Montag, 11. Februar 2013

Was für ein Tag...

Es ging ganz normal los. Aber dann wurde es sehr schnell außergewöhnlich.

Papst Benedikt XVI schreibt Geschichte, indem er vom Papstamt zurücktritt. Und die Blogoezese brummt. Fast alle Blog-Betreiber verleihen ihren Gefühlen Ausdruck, posten zum Thema einen oder mehrere Beiträge. Ich selbst kann mich nicht erinnern, jemals an einem Tag 14 (bis jetzt) Beiträge verfaßt zu haben. Auch die im Vergleich zum Durchschnitt bis zu diesem Zeitpunkt schon doppelt so hohe Tages-Besucherzahl auf meinem Blog läßt erkennen, daß das Thema die Leute beschäftigt und weiter beschäftigen wird, daß man sich gerne beim "Nachbarn" umschaut, was er denn dazu zu sagen hat oder auch, daß man nach dieser doch einigermaßen ungewöhnlichen bis betrüblichen bis schockierenden Nachricht im Netz einfach nicht "alleine" sein will und deshalb vielleicht häufiger als normal sich bei Online-Bekannten herumtreibt.

In den nächsten Wochen wird eine Menge passieren. Es wird Nachrichten und Kommentare geben, die jeden Katholiken betreffen und interessieren. Und obwohl ich das Glück habe, in einer Gemeinschaft zu wohnen und mich immer darauf verlassen kann, daß ein Mitbruder da ist, wenn ich ihn brauche, bin ich vielleicht auch ein wenig durch die neuen Medien verdorben. Es ist nicht so, daß ich glaube, daß ich zu jedem Zeitpunkt meine Meinung zu jedem Thema äußern muß, aber ich habe mich in den vergangenen Jahren daran gewöhnt, mich im Internet äußern zu können, was oft einen gewissen Reinigungs- oder Stein-vom-Hezen-Effekt hat, selbst, wenn die betreffenden Beiträge nur wenig gelesen und gar nicht kommentiert wurden. Es geht mir weniger um die Öffentlichkeit. Es geht mir eher darum, daß es mir - aus welchem Grund auch immer - irgendwie gut tut, Gedanken aufschreiben und veröffentlichen zu können. Selbst dann, wenn diese Gedanken auf Widerspruch treffen. Selbst dann, wenn diese Gedanken sich in einer Sprache äußern, die von dem ein oder anderen Zeitgenossen als nicht sehr christlich empfunden wird.

Hinzu kommt auch, daß "meine" Internet-Gang mittlerweile so groß geworden ist, daß ich mich immer auf Feedback, konstruktive Kritik, gutes Zureden und auch Gebete verlassen kann, wenn ich sie brauche. Es ist eine Art "virtueller" Familie entstanden, die in bestimmten Situationen tatsächlich eine Stärkung bedeutet. Und diese Stärkung führt nun dazu, daß ich sage: Ich möchte in den nächsten Tagen und Wochen nicht auf Euch verzichten müssen.

Deswegen werde ich mein ursprüngliches Fastenvorhaben (nicht bloggen) streichen und auf Plan B zurückgreifen (der allerdings auch heftiger und schwieriger ist): Nicht rauchen!

Ich werde Benedikt XVI vermissen. Er war einer der Guten, davon bin ich zutiefst überzeugt.

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

Nicht rauchen!
Cool! *thumpsup*

Anonym hat gesagt…

Diese "Familie", wie du die "Internet-Gang" auch noch bezeichnest, ist nicht virtuell, sondern ganz real. Und ich bin sehr froh, dass du deine Gedanken mit uns teilst!
Mit Dank und Gruss!
Felix

Helene hat gesagt…

Statt Nichtblocken Nichtrauchen -
win-win-Situation für beide Seiten!
Wir, die Leser (und -innen), brauchen nicht auf Ihre Blog-
Einträge verzichten und Sie haben
den äußerst positiven gesundheit-
lichen Nichtraucher-Effekt.
Paßt!

Anonym hat gesagt…

Nun mal - B XVI ist doch nicht tot !

Er folgt nur - über sein Amt hinaus - seiner Berufung. Und die ist jetzt, nach seinem Hirtenamt, das ihm schwer wird, die zum Gebet !

PP B XVI hat nämlich auch die (charismatische) Gabe des Gebets, und dass er die jetzt full-time auslebt, ist noch einmal ein großes Geschenk an die Kirche, die dieser Mann so liebt.

Von daher tritt er in Wirklichkeit nicht ab, sondern steigt nur um !

Reinhard

Monika hat gesagt…

Nicht rauchen - um Himmels Willen.

Das ist gesund, keine Frage. Und wenn Sie's schaffen, hatte es auch einen Fastennutzen.

Nicht bloggen wäre aufs Externalisierte verzichten.

Wobei ich Ihren Blog gerne lese.