Donnerstag, 31. Januar 2013

"Los Wochos", irgendwer....?

Die katholische Kirche kann sich streng genommen eigentlich niemals so ruhig verhalten, daß sie nicht irgendwo in den Schlagzeilen steht. Kindesmißbrauch, Priesterfrauen und -kinder, Sinus-Studien, Papst-Reden, Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien, eine laizistische Gesellschaft, Prada-Schuhe etc sind die modernen Zutaten, mit denen die alte Suppe aus "Hexenverbrennungen, Kreuzzügen, Wissenschaftsfeindlichkeit, Frauenverachtung" permanent angereichert wird. Daß dabei viel zu oft Fakt und Fiktion in einem Topf landen, ist deswegen nicht weiter tragisch, weil der Verstand des angepeilten Empfängers sich - ebenso wie vorher sein Magen - bereits seit langem an Fast Food und Ersatzstoffe gewöhnt hat. So lange es so schmeckt, wie man es gewohnt ist und erwartet, wird an der Zusammensetzung nicht herumgefragt. Und so lange an der Zusammensetzung nicht herumgefragt wird, werfen die Köche immer genau das in die Töpfe, was gute Einnahmen und zufriedene (also nicht aufmuckende) Kunden verspricht.

Selten - wenn überhaupt je - wird in den Massenmedien der Zusammenhang zwischen der Katholischen Kirche und Jesus Christus dargelegt ("Huhu, Kopf!" - "Hallo, Leib!"). Wenn irgendwo mit "Kirche" geteast wird, dann sollte Sekunden später aber besser mal "umstritten" wenn nicht gar "Skandal" folgen. Wenn nicht, dann sinkt das Interesse und die Aufnahmefähigkeit für das Empörungsvokabular du jour, mit dem man die Herde sensibilisiert und zusammenhält.

Jeder Mensch hat Fragen, auf die er eine Antwort sucht. Jeder Mensch ist lieber glücklich als unglücklich. Jeder Mensch ist lieber in Gesellschaft als immer einsam.

Alle entscheidenden Fragen, die die Menschen herumtreiben, werden durch Jesus Christus beantwortet. Alles tatsächlich verspürte Glück auf Erden verblaßt im Vergleich zu dem zu erwartenden Glück der seligmachenden Gottesschau. Niemand ist weniger einsam als der gläubige und praktizierende Christ.

Echt jetzt?

Ja!

Denn der gläubige und praktizierende Christ liebt Jesus Christus. Laut Bonaventura will aber, wer liebt, den Geliebten immer besser und immer mehr kennen. Etwas zu kennen wiederum bedeutet, es auf eine nicht-materielle Art im Innersten zu besitzen. Somit will also der, der Jesus Christus liebt, ihn immer besser und immer mehr im Innersten besitzen. Und daher ist derjenige, der Jesus Christus liebt, nie einsam. Er ist es erstens nicht, weil er die Gemeinschaft derer teilt, die Jesus Christus ebenfalls lieben. Und er ist es nicht, weil er - wenn die Gemeinschaft ihm aus irgendeinem Grund einmal fehlen sollte - immer noch Jesus Christus in seinem Innersten mit sich herumträgt. Dadurch, daß er Christus bereits in sich trägt, bekommt er einen - wenn auch noch so kleinen - Vorgeschmack auf die Gotteschau. Und dadurch, daß er diesen Vorgeschmack bekommt, erkennt er, daß Christus die Antworten auf alle Fragen bereithält.

Was wir uns als Blogoezese vielleicht fragen sollten ist nicht, warum so viele Leute nicht sofort und ohne zu zögern zugreifen, wenn sie die befreiende Botschaft des Evangeliums hören. Was wir uns fragen sollten ist, warum die Leute die befreiende Botschaft immer noch nicht vernommen haben bzw warum die befreiende Botschaft an ihrem Ende gar nicht mehr als befreiende Botschaft ankommt.

Die allerwenigsten Leute sind so deppert, daß sie "Och nö, Du! Laß mal..." sagen, wenn man ihnen Antworten, Glück und Gemeinschaft anbietet. Dies aber kann nur bedeuten, daß in den letzten Jahren und Jahrzehnten das, was unseren Glauben für uns so wertvoll macht und uns in diesem Glauben hält, nicht mehr korrekt kommuniziert worden ist bzw von der Welle der Sensations- und Skandal-Geschichten über die Kirche einfach überspült worden ist.

Wenn wir uns die Welt anschauen, dann liegt es doch auf der Hand, daß da draußen eine nicht zu ermessende Zahl von Menschen herumläuft, deren Leben eine spontane Richtungsänderung hin zum Besseren erleben würde, wenn sie jemals auf eine Art und Weise mit Christus in Berührung kämen, die ihnen auch tatsächlich Christus zu verstehen gibt. Das kann (eigentlich: muß) durchaus in der Kirche, mit der Kirche und durch die Kirche geschehen, aber eben nur dann, wenn wir die Kirche hier als den mystischen Leib Christi, dessen Haupt ER selbst ist, anbieten und nicht als Schlagzeilenfutter, welches uns dazu verleitet, alle erdenkbare und aufwendbare Energie auf Schauplätzen zu verballern, die für uns zwar wichtig sind (Hey! Ich bin der letzte, dem man sagen muß, daß man Ungenauigkeiten und blanke Lügen über die Kirche nicht einfach so stehen lassen kann), die aber für den unentschlossenen Suchenden mit wirklich tiefen Fragen nur von geringem Nährwert sind.

Mein Vorschlag für die nächsten Los Wochos in der Blogoezese lautet daher:

Legt Euer Zeugnis ab! Erklärt der staunenden Welt, warum Christus der Chef ist! Warum ER die Antworten hat! Warum ER und SEine Kirche untrennbar miteinander verbunden sind! Warum ER Euch gepackt und seitdem nie wieder losgelassen hat! Warum ER Euch glücklich macht! Warum es gute Gründe gibt, sich IHm in SEiner Kirche anzuvertrauen!

Greift dabei weniger auf die Verteidigung der Kirche und des Glaubens zurück als vielmehr auf Eure ganz persönlichen Erfahrungen und Ideen. Wir sind ein kreativer Haufen und ich bin mir sicher, daß wir da den ein oder anderen interessanten Text geboten bekommen werden, wenn genügend Leute mitmachen.

Ich werde natürlich auch etwas beisteuern, und zwar gleich im nächsten Posting...

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ja, ein Christ hat immer einen Verbündeten, noch dazu einen, der stärker ist als alle Gegner, egal wie sehr und in welcher Hinsicht die Menschen um sich herum sich gegen einen auflehnen. Das gibt Mut und Hoffnung.
Und daß man bestimmte Dinge wie Kirche verteidigen, Glauben erklären etc nicht für sich tut sondern für Gott und den Adressaten, gibt Motivation und Kraft.
Daß man das Richten über Leute, die einem - sei es böswillig oder aus Unfähigkeit - Unrecht tun getrost dem HErrn überlassen und statt dessen für sie beten kann, z.B. um Einsicht, damit sie nicht in der Hölle enden, erleichtert den Umgang mit solchen Leuten schon im Hier und Jetzt.
Ein Christ hat einfach immer die besseren Karten für ein glückliches Leben - Gottvertrauen ist Trumpf.

Ein Gutmensch