Dienstag, 22. Januar 2013

Weiß da irgendwer mehr...?

[UPDATE: Die Geschichte scheint ein "Hoax" zu sein. Fragt sich nur, wer sich so etwas ausdenkt und warum?]

Auf facebook macht momentan diese Nachricht die Runde:
    Liebe Brüder, ich schicke Ihnen diese Nachricht. Padre Rafael (19.1.2013-/rafael.xxxxxxxxx@xxxxx.xxx) Brüder schicken uns diese dringende Nachricht und ersuchen uns, sie so vielen weiter zu senden wie wir können. Danke! Ich leite diese Information des Provinzialoberen der Franziskaner der OFM in Indien: "Betet für die Kirche in Indien. Buddhistische Extremisten legten in der vergangenen Nacht in 20 Kirchen Feuer. Heute Nachmittag haben sie geplant 200 Kirchen in der Provinz Olisabang zu zerstören. Sie beabsichtigen 200 Missionare in den nächsten 24 Stunden zu ermorden. In diesem Augenblick verstecken sich alle Christen in kleinen Dörfchen. Betet für sie und gebt diese Nachricht weiter an alle Christen, die Ihr kennt. Bittet Gott, dass er Erbarmen hat mit unseren Brüdern und Schwestern in Indien. Wenn Ihr diese Nachricht bekommt, bitte ich Euch, sie in Eile an andere Personen zu schicken. Betet für sie zu unserem Allmächtigen und Siegreichen Herrn." Herzlichst Gonzalo Duarte G., ss.cc. Bischof von Valparaiso
In den Medien ist darüber nichts zu finden. Habt Ihr irgendetwas gehört/gelesen?

Kommentare:

Thomas Sebbel hat gesagt…

zum zweiten mal wird diese Nachricht verbreitet 7.4.2010, 7.6.2012 sind Daten unter denen diese Nachricht in Foren auftaucht. Es gibt eine Variante in der 20 Hindutempel verbrannt wurden und in den nächsten 24 Stunden 200 Buddhistische Geistliche ermordet werden sollten, ein Schelm wer böses dabei denkt.
Olisabang scheint weder als Ort noch als Region zu bestehen. Ich persönlich würde solch einen Ort eher in Indonesien vermuten und dort gibt es kaum Buddhisten sicherlich noch weniger als in Indien wo sie eine obskure Minderheit. Es taucht in diesem Zusammenhang das Wort Hoax auf. Google Map kennt keinen solchen Ort.

Braut des Lammes hat gesagt…

Hier ist eine von der TUB betriebene Hoaxlist, auf der hab ich es spontan nicht gefunden, von der Art der Formulierung klingt es aber für mich auch nach Hoax. Nichtsdestotrotz sollte man für Indien beten.

Braut des Lammes hat gesagt…

http://hoax-info.tubit.tu-berlin.de/hoax/hoaxlist.shtml

Link vergessen, ächz!

Alipius hat gesagt…

Ja, das kommt noch hinzu: Ich habe mittlerweile auch weitergesucht und "Olisabang" nur im Zusammenhang mit der erwähnten Nachricht gefunden, aber nicht auf der Landkarte oder in irgendeinem Lexikon. Wer macht denn einen solchen "Hoax"?

Jorge hat gesagt…

Der geschickt (und völlig frei) erfundene Inhalt eines Hoax' soll die Empfänger aufwühlen oder erschrecken oder auch belustigen oder in anderer Weise berühren und dient nur dazu, sie zu veranlassen, die Nachricht an möglichst viele neue Empfänger weiterzuleiten und einen Schneeballeffekt auszulösen. Das ist das einzige primäre Ziel eines Hoax'.
Dementsprechend wählt man gern bedrückende oder skandalöse Geschichten mit hohem Betroffenheits- oder Aufregungspotenzial (evtl. speziell auf eine best. Klientel zugeschnitten, hier bspw. zur "Selbst-Viktimisierung" neigende Religionsanhänger, die für das Thema Verfolgung eigener Glaubensgenossen besonders sensibilisiert sind). So will man möglichst viele leichtgläubige und im Idealfall auch weniger leichtgläubige Leute spontan bei ihren Emotionen packen und manipulativ dazu bewegen, das gewünschte Verhalten (Weiterleitung der Mail) unter dem frischen Eindruck der bewegenden Nachricht ohne langes Überlegen auszuführen.

Der Inhalt der erfundenen Nachricht ist also eine reine Manipulationstechnik und hat nichts mit dem weltanschaulichen Hintergrund der Initiatoren zu tun (sondern höchstens mit dem der Zielpersonen). Die Geschichte mit dem Gebetsaufruf scheint nach Ansicht der Macher ein bestimmtes Publikum in der gewünschten Weise anzusprechen, also zu veranlassen, die Mail sehr oft weiterzuverschicken.

Das wirkliche Ziel der Macher eines Hoax bleibt verborgen. Meist geht es um die Sammlung gültiger E-Mail-Adressen, die an Datenhändler und Spammer verkauft werden können; auch als Vehikel für Schadcode oder Trojaner eignen sich Hoax-artige Nachrichten ggf., mitunter sind es auch nur Testläufe, mit denen die Wirkung und Schlagkraft bestimmter Hoax-Meldungen erkundet erkundet oder ausgelotet werden soll, die später evtl. auch für Schadzwecke eingesetzt werden könnten. Dahinter stecken unseriöse, teils mafiöse Banden. Es geht selbstverständlich um Geld.