Samstag, 6. April 2013

Gruselig...

Im März sagte Melissa Harris-Perry während ihrer MSNBC Morgensendung:
    “But the reality is that if this [as she holds up a marble-sized object representing the fertilized egg] turns into a person, right, there are economic consequences, right? The cost to raise a child, $10,000 a year up to $20,000 a year. When you’re talking about what it actually costs to have this thing turn into a human, why not allow women to make the best choices that we can with as many resources and options instead of trying to come in and regulate this process?”

    [Aber die Realität ist, daß, wenn das hier [hält einen murmel-großen Gegenstand hoch, der ein befruchtetes Ei symbolisiert] zu einer Person wird, richtig, dann gibt es ökonomische Konsequenzen, richtig? Die Kosten, um ein Kind großzuziehen, betragen 10.000 bis 20.000 US$ pro Jahr. Wenn man darüber redet, was es wirklich kostet, damit dieses Ding zu einem Menschen wird, warum erlaubt man Frauen nicht, die beste Wahl zu treffen, die wir treffen können mit ebenso vielen Ressourcen und Optionen, anstatt zu versuchen sich einzumischen und den Prozeß zu regulieren?]
In diesem Video sagt dieselbe Melissa Harris-Perry:
    We have never invested as much in public education as we should have, because we've always had kind of a private notion of children: Your kid is yours, and totally your responsibility. We haven't had a very collective notion of "these are our children". So part of it is we have to break through our kind of private idea that kids belong to their parents, or kids belong to their families, and recognize that kids belong to whole communities. Once it's everybody's responsibility and not just the household's, then we start making better investments.

    [Wir haben nie so viel in öffentliche Erziehung investiert wie wir eigentlich sollten, weil wir immer so eine private Vorstellung von Kindern hatten: Dein Kind ist Deines und vollkommen in Deiner Verantwortung. Wir haben nie eine sehr kollektive "Dies sind unsere Kinder"-Vorstellung gehabt. Also müssen wir zum Teil diese private Vorstellung durchbrechen, daß Kinder ihren Eltern gehören oder ihrer Familie gehören und müssen anerkennen, daß Kinder der ganzen Gemeinschaft gehören. Wenn es einmal die Verantwortung von allen ist und nicht nur die des Haushalts, dann fangen wir damit an, besser zu investieren]
Einerseits: Ultra-konsequent! Wenn es im Mutterleib nur "dieses Ding" ist, dann soll es für die Dauer einer Schwangerschaft auch einzig und alleine der Mutter gehören, welche dann für "dieses Ding" die "besten Entscheindungen" treffen wird. Aber wehe, es zeigt sein Köpfchen (und wird - kablamm - zur Person)! Dann gehört es sofort "der Gemeinschaft" und fällt in den Verantwortungsbereich "von allen" (sprich: Derjenigen, die die Macht haben, zu entscheiden, daß Erziehung und Bildung zu 0% Familiensache und zu 100% Mama-Staat-Sache sind, damit genau die richtigen Ideen und Gedanken in die kleinen Köpfchen gepflanzt werden können).

Andererseits: Bei vielen dieser auf wundersame Art sprachbegabten TV-Frisuren frage ich mich immer wieder mal, ob die sich eigentlich selbst zuhören, wenn sie reden.

[HT: The Crescat]

Kommentare:

ioannes fauces hat gesagt…

Und wieder begeben wir uns in die Gefahr, dass wir unsere Kinder in staatliche Obhut gegeben werden müssen.

Das hatten wir schon einmal!

Man lässt den Eltern schon gar keine Wahlmöglichkeit, ob sie ihre Kinder zuhause erziehen wollen oder können. In den meisten Fällen mangelt es am Verständnis der Umwelt, des Staates und am wenigen Geld, die man für die heimische Kindeserziehung braucht.

Überaus erschreckend, wie da gedacht wird.

Ich habe bei den heutigen politischen Gegebenheiten kein gutes Gefühl. So wie es aussieht, wird das Erziehungsgeld schneller wieder nach Gutdünken einiger "Kita-Befürwortern" gekippt werden, als es beschlossen wurde.

Dordino hat gesagt…

Wow. Das ist wohl Ironie in ihrer reinsten Form.

Vor zwei Tage jährte sich das Attentat auf Martin Luther King Jr. zum 45 mal. In seiner berühmten Rede tauchte u.a. folgender Satz auf:

"I have a dream that one day even the state of Mississippi, a state sweltering with the heat of injustice, sweltering with the heat of oppression, will be transformed into an oasis of freedom and justice."

Eine farbige(!) Frau konstatiert jetzt:
"...recognize that kids belong to whole communities..."

Ich wette sie hätte das vor 50 oder 60 Jahren nicht zu sagen gewagt.

Anonym hat gesagt…

@ioannes fauces
Ich glaube, in einem amerikanischen Kontext kann nicht die Rede davon sein, dass es darum geht, die Kinder "in staatliche Obhut" zu geben - da gibt es überhaupt kein umfassendes staatliches Kinderbetreuungsangebot, sondern die Gemeinden organsieren relativ viel unabhängig (oder tun das auch nicht) - ich nehme an, in diesem Kontext meint sie: wenn die Gemeinden kapieren, dass diese Kinder IHRE Mitglieder sind, werden sie mehr Geld in deren Ausbildung stecken. Das finde ich so falsch nicht, besonders für die Kinder, die zu Hause eben NICHT optimal betreut und gefördert werden (können). Die, die ihre Kinder zuhause betreuen und fördern möchten (oder ihnen durch ihre finanzielle Lage diverse goodies ermöglichen können) haben in der USA da weitreichende Möglichkeiten.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Logischerweise wäre dann die nächste Stufe:

"But the reality is that if this [as she points on the picture of an intensive care patient] stays alive, right, there are economic consequences, right? The cost to keep alive a cripple can be far higher than $20,000 a year. When you’re talking about what it actually costs to have this thing kept alive, why not allow heirs to make the best choices that we can with as many resources and options instead of trying to come in and regulate this process?"

"Aber die Realität ist, daß, wenn das hier [sie zeigt auf das Bild eines Menschen in der Intensivstation] am Leben bleibt, richtig, dann gibt es ökonomische Konsequenzen, richtig? Die Kosten, um einen Krüppel am Leben zu halten, können 20.000 US$ pro Jahr bei weitem übersteigen. Wenn man darüber redet, was es wirklich kostet, damit dieses Ding am Leben erhalten wird, warum erlaubt man Erben nicht, die beste Wahl zu treffen, die wir treffen können mit ebenso vielen Ressourcen und Optionen, anstatt zu versuchen sich einzumischen und den Prozeß zu regulieren?"

OK, das hat sie erst einmal nicht gesagt. Aber die logische Folge wäre es. "Die Kranken werden geschlachtet / die Welt wird gesund." (Erich Fried)