Samstag, 2. Februar 2013

Kapier' ich nicht...

Paul Badde und Gernot Facius interviewen in der WELT Erzbischof Müller.

Ziemlich zu Beginn wird diese Frage gestellt:
    Bilden die alten deutschen Streitthemen – Zölibat, wiederverheiratete Geschiedene und so weiter – nicht dennoch wichtige Streitthemen der Gesamtkirche ab?
Am Ende des Artikels folgen diese drei Fragen aufeinander:
    Josef war nicht der leibliche Vater? - Ist Jesus auch lebendig von den Toten auferstanden? - Das Grab war leer?
Jetzt frage ich mich, wie ein katholischer Priester, der seine Arbeit in dem Maße ernst nimmt, in dem er seinen Glauben und seine Kirche und seinen HErrn liebt, auch nur einen Gedanken an "alte deutsche Streitthemen" verschwenden sollte, wenn die alten katholischen Kernthemen in Deutschland offenbar so wenig bekannt sind, daß eine deutsche Tageszeitung meint (sei es aus Sensations- oder Informationsgründen) mit drei Fragen aufwarten zu müssen, die in einigen Wochen sämtliche meiner Erstkommunionkinder wie aus der Pistole geschossen richtig beantworten können!?

Ihr wollt über "Zölibat, wiederverheiratete Geschiedene und so weiter" dialogisieren? Vielleicht mal irgendwann, wenn wir in einem Land leben, in dem die Leute einfach wissen, daß Josef nicht der leibliche Vater war und daß das Grab leer war.

Vor meinem inneren Auge sehe ich grade einen Trupp 40-jähriger Berufsjugendlicher, 55-jähriger grauhaariger Damen und 70-jähriger Herren in Zivilkleidung eine Großküche stürmen. Ohne sich die Hände zu waschen, greifen sie nach den Rezeptbüchern, werfen sich an die Herde und verkünden, nun die besten, weil total neuen Speisen zubereiten zu wollen. Eine Sekunde später hört man sie untereiander raunzen: "Was ist denn eine 'Prise'?" - "Keine Ahnung... Und das hier: 'Msp'...?" - "Weiß nicht... He! Moment mal... 'Blanchieren'...?"

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Alipius,
es folgt ein Beitrag fast völlig OT, aber ich wollte darauf aufmerksam machen, falls das Thema entgangen ist.
Vor kurzem sagte Erzbischof Müller, dass eine Progromstimmung gegen die katholische Kirche entstünde, zu der auch die Medien ihren Teil betrügen.
Ich vermute, dass die steigende Anzahl von verbalen und körperlichen Attacken sowie Vandalismus und Brandstiftung gegen katholische Geistliche und Einrichtungen ihn dazu bewogen hat, während in den Medien tausende Opfer ignoriert werden wenn sie nicht von einem Katholiken dazu gemacht wurden oder eine Vergewaltigung nichts ist im Vergleich zu einer Absage aufgrund fehlender Behandlungsmöglichkeiten.
Sei es, es meldete sich nun unsere Justizministerin und äußerte sich empört, dass hier ein Holocaustvergleich geäußert würde in Angst um eine exklusive Position.

Ich für meinen Teil war entsetzt, dass unsere Justizministerin so wenig Bildung besitzt, dass das Wort Pogrom bei ihr ausschließlich mit dem Holocaust verknüpt war und die Problematik selbst von ihr ohne jegliche Überprüfung der Fakten vom Tisch gewischt wird.
Vielleicht geht es Ihnen ähnlich, in jedem Fall wird mir langsam Angst und Bang in diesem Land.

Anonym hat gesagt…

Schade, Ihnen kann man es ja wirklich nie recht machen. Da bringen zwei Journalisten endlich mal katholische Kernthemen zur Sprache (sicher in der Vermutung, dass der typische Welt-Leser diese nicht richtig beantworten kann) und Sie meckern trotzdem nur herum. Ihr Blog kann einem die Freude am Katholischsein wirklich verleiden.

Alipius hat gesagt…

Wenn das ein schäbiges Blog schafft, dann sollten Sie Sich mal fragen, worauf Ihre Freude am Katholisch-Sein bisher eigentlich gefußt hat.