Mittwoch, 13. Februar 2013

Aschermittwoch...?

Ein kleines Aschermittwoch-Frage-und-Antwort-Posting.

"Warum heißt der Aschermittwoch überhaupt Aschermittwoch?"
Weil wir an diesem Mittwoch ein Kreuz aus Asche auf die Stirne gezeichnet bekommen.

"Warum ein Kreuz?"
Das Kreuz ist für uns Zeichen der Hoffnng und der Erlösung, die unser Herr Jesus Christus uns erwirkt hat. Wenn wir es uns auf die Stirne zeichnen lassen, dann zeigen wir, daß wir Christus gehören.

"Warum aus Asche?"
Asche symbolisiert Umkehr und Buße, so wie es beim Propheten Daniel in der Bibel geschrieben steht: "Ich richtete mein Gesicht zu Gott, dem Herrn, um ihn mit Gebet und Flehen, bei Fasten in Sack und Asche, zu bitten" (Dan 9,3). Auch in Neuen Testament gibt es eine entsprechende Stelle: "Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan" (Mt 11,21).

"Und wo kommt die Asche her?"
Die Asche wird durch das Verbrennen der Palmzweige vom Palmsontag des Vorjahres gewonnen.

"Wo bekomme ich das Aschenkreuz?"
Üblicherweise bietet jede Pfarre am Aschermittwoch eine Eucharistiefeier oder zumindest einen Wortgottesdienst an, in dem das Aschenkreuz empfangen werden kann.

"Darf man sich das Aschenkreuz einfach so auf die Stirne zeichnen lassen, oder ist eine Vorbereitung erforderlich?"
Zum Empfang des Aschenkreuzes ist keine besondere Vorbereitung erforderlich. Man sollte sich aber bewußt sein, daß man sich nun in der Fastenzeit befindet und diese Tage entsprechend gestalten.

"Wie lauten die Fastenvorschriften für den Aschermittwoch?"
Der Aschermittwoch ist ein Fast- und Abstinenz-Tag. Dies bedeutet, daß an diesem Tag all jene, die 14 Jahre oder älter sind, kein Fleisch essen und daß zusätzlich alle Leute, die zwischen 18 (oder 21? Bitte um Hilfe bzw. Aufklärung!) und 60 Jahre alt sind, an diesem Tag nur eine volle (= sättigende) Mahlzeit einnehmen. Kinder, Alte und Kranke sind nicht verpflichtet, diesen Vorschriften nachzukommen.

"Warum überhaupt fasten?"
Weil Jesus es uns in der Wüste vorgemacht hat. Er ruft uns, ihm nachzufolgen. Und zu dieser Nachfolge gehört auch Verzicht. Wenn wir uns einer Sache enthalten, die wir als angenehm empfinden und an die wir uns gewöhnt haben, dann stärken wir unsere Disziplin und können uns im häufigeren Gebet (welches - wie das Almosengeben - ebenfalls zur Fastenzeit gehört) daran erinnern, daß es ein höchstes Gut gibt, nämlich Gott.

"Wie fastet man denn korrekt?"
Da die Fastenzeit eine Zeit der Buße und der Umkehr ist, sollte man durch den Verzicht diesen Aspekten gerecht werden. Man sollte also auf etwas verzichten, das einem lieb ist, das man als ein Gut empfindet und das man üblicherweise täglich konsumiert. Verzicht auf Zahnsteinentfernung oder Verzicht auf Hausaufgaben fallen zum Beispiel nicht in diese Kategorie. Verzicht auf Fernsehen oder auf Süßigkeiten oder auf Internet passen schon eher. Sich durch den Verzicht bis an die Grenze des Wahnsinns zu quälen ist allerdings auch nicht Sinn der Sache, also sollten z.B. starke aber im Verzicht ungeübte Raucher, die in der Fastenzeit dem blauen Dunst entsagen wollen, unbedingt einen "Plan B" bereithalten, auf den sie sofort umsteigen können, wenn die Sucht die Oberhand gewinnt und man zum Glimmstengel greift. Zu dem geübten Verzicht gehört das verstärkte und vertiefte Gebet, durch welches man sich Gott als unserem höchten Gut in den Tagen der Fastenzeit annähern kann. Das durch den Verzicht eingesparte Geld sollte man am Ende der Fastenzeit einem guten Zweck zukommen lassen.

"Und wann ist die Fastenzeit vorbei?"
Liturgisch bereits mit der Vesper/der Abendmahlsfeier am Gründonnerstag, da dann das österliche Triduum beginnt. Die Gläubigen fasten aber üblicherweise bis zur Osternacht.

"Macht das Fasten Spaß?"
"Spaß" ist eine Vokabel, die man in diesem Zusammenhang vielleicht nicht unbedingt bemühen sollte. Man kann aber durch das Fasten und den Verzicht durchaus Freude erfahren, wenn man sich in Selbstdisziplin übt und Gott im Gebet näher kommt. Versucht's halt mal!

Kommentare:

Andrea hat gesagt…

>> die zwischen 18 (oder 21? Bitte um Hilfe bzw. Aufklärung!) und 60 Jahre alt sind

Laut "Weisungen zur kirchlichen Bußpraxis" der DBK ab 18.

Severus hat gesagt…

Klosterneuburger Mini-Katechismus?:-)

Anonym hat gesagt…

Vielleicht sollte man hinzufügen, daß auch Schwangere vom Fasten dispensiert sind ( oder ist man hier frauenfeindlich?)
Lisje Türelüre aus der Klappergasse