Montag, 25. Februar 2013

Laß mal sehen...

Wenn man lediglich auf die terroristischen Akte schaut, dann kann man sich naürlich mit dem Gedanken trösten, daß nicht alle Muslime so sind und daß nicht überall die gleichen Rahmenbedingungen gelten.

Aber wenn in Libyen vier Ausländer verhaftet werden, weil man sie für christliche Missionare hält, die die "nationale Sicherheit gefährden", und wenn andererseits in England Anjem Choudary Scharia-Zonen ausruft und Haß auf den Westen predigt aber vom Staat 25.000 Pfund pro Jahr abzieht, dann sehe ich hier wieder einmal ein schiefes Bild, eine große Ungleichheit.

Diese Ungleichheit aber kann nur zustande kommen, weil man auf islamistischer Seite - ganz menschlich und ganz natürlich - denkt "Laß mal sehen, wie lange wir es nach Lust und Laune treiben können, bevor wir so tun müssen, als sei gar nichts", während man auf westlicher Seite - ganz post-post-modern und prä-suizidal - denkt "Laß mal sehen, wie lange wir so tun können, als sei gar nichts, bevor man es nach Lust und Laune mit uns treibt".

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

während man auf westlicher Seite - ganz post-post-modern und prä-suizidal - denkt ...

wohl eher post-Breivik-Massenmord und prä-wer-weiss-was-sonst-noch-kommt. Da weiß man nicht, vor wem man auf der Welt flüchten muss. In Europa vor den rechten Nazi-Massenmördern und den -angeblich- christlichen Massenmördern a la Breivik und Kretschmer und Co. und im islamischen Bereich vor den Suizidbombern und den Drohnen von "god's own country" die gerne mal ein paar Zivilisten, ohne Ansehen der Person, mit in den Tod reißen.

Alipius hat gesagt…

@ anonym: Ja, ist schon ein Kreuz mit den "angeblich christlichen Massenmördern". Die täglichen Schauernachrichten über deren Untaten in islamischen oder anderen Ländern kann man wirklich bald nicht mehr hören...

Anonym hat gesagt…

Sie haben ja Recht, wie immer Herr Alipius. Weder Breivik, noch Kretschmer und Mundlos, Zschäpe und Böhnhardt haben andere umgebracht, weil sie mit deren Religion nicht einverstanden waren. Und Breivik war, horribile dictu, Freimaurer. Das ist ja schon so schlimm wie islamistisch. Und der NSU war auch kein wahrer Schotte.
Stellen wir fest: Islam, böse, Christentum, gut. Judentum, äh wieder schlecht? Wieder gut? So ein Blödsinn!

Alipius hat gesagt…

Was ich einfach nicht kapiere, ist, daß Sie trotzdem hier kommentieren, obwohl Sie doch wissen, daß ich immer Recht habe.

Sie können aber, wenn Sie wollen, am Ball bleiben und demonstrieren, daß Mundlos, Zschäpe und Böhnhardt Menschen getötet haben, weil sie mit deren Religion nicht einverstanden waren und nicht, weil sie Ausländerfeinde waren (wobei weder das Eine noch das Andere auch nur in irgendeiner Weise "besser" ist) oder daß Kretschmer ein verblendeter Ideologe war und nicht eine allein gelassener, instabiler Mensch, der letztlich vollkommen durchgeknallt ist.

F. M. hat gesagt…

Was ich einfach nicht kapiere, ist, daß Sie trotzdem hier kommentieren, obwohl Sie doch wissen, daß ich immer Recht habe.

Genau das ist es ja was mich so verblüfft. Es ist wirklich wie in der sancta ecclesia, sie/Sie kann noch so sehr Unrecht haben und völlig falsch liegen, hat und behält aber trotzdem immer Recht.

Das einzig beruhigende dabei: sie/Sie kann/können es nicht mehr immer und überall durchsetzen.

Aber faszinierend ist das schon.
Ich habe versucht heruaszufinden warum das so ist, ob das mit der Unfehlbarkeit des Papstes und damit der Kirche zusammenhängt, aber das kann es eigentlich nicht sein. Dazu wird die zu selten (1951 zuletzt?) angewandt; und viel zu abgehoben, so elfenbeinturmmässig.

Was ich glaube (glaube, nicht weiss!) ist, dass es mit der Regierungsform der Kirche zu tun hat. Der Papst ist, nach Can 331 des C. I. C. der oberste einer absolutistisch verfassten Monarchie.
Er ist der alleinige Gesetzgeber (gerade angewandt bei den Regeln zum Konklave!), der oberste Ankläger, der höchste Richter und der letzte Exekutor (=Gerichtsvollzieher auf österreichisch, für unsere deutschen Freunde). Er mag noch so falsch liegen mit seinen Gesetzen, seiner Rechtsprechung und allem anderen, er und damit die Kirche, behält Recht. Ein Feudalsystem aus längst vergangenen Tagen, das wir nur noch aus Geschichtsbüchern kennen. Er und die Kirche haben das letzte Wort. Roma locuta, causa finita. Koste es, was es wolle und wenn uns der ganze Laden um die Ohren fliegt wie 1517, als danach der halbe Laden plötzlich weg war. Faszinierend.