Mittwoch, 13. März 2013

Und so sah meine "Habemus Papam"-Stunde aus...

Um kurz nach 19:00 komme ich nach der Abendmesse aus der Kirche. Nach wenigen Schritten klingelt das Mobiltelefon. Meine Pfarrsekretärin ist dran: "Weißer Rauch! Oder... Moment... Doch! Sieht weiß aus! Außerdem läuten die Glocken! Ja! Wir haben einen Papst!" Ich renne sofort die Treppen hoch in die Kanzlei, setze mich zur Sekretärin an den Computer, wo der Live-Stream vom Petersplatz läuft. Freude. Giggeln. "Wer's wohl ist?" - "Keine Ahnung..." - "Ich bin sooooooo gespannt!" - "Und ich erst!"

Und das Warten beginnt.

Immer wieder schwenkt die Kamera über den Platz, zeigt mal die ganze, riesige Menge, die sich versammelt hat, manchmal kleine Grüppchen der Wartenden, manchmal einzelne Personen. Laien, Priester, Ordensmänner, Ordensfrauen, Alte, Junge, jede nur erdenkliche Hautfarbe, viele lachend, viele angespannt, einige mit feuchten Augen.

Plötzlich wird's mir so richtig warm ums Herz. Ich stehe irgendwie mit auf dem Petersplatz. Ich kann die Vorfreude und die Aufregung spüren. Und ich weiß, daß diese Menschen auf dem Bildschirm und ich - auch in Zeiten der Nicht-Papstwahl - immer Brüder und Schwestern sein werden.

Und da erkenne ich, daß all dieses Gemache und Getue in den Medien, all das Mahnen und Klagen der Kritiker, all die Fiesheit der Trolle und all die Ignoranz der Hasser nichts sind.

Gott ruft sein Volk zusammen. Er hat es immer so getan. Er wird es immer so tun. Daß er dies seit 2000 Jahren in der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche tut, ist weder ein historischer Zufall noch ein zu berichtigender Fehler. Es ist ein Ausdruck der Liebe, die in der Heiligen Dreifaltigkeit herrscht und die immer noch versucht, sich über die ganze Welt zu ergießen, um alle anzustecken. Daß Zehntausende von Menschen einem alten Herrn in Weiß zujubeln hat daher auch nichts mit ungeziemender Erhöhung zu tun. Es ist schlicht und einfach ein Ausdruck der Freude, daß die Worte "Du bist Petrus" nach so langer Zeit immer noch weltweit wiederhallen.

Ich saß also vor dem Bildschirm und ich dankte Christus dafür, daß ER immer bei uns ist und daß ER uns SEine Kirche geschenkt hat. Zwischen dieser Gewißheit und der Ruhe, die mich jetzt schon wieder eingeholt hat, lag ein kurzes ** ... ? ... **, als nach etwas über einer Stunde endlich der Name genannt wurde.

Jetzt hat mich der wunderschöne Alltag des Katholikendaseins wieder. Wir haben einen Papst. Wir haben eine Kirche. Und - wichtiger als alles andere - wir haben eine Herrn, der über uns alle wacht, der uns alle liebt und der uns alle wieder bei sich haben will.

Während hier vor meinem Fenster in Stift Klosterneuburg vereinzelte Schneeflöckchen heruntergehen, spreche ich ein Gebet für den neuen Papst und weiß, daß ich heute nacht gut schlafen werde.

Danke, Christus!

1 Kommentar:

Charlotte hat gesagt…

Ich leider nicht! ... aber ich war ja auch im letzten August in Exerzitien bei Franz Jalics...