Sünde, homosexuelle Aktionen schon. Mit dieser widersprüchlichen Botschaft hat sich Papst Franziskus auf seiner ersten Pressekonferenz an die katholischen Gläubigen gewandt.
Wie aber soll der arme HANDELSBLATT-Reporter aber auch wissen, daß die Neuigkeiten keine sind und daß auch der Vorgänger von Franziskus Homosexuelle nirgendwo verdammt hat.

Wenn dch nur die katholische Kirche endlich einmal auf die Idee käme, eine Art Handbuch herauszubringen, welches die Leute über die Grundsätze des katholischen Glaubens informiert! Da könnte sich ein HANDELSBLATT-Reporter dann ganz fix schlau machen! Sollte ich im Vatikan mal anregen...

Kommentare:

sophophilo hat gesagt…

Aber dann bitte mit einem blauen Einband verstehen! Nein, noch besser: Rot! Ja, rot machts!

Anonym hat gesagt…

SpOn titelt:
Papst Franziskus über schwule Priester: "Wer bin ich, über sie zu urteilen?"

http://www.spiegel.de/panorama/papst-franziskus-geht-nach-weltjugendtag-auf-schwule-priester-zu-a-913707.html

Und tatsächlich heißt es in Wall Street Journal:"
Fielding questions from reporters during the first news conference of his young papacy, the pontiff broached the delicate question of how he would respond to learning that a cleric in his ranks was gay, though not sexually active.
"Who am I to judge a gay person of goodwill who seeks the Lord?" the pontiff said, speaking in Italian. "You can't marginalize these people."

smilodon hat gesagt…

So ein Handbuch gibt es eh. Heißt "Katechismus der Katholischen Kirche". Wenn Sie wollen, teile ich Ihnen den Verlag und die ISBN-Nummer mit.
Und zu @sosophilo: Mein Exemplar hat sogar einen roten Einband.

Cinderella01 hat gesagt…

Ich habe schon eine ganz Sammlung solcher Headlines und eine Collage zusammengebastelt. Fast kein Blatt, das was auf sich hält, konnte da heute dran vorbei.
Hab mich aber jetzt entschlossen, das nicht mehr online zu stellen. Diese seltsame Propaganda der Medien nervt einfach nur noch.

Anonym hat gesagt…

Das Problem sind dieses (!) Mal nicht die bösen, bösen Medien und das Problem liegt auch nicht beim Katechismus. Jeder Informierte weiß, daß das, was der Heilige Vater (nur schöner) gesagt hat, dort steht und von Katholiken gefordert wird.

Das Problem liegt hier beim Handeln, beim Reden und Schreiben von Klerus und Katholiken, die sich gerade nicht an den Katechismus halten und in der Öffentlichkeit (und auch in der Kirche selbst) dementsprechend wahrgenommen werden - verdientermaßen.
Die geschichtsvergessenen Kommentare zu einem anderen, heutigen Beitrag dieses Blogs sprechen eine bezeichnende und stellvertretende Sprache.

Und noch etwas : Ich verehre und liebe Benedikt XVI., aber was zu diesem Thema von ihm kam, ließ doch oft den Takt und die Achtung vermissen.

JoEv

Alipius hat gesagt…

@ smilodon: Echt jetzt? Ist das die Ironisierung der Ironie oder stehe ich als Priester wirklich im Verdacht, den Katechismus nicht zu kennen?

@ JoEv: Priester, die sich öffentlich auf ungeziemende Weise abfällig und verletzend über andere äußern (seien dies nun Schwule und Lesben oder Ausländer oder Juden oder was auch immer), haben ihren Beruf vielleicht nicht komplett verfehlt, aber sie haben noch einen langen Weg vor sich. Ich gebe zu, daß auch ich in homosexuellen Akten eine Unordnung sehe. Aber das nimmt mich nicht aus der Pflicht, Schwulen und Lesben im Alltag mit Geduld und gutem Willen zu begegnen.

Auf der anderen Seite sollte man aber nicht vergessen, daß die Schwulen und Lesben seit Stonewall sehr genau wissen, wie sie sich inszenieren müssen und wer ihre Wasserträger sind. Und bei den Inszenierungen wird leider auch gerne mal über das Ziel hinausgeschossen. Ich denke da z.B. an medienwirksame Klagen gegen Kleinstunternehmer in den USA (wenn man einfach zum nächsten Tortenbäcker gehen könnte, der bereit ist, zwei Bräutigame auf eine Hochzeitstorte zu setzen); ich denke an eingeworfene Fenster einer evangelikalen Kirche (wo vielleicht auch ein simpler Protest genügt hätte), ich denke an horrend ehrabschneidende, öffentliche Äußerungen über Papst Benedikt XVI (obwohl man sich ja eigentlich gegen genau diese Form öffentlicher Auseinandersetzung wehrt); ich denke an das Stören einer Heiligen Messe inkl Schändung einer Hostie in der St. Patrick's Cathedral in New York (obwohl man doch eigentlich versucht, Annäherung zu erzielen).

Gertie di Sasso hat gesagt…

ja, diese ständigen Forderungen nach genauer Recherche und der Fähigkeit, Texte zu verstehen, die mehr als einen Satz enthalten, gehen aber auch wirklich zu weit. Das kann man doch uuunmöglich von einem Journalisten mit fundierter Ausbildung verlangen, der ernst genommen werden will.

smilodon hat gesagt…

Ja, Herr Alipius
Ganz echt.
Sie haben in Ihrem Beitrag geschrieben (Copy & Paste-Zitat): "Wenn dch nur die katholische Kirche endlich einmal auf die Idee käme, eine Art Handbuch herauszubringen, welches die Leute über die Grundsätze des katholischen Glaubens informiert!"
Oder war das wer anderer?
(Hoppla, war das jetzt ganz echt eine Ironisierung der Ironisierung der Ironisierung der ...
Nein, ich mag jetzt nicht fertig zählen, wie oft ich "Ironisierung" schreiben muss. Dazu ist mir zu heiß.)

Anonym hat gesagt…

Wenn jemand nicht in der Lage ist, zwischen einer Neigung und einer Handlung zu unterscheiden, oder zwischen einem Menschen und einer bestimmten seiner Handlungen, dann ist diesem Menschen mit Respekt zu begegnen, aber er sollte angesichts seiner Schwierigkeiten im Umgang mit Sprache vielleicht nicht den Beruf des Journalisten ergreifen.

Zur Abhilfe scheint mir ein katholisches Handbuch wie der Katechismus nicht erforderlich. Ein Wörterbuch der deutschen Sprache genügt.

Anonym hat gesagt…

Danke für ihre ausführliche und ehrliche Antwort, die ich leider erst jetzt lesen konnte.
Ich denke genau wie Sie, daß die von Ihnen angeführten Beschimpfungs-Beispiele klar abzulehnen sind.
Auf der anderen Seite aber bringt es meiner Meinung nach nicht sehr viel, so geartete Verhaltensweisen beider Seiten gegeneinander auszuspielen - gerade, pardon, von katholischer Seite aus nicht (ich bin selber und gerne katholisch und will nichts anderes sein). Da genügt ein Blick in die Geschichte. Wie es in der Wald hineinruft usw. ---
Und gerade deswegen kann man für Franziskus Art und Weise nur dankbar sein. Der Aspekt der Nächstenliebe war einfach nicht vorhanden - und ich meine, daß dies auch für Benedikt XVI zutraf (ich lehne mich weit aus dem Fenster, ich weiß).
Zum "antischwulen Gewaltpotenzial in der Kirche" (Zitat Mertes) empfehle ich einen Blick in dessen Buch "Verlorenes Vertrauen" - oder einen Blick auf die Kommentare bei kath.net oder auf die von obigem Arminius, die öfter mal auf das Hinterlader (wörtl. Zitat von ihm) -Niveau abrutschen ...

JoEV