Freitag, 1. März 2013

Klassisch...

Der vor zwei Wochen in Irland veröffentlichte McAleese-Report zeigt, daß die durch zahlreiche fiktive Werke berüchtigten Magdalenenheime in Irland alles andere waren als die von perversen, tobsüchtigen Nonnen geführten Straflager, nach denen sich jeder antikatholische Berichterstatter die Finger leckt.

Um den Hype der Vorjahre aber nicht ganz im Nebel aufgehen lassen und den Ball nicht allzu offensichtlich aus der Hand geben zu müssen, fragte die Irish Times bereits am 9. Februar ganz unschuldig, ob "faktische Ungenauigkeiten in Filmen" [über die Magdalenenheime] dadurch "gerechtfertigt" werden, daß sie "ein Licht auf bestimmte Themen werfen". Sprich: Halbwahrheiten (bestenfalls) oder Lügen sind okay, so lange es dem großen und edlen Ziel dient. Welches große und edle Ziel allerdings genau verfolgt wird, bleibt angesichts der Strategie fraglich. Möglich, daß ehrenwerte Damen und Herren einfach nur die Kirche von ihren übelsten Früchten befreien wollen und dabei die Limbo-Stange für "ehrenwert" hoch genug hängen, um noch drunter durch tänzeln zu können. Möglich auch, daß notorische Schwindler mit der Zeit einfach einen echten Geschmack an der Verführbarkeit der Öffentlichkeit durch pikant aufgemachte und ihrer Agenda dienende Skandale gefunden haben.

Die Einstellung, daß das Lügen für eine "größere" Sache vielleicht doch irgendwie okay sein könnte, wird in den Hirnen zu einer plausiblen Angelegenheit, die auch der Meinung sind, daß ein Aufdecken von Fehlinformationen über die Kirche gleichzusetzen ist mit einer Entschuldigung von Straftaten oder gar einem Gutheißen von Mißhandlungen. Dadurch wird das Sich-Schließen des Kreises für mich etwas weniger verwunderlich.

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