Montag, 11. Februar 2013

"... leise und ohne auf Applaus zu schielen"

Alexander Kissler im Cicero Magazin über den angekündigetn Rücktritt:
    Die letzte Reise führte Benedikt im September 2012 in den Libanon. Als "Pilger des Friedens, als Freund Gottes und als Freund der Menschen" wurde er stürmisch begrüßt. Ein letztes Mal warb er an umkämpfter Stätte für den Frieden zwischen den Religionen, ja für eine "Erziehung zum Frieden, um eine Friedenskultur aufzubauen." Eine solche Erziehung sei kein Traumgespinst, denn "der menschliche Geist hat einen angeborenen Sinn für das Schöne, Gute und Wahre. Das ist das Siegel des Göttlichen, die Spur Gottes in ihm!" Auch das nämlich wird prägend gewesen sein für dieses bald endende Pontifikat: Es war zum vielleicht menschheitsgeschichtlich letztmöglichen Zeitpunkt der Versuch, im Menschen eine Schöpfung zu sehen, die der Schönheit genauso bedarf wie des Wassers und der Nahrung. "In Wirklichkeit", sagte er im November 2010 in Barcelona, "ist die Schönheit das große Bedürfnis des Menschen; sie ist die Wurzel, die den Stamm unseres Friedens und die Früchte unserer Hoffnung hervorbringt."

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