Montag, 3. Juni 2013

"O"-Füllung...

So nannte ich als Kind die kleinen, weißen Papierpünktchen, die ich hin und wieder mal in oder neben der alten Schreibmaschine meiner Großtante fand. Ich habe nämlich gerne und oft mit Zweifinger-Adler-Suchsystem auf diesem Gerät (es war, wenn die Erinnerung nicht täuscht, eine Triumph Durabel) herumgetippt. Und hin und wieder, wenn ich die Tasten zu kräftig traktiert hatte, flog ein mit dem großen oder kleinen "O" aus dem dünnen Papier gestanzter, winziger Fitzel durch die Gegend. Eine "O"-Füllung...

Neulich wurde ich an diese Kindheitsszenen erinnert, als ich einen alten Mitbruder auf seinem Zimmer besuchte. Der nämlich besitzt eine Triumph Gabriele 35. Nicht unbedingt das steinzeitmäßigste Gerät, aber alt genug, um mich in ziemliche Verzückung zu versetzen. Wie der Zufall es wollte, mußte der Mitbruder auch grade noch ein kleines Formular mit eben jenem Gerät ausfüllen. Und er tat dies auf genau die Art und Weise, mit der auch Klein-Alipius damals schon die großtantliche Maschine gequält hatte: Zwei Zeigefinger schweben lauernd über den Tasten. Und wehe, die Augen erspähen den gesuchten Buchstaben! Dann saust einer der Finger erbarmungslos und zielgenau herab, landet auf einer Taste und sofort - ** tschaklack ** - hämmert ein Typenhebel das gewünschte Zeichen in das Papier.

Fliegende "O"Füllungen gab es leider keine, dafür war das Papier zu robust... Trotzdem danke für die Erinnerungen, lieber Mitbruder!

Kommentare:

Raphaela hat gesagt…

OK, damit wäre jetzt der Nostalgie-Trip fertig. Ich glaube, die alte mechanische Schreibmaschine, die bei uns noch irgendwo herumsteht, ist haargenau auch eine Triumph Gabriele 35!

Auf der habe ich mir seinerzeit noch das Tippen beigebracht (allerdings mit 10 Fingern). Kann mich aber nicht erinnern, daß dabei jemals O-Füllungen angefallen wären. Entweder war das Papier zu dick oder ich hab nicht fest genug auf die Tasten gedroschen. Der Kraftaufwand war aber auch so nicht ganz ohne, jedenfalls im Vergleich zu den elektrischen Nachfahren der guten alten Gabriele. :)

Alipius hat gesagt…

@ Raphaela: Die Durabel von meiner Tante war streng genommen ein Kraftsportgerät. Da mußte ich auf die Tasten dreschen wie Chuck Norris, damit die Typenhebel ihr Ziel erreichten. Und manchmal habe ich es wahrscheinlich ein wenig übertrieben...

Epigonias hat gesagt…

Da war die Sekretärin halt noch die Schreibkraft ...

Charlotte hat gesagt…

guckst du hier, das gute stück gibt es noch:
http://strudelfutz.blogspot.de/2011/07/heute-fand-ich-beim-stobern-im-keller.html