Mittwoch, 27. März 2013

Die denkbar ungeschickteste Papa-Francesco-Verteidigung

Wenn ein "Prof. Dr. Dr. habil." der Katholisch Theologischen Fakultät der Uni Münster eine Predigt mit dem Titel "Papa Francesco - Nach dem Konklave 2013" schreibt, dann muß man sich über bestimmte Dinge nicht wundern.

Wundern muß man sich nicht darüber, daß Klaus Müller (so der Name des Prof. Dr. Dr. habil.) mit dem italienischen Priester und Autor Paolo Farinella (Jahrgang 1947) davon träumt, der Vatikan werde nun vielleicht abgeschafft, und wir dadurch Zeugen einer Revolution, die "seit gut 200 Jahren aussteht". Wundern muß man sich nicht darüber, daß Kosenamen wie "Gesocks", "schräge Vögel" und "Lumpenpack" fallen, wenn direkt oder indirekt von denen die Rede ist, die mutmaßlich im Konklave nicht für Kardinal Bergoglio gestimmt haben oder ihn nun skeptisch beäugen. Wundern muß man sich nicht, wenn Müller der Meinung ist, es lasse "sich kaum bestreiten", daß "die Ära Ratzinger ein Pannen-Pontifikat ohnegleichen war". Wundern muß man sich nicht, daß ein Päpstlicher Protonotar laut Müller die "albernen vorkonziliaren Klamotten" trägt.

Wundern darf man sich aber über diese beiden, direkt aufeinander folgenden Absätze:
    Sofort wittern ein paar Superschlaue wie der Münchener Kollege Friedrich-Wilhelm Graf an der evangelischen Fakultät München, ohne Zweifel eine Kapazität in der Nachbardisziplin, dass da einer Bescheidenheit inszeniere, um seiner Eitelkeit genüge zu tun. Bei allem Respekt, Kollege Graf: voll daneben. Denn die Story ging auch offline, also abseits der Öffentlichkeit genauso weiter. Ich erzähle im Telegrammstil:

    Nach dem Segen gings für die Teilnehmer des Konklave zurück in die Unterkunft im Gästehaus Santa Marta. Für die Kardinäle warteten Busse, für den neuen Papst standesgemäß eine schwere Mercedes-Limousine. Und was macht Francesco? Lässt die Karre stehen und steigt mit den anderen in den Bus. Die Zeitung Repubblica hat das Foto davon veröffentlicht, das wohl ein Kardinal heimlich mit seinem Handy aufgenommen hat. Seitdem hängt nach fast dreißig Jahren als Priester und vierzig Jahren als Theologe zum ersten Mal ein Papstfoto in meinem Arbeitszimmer.
Da würde ich mal sagen: Päpstlicher Eitelkeits-Plan voll geglückt! Francesco-Bilder sogar wieder in Arbeitszimmern münsteraner Theologen anzutreffen!

Hier betreten wird nun tatsächlich die Grauzone, wo aus dem, was eigentlich Amtsausübung sein sollte, blitzschnell Personenkult werden kann. Bei mir wird jedenfalls immer ein Bild des aktuell regierenden Papstes hängen. Warum? Weil ich nicht sage "XYZ ist Papst", sondern weil ich sage "XYZ ist Papst".

Kommentare:

ioannes fauces hat gesagt…

Auch ein Papst Franziskus wird nicht so einfach, oder wird nicht den Vatikan abschaffen!

Er will den Vatikan weiterhin bestehen lassen. Er wird eben nicht mehr in seiner Ursprünglichkeit besetzt sein. Und so die Hoffnungen eines Klaus Müllers auch zunichte gemacht, was viele Progressisten hoffen.


Papst Franziskus "der Unkonventionelle" so sollte man doch sagen!

Gerd F. hat gesagt…

Jemand hängt sich ein Papstbild ins Arbeitszimmer weil derselbe mit dem Bus fährt??????

Oh Gott, oh Gott....ist das peinlich.

Severus hat gesagt…

Dieser Hass auf alles Konservative, der in den Beschimpfungen zum Vorschein kommt, ist mehr als grenzwertig. Und so was ist Priester mit Prof.Dr.-Titel? Nicht zu fassen!

Anonym hat gesagt…

Habe mal folgende Nachricht an den Herrn Professor geschickt weil ich diesen kaum gezügelten Hass unglaublich finde:
Sehr geehrter Herr Professor Müller, Gerne wüsste ich, ob es sich bei dem als Predigt bezeichneten Text \"Papa Francesco\" tatsächlich um den Text einer in einer Kirche gehaltenen Predigt handelt oder um einen schriftlich veröffentlichten Kommentar. Im ersteren Falle wäre ich doch sehr betrübt, denn bisher habe ich Verächtlichmachungen von Personen und Angehörigen katholischen Organisationen in dermaßen abschätziger Wortwahl im Raum der Kirche bei einem Priester noch nie erlebt. Mal ganz davon abgesehen dass eine solche Wortwahl generell völlig unchristlich ist, so finde ich diese Wortwahl in einer Predigt in Anwesenheit des eucharistischen Herrn absolut befremdlich. Mit freundlichen Grüßen

Das höflich bleiben viel mir ehrlich schwer...

Severus hat gesagt…

Sehr gut!!

Anonym hat gesagt…

Natürlich vom Herrn Professor bis heute keine Antwort. Villeicht weilt er noch im Osterurlaub?