Montag, 11. Februar 2013

Papst / Papa / Vater

Jetzt, wo ich mich an den Gedanken gewöhnen muß, daß Benedikt XVI in 18 Tagen nicht mehr Papst sein wird, fällt mir auf einmal auf, was für mich das Besondere an ihm war und ist. Dabei muß ich leider einen Vergleich mit dem Seligen Johannes Paul II bemühen, was vielleicht den Eindruck erwecken mag, daß ich hier Päpste aburteile. Aber so soll es nicht sein. Ich möchte nur meine Gefühle äußern (tut mir leid, aber ich muß heute einfach labern, weil der Schock noch irgendwie quersitzt).

Der Selige Johannes Paul II war für mich immer der Papst. Benedikt XVI war und ist für mich der Papst aber dazu auch tatsächlich (wie das Wort suggeriert) der Vater. Wenn ich seine Texte gelesen habe, wenn ich ihn im Fernsehen sprechen sah, dann hatte ich dabei immer so ein ganz seltsames aber intensives "Papa hat dir etwas mitzuteilen! Paß jetzt gut auf!"-Gefühl. Keine Ahnung, wie ich es besser beschreiben soll, aber vielleicht wißt Ihr ja, was ich meine.

Kommentare:

Dorothea hat gesagt…

Ja weiß ich. Ich hab ihn immer Papa Benedikt genannt.

Ester hat gesagt…

Ja mir ist auch so, als, ach ich mag es gar nicht schrieben, als hätte mein Vater gesagt, dass er als Vater zurücktrete.
Daher kommt auch mein Schockgefühl und die immer noch vorhandene Reaktion "Geht doch gar nicht!", ich kann es nicht besser beschreiben.
Übrigens viel es mir bei JPII viel schwerer mich durch seine Enzykliken zu lesen, als bei Benedikt, ich hab es trotzdem getan, weil auch er mein Vater war.

Anonym hat gesagt…

Dearest Lord..Bless dear Pope Benedict.+amen+

Anonym hat gesagt…

Danke, Hochwürden! Ähnlich hab' ich auch gedacht.... Er war - als Konvertit (oder besser 'Heimkehrer' nach 400 Jahren Protestantismus in meiner Familie) MEIN Papst! Fühle mich erinnert an den Tag, als mein Vater starb... MEIN Papa...

Monika hat gesagt…

Er ist meinem Vater zu ähnlich, als daß ich da in Papastimmung verfallen könnte. Den wirklichen Eltern gegenüber wird man ja irgendwann erwachsen, sie haben keine weisende Funktion mehr. Gerade mein Vater hat uns außerdem besonders zu Eigenständigkeit erzogen und zum Selberdenken.

thysus hat gesagt…

Papst Benedikt war uns allen halt auch besonders nahe, weil er Deutsch sprach und schrieb (sogar sein Italienisch klang fast wie Deutsch..).
Sein klares und verständliches Deutsch war auch der Grund, warum er in unserem Sprachkreis am heftigsten abgelehnt wurde: plötzlich verstanden sogar Theologen, um was es in der Katholioschen Kirche eigentlich geht bzw. gehen sollte! Das kann durchaus Beschwerden verursachen. Und so wie bei kleinen Kindern alles Unangenehme einfach "Bauchweh" heisst, so war manches Bauchweh gelahrter Kirchenleute eigentlich das leise anklopfende schlechte Gewissen.
Wie auch immer: Benedikt handelt wie immer äusserst klug und konsequent! Ich weiss noch, wie mich schon bei der Lektüre von "Licht der Welt" seine Aussage gelinde schockiert hatte, der Papst sei u.U. sogar verpflichtet, bei Nichtgenügen von seinem Amt zurückzutreten! (Der Wortlaut ist mir entfallen.)

Fuchsi hat gesagt…

Ich kann, glaube ich, durchaus verstehen, was du meinst und habe durchaus auch stets ein "vaterartiges" Empfinden in Bezug aus Benedikt XVI gehabt. Vor allem aber war er für mich als Papst so herzerwärmend menschlich und zugänglich. Diese Wärme und Menschlichkeit, die er (meiner bescheidenen Meinung nach) stets ausstrahle, werde ich im Besonderen vermissen, wenn er fort ist von diesem besonderen Amt.