Mittwoch, 3. April 2013

Jeder Grund ist ein guter Grund...

Palästinenser brechen die Waffenruhe und feuern auf israelisches Gebiet. Warum?

Weil ein palästinensischer Häftling in einem israelischen Krankenhaus an Krebs gestorben ist.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das ja ein bisschen sehr einfach dargestellt...

Alipius hat gesagt…

@ anonym: Okay, wie sieht denn die komplexe Darstellung aus?

Benni hat gesagt…

Oh, hab gesehen, dass es doch eine Kommentarmöglichkeit bei dir gibt ohne sich mit irgendnem Konto anmelden zu müssen. Sehr gut, dass ganz Anonyme mag ich nicht, gerade bei Kritik.
Also. Ich glaube, dass es dem Konflikt im Nahen Osten nicht gerecht wird, einzelne Momente herauszugreifen und nur darin den Grund für irgendwas zu sehen. Vielleicht habe ich deinen Beitrag falsch verstanden. Vielleicht war er ja so gemeint, dass du in wenigen Worten den Irrisinn, der dort auf beiden Seiten Geschichte hat, aufzeigen wolltest. Eine Geschichte, an der der Westen ziemlich beteiligt gewesen ist. Ich habe deinen Beitrag aber als Kritik daran verstanden, dass die Palästinenser wegen eines an Krebs gestorbenen Mannes die Waffenruhe brechen. Und auch wenn das der oberflächliche Grund, so ist es aber nicht der eigentliche Grund.

Alipius hat gesagt…

@ Benni: Mein Artikel WAR eine Kritik daran, daß die Palästinenser wegen eines an Krebs gestorbenen Mannes die Waffenruhe brechen. Es geht doch in dem Konflikt schon lange nicht mehr um Gründe (also Prinzipien, Anfänge, Urgründe), sondern darum, ob und wie man ihn nach Jahrzehnten beenden kann. Zimperliches Rumschießen, weil ein Mann an Krebs stirbt (und sei es auch einer der eigenen Leute in einem Gefängnis/Krankenhaus des "Feindes") ist da einfach nicht der Weg raus aus dem Dilemma. Eben WEIL die Situation so vertrackt ist, habe ich in der Überschrift (etwas sarkastisch) angemerkt, daß jeder Grund genug ist. Natürlich kann man jeden Schuß, der heute fällt, irgendwie auf einen Steinwurf zurückführen, der vor Jahren oder Jahrzehnten in einem ganz anderen Zusammenhang einmal stattgefunden hat. Aber damit füttert man meiner Meinung nach nur die "Aufrechner" und nicht die, die es ehrlich und ernst meinen, wenn sie nach einer Waffenruhe rufen. Mit "Ihr habt aber damals das, dafür dürfen wir heute so und so!" kommt man nach einer so langen Zeit des Konfliktes mit so vielen einzelnen Begebenheiten einfach nicht weiter. Es muß ein Schlußstrich gezogen werden von Leuten, die tatsächlich am Frieden interessiert sind.