Montag, 25. März 2013

Begriffe...

Der argentinische Menschenrechtsaktivist und UN-Mitarbeiter Juan E. Méndez (ganzer Titel: Sonderberichterstatter für Folter und andere, grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlungen oder Bestrafungen) erklärt, was Folter ist. Neben den Dingen, die offensichtlich in die Kategorie "Folter und andere, grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlungen oder Bestrafungen" fallen, findet sich in Méndez' Bericht auch diese Passage:
    “The Committee against Torture has repeatedly expressed concerns about restrictions on access to abortion and about absolute abortion bans as violating the prohibition on torture and ill treatment.”

    [Das Kommittee gegen Folter hat wiederholt Bedenken geäußert, daß Einschränkungen des Zugangs zu Abtreibungen oder absolute Abtreibungsverbote das Verbot von Folter oder schlechter Behandlung verletzen]
Er hat auch interessante Ansichten, wenn es um Geschlechtsumwandlungen, Drogenmißbrauch und Prostituierte... 'Tschuldigung... Sex-ArbeiterInnen geht.

Da Méndez wie gesagt aus Argentinien kommt, UN-Sonderberichterstatter ist und offenbar gegen den allumfassenden Lebensschutz agiert, bin ich mir sogar ziemlich sicher, daß er ein Experte in Fragen der Folter und der besonders schlechten, grausamen, erniedrigenden wenn nicht menschenverachtenden Behandlung ist. Schließlich dürften Nachrichten über diese Ereignisse auch ihn erreich haben. Ob es ihn damals allerdings auch in den Folter-identifizierenden Fingern juckte, vermag ich nicht zu sagen...

Auffällig ist, daß hier die UN-Bürokratie versucht, die Bedeutung von Begriffen einzuengen oder zu dehnen oder zu verdrehen, so daß man Leute mit anderen Auffassungen schneller und einfacher in ein übles Licht stellen kann. Aber das ist ja nichts Neues: "Diskriminierung" bedeutet schon lange nicht mehr "Unterscheidung", "Toleranz" ist schon seit einiger Zeit eine Einbahnstraße, "Gerechtigkeit" ist in vielen Fällen nichts weiter als erzwungene Gleichheit und "Freiheit" wird in einigen Bereichen des öffentlichen oder privaten Diskurses nicht mehr verstanden als das, was der Andere hat und das, was dem Anderen zusteht, sondern entweder als das, was der Andere mir nehmen will oder das, was ich dem Anderen zugestehe, wenn er erst einmal auf der gestrichelten Linie unterzeichnet hat.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Es ist leider an dem, daß solche Berichterstatter, egal, ob sie sich jetzt in Gestalt einer Person oder doch als ganzes Komitee materialisiert haben, immer versuchen, aus ihrem Revier "hinauszugrasen" - je mehr Kompetenzen sie haben, desto besser (für sie - so werden sie unentbehrlich). Das führt dann dazu, daß ihre Berichte oft nach dem Prinzip "aus jedem Dorf ein Hund" zu lesen sind. Insofern also nur logisch, daß der Sonderberichterstatter gegen die Folter auch auf den Lebensschutz losgeht; ähnliches tun m.W. auch der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen und die entwicklungspolitischen Hilfsprogramme, die auch sicherstellen, daß zu ihren Aufgaben auch "Menschenrechte, Wahrung und Förderung der" (all diese Begriffe sind heute so dehnbar wie Gummi geworden) gehört. Die NGOs sind mit dabei, und eine immer hysterischer agierende Medienlandschaft tut ebenfalls begeistert mit. O quae mutatio rerum ...

Zwetschgenkrampus