Mittwoch, 8. Mai 2013

"Bedrohung", ja...

... aber anders, als Ihr denkt!
    Der Parlamentarier Mahmut Tanal hatte das Kreuz beim NSU-Prozess in München als "Verletzung des laizistischen Rechtsstaates“ bezeichnet. Das christliche Symbol sei ein Zeichen der "Bedrohung“ für Nichtchristen, sagte Tanal, Abgeordneter der säkularistischen Oppositionspartei CHP und Mitglied der türkischen Beobachter-Delegation, laut türkischen Medien am Dienstag. Er forderte seine Entfernung.
Klar: Man könnte das jetzt abtun und sagen, daß Tanal im Kreuz ungefähr die Art von Bedrohung sieht, welche der Halbmond für ca. drei Viertel aller wegen ihrer Religion verfolgten Menschen in ca. drei Vierteln aller Länder, in denen Menschen wegen ihrer Religion verfolgt werden, ausmacht.

Aber das ist es natürlich nicht.

Das Kreuz bedroht die Menschen, weil es nicht sein kann, daß in einem Folter- und Todes-Instrument sich das Heil verbirgt. Mit Folter- und Todes-Instrumenten bringt man gefälligst Gegner um, also Feinde, Andersdenkende, Andersgläubige etc... Aber es kann und darf nicht sein, daß man sich ein Folter- und Todesinstrument an die Wand hängt, weil man darin ein Symbol für die Rettung und das Heil sieht!

Da kann man ja gleich auf Versöhnung aus sein, die andere Wange hinhalten, dem Angreifer die offene Hand hinhalten, dem Gegner verzeihen... Und das geht schon mal gar nicht, denn es bringt unsere kostbare Ich/Du- und Schwarz/Weiß-Welt und Rechtgläubiger/Falschgläubiger-Welt durcheinander!

1 Kommentar:

De Benny hat gesagt…

In Anschluß an Buber würde ich hier nicht von "kostbarer ich/du Welt" sprechen, sondern von "kostbarer ich/er Welt"...