Montag, 13. Mai 2013

Was provozieren die auch blöd rum und lassen sich totschlagen?

NBC NEWS wundert sich über die Heiligsprechung der Märtyrer von Otranto:
    But the choice to highlight their sacrifice may put a strain on the already fragile relationship between the Catholic Church and Islam...

    So why risk creating yet another inter-faith row with a celebration which some in the Muslim world may be seen as a provocation?

    [Aber die Wahl, ihr Opfer zu betonen, könnte die schon anfällige Beziehung zwischen der katholischen Kirche und dem Islam belasten...

    Also warum riskiert man, noch einen Streit zwischen Religionen zu verursachen, mit einer Feier, die von einigen in der muslimischen Welt als Provokation angesehen werden könnte?]
Die Antwort ist schnell gefunden und dürfte jeden Mitarbeiter der einfach gestrickten, nach dem guten, alten Schwarz/Weiß-Muster arbeitenden Mainstreammedien nicht nur in den USA befriedigen: Benedikt XVI hat die Heiligsprechung entschieden und hat somit seinem Nachfolger ein echt fieses Antrittsgeschenk hinterlassen!

Somit kann man jetzt erst einmal "Guter Papst - Böser Papst" weiterspielen, zumindest so lange, bis Franziskus es sich z.B. durch sein Reden über den Teufel oder den Lebensschutz oder die Natur des Menschen oder die Natur der Ehe endgültig verscherzt hat. Sollte es soweit kommen, dann kann man immer noch zurückgreifen auf "Jener Papst, der im Mai 2013 die armen Muslime mit einer bösen, provozierenden Heiligsprechung beleidigt hat".

(Hat eigentlich vorher ein Moslem im Vatikan angerufen und gefordert, daß während der Heiligsprechung (welcher er beiwohnen wird, weil er ja wissen muß, wie povoziert und beleidigt er sich jetzt bitte genau zu fühlen hat) alle christlichen Symbole entfernt werden sollen, damit er und andere Nicht-Christen sich nicht so bedroht fühlen?)

Kommentare:

Severus hat gesagt…

" ... choice to highlight ..." ? - na, sagen wir mal, einfach so als Gegengewicht zur völlig einseitigen Gewichtung der Geschichte der Kreuzzüge im öffentlichen Bewusstsein (in den letzten 50 Jahren)! Als Gymnasiallehrer für Geschichte weiß ich, wovon ich rede!

Arminius hat gesagt…

Auch der linksgrüne Deutschlandfunk berichtete gestern in einer Nachrichtensendung über die Heiligsprechung. Dort war die Rede von Osmanen (nicht etwa Türken) und von der Weigerung der Märtyrer, ihrem christlichen Glauben abzuschwören (das Wort Islam kam im gesamten Beitrag nicht vor).

Das nenne ich ein Vorbild Politischer Korrektheit.

Anonym hat gesagt…

Wundert mich überhaupt nicht, diese Berichterstattung. Immer wieder nehme ich mir vor, den Begriff "Journaille" (als Bezeichnung für die Gesamtheit des Journalistenstandes) aus meinem Vokabular zu streichen - und immer wieder wird er mir von der Berichterstattung der Medien in meinen Wortschatz zurückgepresst!

Es war abzusehen, daß die Flitterwochen zwischen den Medienvertretern und Papst Franziskus einmal zu Ende gehen würden. Sind die berühmten 100 Tage eigentlich schon vorbei?

Zwetschgenkrampus

Chrysostomus hat gesagt…

Es ist ein ganz einfaches Stilmittel: Man muß nur die Struktur der Geschichte belassen und die Handelnden austauschen. Etwa so:
"Wir wollen doch unser eh schon problematisches Verhältnis zu den Neonazis nicht noch mehr verschlechtern, indem wir auf Nazi-Opfer wie Bonhöffer und viele andere hinweisen und ihres Heroismus gedenken."
Ich bin mir sicher: Bei diesem Satz würde die Journaille laut aufheulen.
Aber wenn die Christen einiger hundert Martyrer gedenken, die leider gaaanz zufäälig in die versehentlich herabfallenden Schwerter von auch gaaaanz zufällig vorbeikommenden Osmanen gerieten, welche wiederum zufällig Muslime waren, was ja nichts mit der Geschichte zu tun hat, weil sie als Muslime an der von ihnen freundlich vorgeschlagenen Konversion dieser Christen EIGENTLICH gar kein besonderes Interesse hatten... dann ist das ein unfreundlicher Akt gegen den Islam. Klar doch.