Montag, 27. Mai 2013

Seltsame Geschichte...

Am 21. April dieses Jahres veröffentlichte die Donacitykirche in Wien auf ihrer Homepage das Programm für die diesjährige "Lange Nacht der Kirchen". Dort liest man, daß zu einer Diskussionsrunde zum Thema "Dialog verschiedener Religionen – reale Möglichkeit oder Illusion?" folgende Teilnehmer eingeladen waren:
  • Mag. Christian Zeitz, Wissenschaftlicher Direktor (Institut für angewandte Politische Ökonomie)
  • Ein Vertreter der ChristInnen für den Frieden, Wien
  • Imam DI Tarafa Baghajati, Kulturreferent der islamischen Religionsgemeinde Wien
  • Frau Marina Jahn, Buddhistisches Zentrum Wien
Laut eigener Aussage erhielt Herr Zeitz am Pfingstmontag - also einen Monat später - von der Organisatorin der "Langen Nacht", Frau Siegrun Rädler, einen Anruf, in deren Verlauf Rädler versuchte, den Magister dazu zu überreden, von der Teilnahme Abstand zu nehmen. In weiteren Telefonaten stellte sich heraus, daß auf Frau Rädler massiver Druck ausgeübt wurde, und zwar von Tarafa Baghajati und Superintendent Mag. Hennefeld, welcher sich mittlerweile offenbar als Vertreter der ChristInnen für den FriedenInnen herauskristallisiert hatte.

Ebenfalls am Pfingstmontag erschien auf der Internetseite der Donaucitykirche ein aktualisiertes Programm der "Langen Nacht" mit diesen Diskussionsteilnehmern:
  • Weihbischof Mag. Dr. Franz Scharl trägt u.a. die Verantwortung für die Seelsorge in den zahlreichen anderssprachigen Gemeinden der Erzdiözese Wien
  • Landessuperintendent Mag. Thomas Hennefeld, Vorsitzender der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft Christinnen und Christen für die Friedensbewegung
  • Imam DI Tarafa Baghajati, Kulturreferent der Islamischen Religionsgemeinde Wien
  • Frau Marina Myo Gong Jahn, Vizepräsidentin der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft
Unter diesem aktualisierten Programm beklagte sich ein Kommentator:
    Es ist eine große Schande, daß sich Eure Gemeinde vom Hennefeld und vom Baghajati – zwei offensichtlich “Unberührbaren” – erpressen ließ, den Herrn Zeitz auszuladen. Vielleicht eine noch größere Schande ist es, daß Erzbischof Schönborn dazu schweigt!
Darauf antwortete ein Vertreter der Donaucitykirche:
    Da Herr Zeitz und sein Akademikerbund eine “generelle Beendigung der Einwanderung”, eine “fundamentale Korrektur” der Fristenregelung, die Streichung des Gleichbehandlungsgesetzes und die “ersatzlose Aufhebung” des Verbotsgesetzes fordern und mittlerweile auch für die ÖVP untragbar geworden sind, können wir uns beim besten Willen keinen gedeihlichen Dialog mit diesem Herrn vorstellen.
Hmm...

Ein Magister wird zu einer Diskussion geladen, und erst einen Monat später fällt den Verantwortlichen kurz vor der Ziellinie dann auf, daß dieser Magister Meinungen vertritt, die bei zärter besaiteten Zeitgenossen milde Wehwehchen auslösen könnten. Weswegen man ihn dann fix noch auslädt. Klingt glaubwürdig und logisch...

Tarafa Baghajati ist laut eigener Aussage übrigens kein Mitglied der Muslimbruderschaft, wie ihm hier und da vorgeworfen wurde und wird.

Gibt's eigentlich auch eine "Ökumenische ArbeitsgemeinschaftIn der ChristInnen für die in zwei RichtungInnen befahrbare StraßIn der ToleranzIn"?

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