Montag, 11. Februar 2013

Mogelpackung?

Auf der Seite katholisch.de gibt es einen Kommentar zu gestrigen Jauch-Sendung.

Dort wird der Bruder von Martin Lohmann (dem Buhmann der vorigen Sendung) zitiert:
    "Wir dürfen als Katholiken nicht so tun, als hätten wir auf alles eine Antwort."

Hmm...

Keine Institution hat auf alles eine Antwort. Es gibt bestimmte Fragen, die für die betreffende Institution so uninteresant und unwichtig sind, daß die Institution die Antwort nie gesucht hat und nie wissen wollte. Wer käme auf die Idee, sich an die Kirche zu wenden, wenn er wissen will, wie oft Cher sich liften ließ, wer in der Saison 1978/1979 Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga war und wie man eine Lammhaxe korrekt gart?

Insofern ist die Aussage von Klaus Lohmann eigentlich ein No-Brainer: Niemand hat auf alles eine Antwort und niemand (außer Sheldon Cooper) hat jemals von sich behauptet, auf alles eine Antwort zu haben. Dessen war sich natürlich auch Klaus Lohmann bewußt, als er diese Aussage machte.

Somit steht die Frage im Raum, was er mit seiner Aussage eigentlich andeuten wollte. Da die Kirche sich wie gesagt bei bestimmten Themen aus mangelndem Interesse und mangelnder Relevanz einer Antwort enthält bzw gar nicht erst nach einer Antwort sucht, und da somit die Themen, zu denen die Kirche Antworten zu geben hat, begrenzt sind, liest sich die Aussage für mich eigentlich so: "Wir dürfen als Katholiken nicht so tun, als hätten wir zu bestimmten, umstrittenen, aus Sicht der katholischen Morallehre relevanten Themen eine Antwort (oder auch eine Meinung)".

Und daher riecht die Aussage für mich nach einer Mogelpackung.

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