Donnerstag, 4. April 2013

Barocke Leut, barocke Sprache...



Kurfürst Lothar Franz von Schönborn in einem Brief an seinen Neffen, Reichsvizekanzler Friedrich Karl vom 14.2.1720:
    Ich bin gottlob bis dato gesundt gewesen, gehe auch nicht hinnaus, als wann der tag schön ist, wobei ich mich dann vor der källdt undt dem windt trefflich zu praeventionieren suche, wie ich dann dem herrn Reichsvicekanzler nur curiositatis gratia meinen jagt auffzug hiermit beschreiben will... [folgt die Beschreibung der winterlichen Jagdkleidung]... Wann er es sich nach dessen auffzug zu erinderen weis, allß des wann ettwann ein abgesandens aus Laplandt oder Sibirien ahn den kayserlichen hoff kommen sollte, so kenne er die mode seines auffzugs nur von mir ocheimen. Nuhn genuch von dieser winter undt jagt maxquerade!
"... trefflich zu praeventionieren suche,..."

So cool!

Kommentare:

Cicero hat gesagt…

Waß sollte man bey diesen climatischen Conditionen auch anderes thun, alß sich trefflich zu praeventionieren gegen käldt und windt?
In solcher Weise angethan verfüge auch ich mich denn nun, einen gar cöstlichen Türkentrank in jenem neumodernen Caffeehaus zu consumieren.

Geyßt Brausz hat gesagt…

beym Anblicke solcherley feyn Poeterey möcht sich selbsten der Geist-Brauß lassen zum Barock-Jünger convertieren...